1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Wer nimmt eigentlich Schaden?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zu den Berichten über den Windpark Winterstein und die Überschrift "Um Schaden abzuwenden" heißt es:

Gemeint ist wohl politischer Schaden bei CDU und FDP beim Artikel "Erneut in die Gespräche einsteigen". Die Gemeindevertretung Wehrheim hat einstimmig beschlossen, nun doch in Gespräche mit den Nachbarkommunen und weiterer Beteiligter am Windpark Winterstein teilzunehmen. Absurderweise mit der Begründung "um generell Schaden von den Bürgern Wehrheims abzuwenden".

Hier muss die Frage gestattet sein, um was für einen Schaden es sich denn generell handeln soll. Windkraft ist eine erprobte und bewährte Technik auch in Wäldern. Kommunen, die bereits vor mehr als 20 Jahren Windkraftanlagen gebaut haben, haben keinen Schaden erlitten. Im Gegenteil: Sie stehen finanziell deutlich besser da als andere Kommunen, wie Uetze in Niedersachsen, und haben eine weiterhin intakte Kultur- und Naturlandschaft wie Schonach im Schwarzwald. Also: Wie kann der Gemeinde durch Windkraftanlagen ernsthaft Schaden zugefügt werden? Nein, so weltfremd, das zu vermuten, kann man nicht sein. Es kann CDU und FDP nicht um einen möglichen Schaden generell bei Bürgern durch Windkraft gehen. Aber wie ist es mit dem Schaden, den ihr persönliches politisches Ansehen nimmt?

FDP-Fraktionschef Klaus Schumann hat dies als Problem in dem Beitrag zu verstehen gegeben.

Seine Partei ist mit einer Anti-Windkraftkampangne in den Wahlkampf gezogen. Bezogen auf seine persönliche Wahl ist er der Meinung, dass " . . dass ein wesentlicher Teil der Bevölkerung gegen Anlagen vor der eigenen Haustür ist." Es ist jedoch niemals festgestellt worden, wie viele Bürger tatsächlich absolut keine Windräder auf dem Winterstein möchten, wie vielen Bürger dies völlig egal ist, wie viele aufgrund der aktuellen Entwicklungen ihre Meinung geändert haben und wie viele sich schon lange den Bau von Windkraftanlagen in Wehrheim wünschen.

Ist es nicht diese Nicht-vor-meiner-Haustür-Haltung, die den Bürgern den eigentlichen Schaden zufügt? Herr Schumann, Frau Kaspar und einige andere stehen bei einzelnen lautstarken Bürgern persönlich im Wort, dass es mit ihnen keine Windkraft in Wehrheim geben wird. Das ist bekannt.

Nun haben sie Angst, selbst zum Objekt deren aggressiven Auftretens zu werden. Diese Politiker sind somit die einzigen Bürger, die durch Windkraftanlagen in Wehrheim Schaden nehmen könnten: politischen Schaden. Ob sie diesen mit ihrem Änderungsantrag werden abwenden können, bleibt fraglich.

Volkmar Saul-Kübler

Wehrheim

Auch interessant

Kommentare