Wenn das Geld fürs Essen oder das Konzert nicht reicht

  • Sabine Münstermann
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Obwohl es Lebensmittel im Überfluss gibt, gibt es Menschen, die nicht genug Geld haben, sie zu bezahlen. Aus dem Gedanken heraus, Menschen zu ernähren, wurden die Tafeln ins Leben gerufen.

Obwohl es Lebensmittel im Überfluss gibt, gibt es Menschen, die nicht genug Geld haben, sie zu bezahlen. Aus dem Gedanken heraus, Menschen zu ernähren, wurden die Tafeln ins Leben gerufen. Nach dem Motto: „Essen, wo es hingehört“, werden Lebensmittel, die im Wirtschaftsprozess keine Verwendung mehr finden dürfen, die aber qualitativ in Ordnung sind, an Bedürftige verteilt. Die Tafeln helfen damit Menschen, die von Armut betroffen sind. Das sind im Hochtaunuskreis etwa 13 000.

„Aktuell stehen einer allein lebenden Person, die Leistungen nach dem SGB II bezieht, für Lebensmittel um die 4,70 Euro täglich zur Verfügung, maximal etwas über 4,90 Euro, je nachdem wie viele Tage der Monat hat. Das ist für eine vernünftige Ernährung entschieden zu wenig“, sagt Dr. Tobias Krohmer, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung beim Evangelischen Dekanat Hochtaunus, einer der Gründer der seit 2006 im Kreis arbeitenden Tafel.

Wie nötig die Hilfe der Tafel ist, belegen die Zahlen: Allein im März dieses Jahres wurde an 1416 Personen im Hochtaunuskreis dort Essen ausgegeben, 380 davon waren Kinder. Eine Lebensmittelabgabe erfolgt aber erst nach der Überprüfung der Einkommensverhältnisse. Weitere Infos gibt es beim Diakonischen Werk in der Heuchelheimer Straße 20 in Bad Homburg unter Telefon (0 61 72) 30 88 03).

Auch Kultur ist ein Lebensmittel. Viele Menschen mit geringem Einkommen können nicht mehr an der Kultur teilnehmen. Theater oder Konzertbesuche sind für sie nicht denkbar. Der 77 Mitglieder starke Verein „KulturLeben Hochtaunus“ ermöglicht seit Dezember 2012 Menschen mit geringem Einkommen den kostenfreien Besuch von Kulturveranstaltungen. Dazu vermittelt der Verein nicht verkaufte Eintrittskarten an seine „Kulturgäste“. 3700 Tickets wurden seit der Gründung des Vereins vermittelt, sagt Vorsitzender Dr. Felix Blaser. Wer Gast werden möchte, meldet sich im Büro in der Ferdinandstraße 5 in Bad Homburg, Telefon (0 61 72) 138 33 10.

Hilfe gibt es auch bei der LEBERECHT-Stiftung der Frankfurter Neuen Presse, zu der auch die TZ gehört. Sie macht sich seit über 60 Jahren für behinderte und benachteiligte Kinder und Jugendliche und ihre Eltern stark. Weitere Infos dazu bei der LEBERECHT-Stiftung Gemeinnützige GmbH, Frankenallee 71–81, 60327 Frankfurt am Main, Telefon: (0 69) 75 01 43 99.

(sbm)

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