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Wernard startet in dritte Amtszeit

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Steffen Wernard und seine Frau Tanja (Bildmitte) stoßen nach der Amtseinführung mit Eltern und Schwiegereltern, Freunden und politischen Wegbegleitern im Park des CWS-Campus auf den Erfolg an. © Red

Usingen (map). Ein sichtlich nervöser Alt- und Neubürgermeister erlebte am Montagabend seine Amtseinführung der etwas anderen Art für die nächsten sechs Jahre. Obwohl Amtseid, Übergabe der Urkunde und die stets folgenden lobenden Worte der Redner in der Regel zu diesem Anlass eher mit Humor gespickt sind, die Feier freudiger Natur ist, war am Montag das Ganze von den großen Ereignissen überschattet.

Und so gingen auch die Festredner für den CDU-Bürgermeister Steffen Wernard durchgehend auf die derzeit Bürger und Politik gleichermaßen belastende Probleme ein.

Der Ukraine-Krieg, die anhaltende Pandemie und die Sorge um die Zukunft prägten die Beiträge, immer in Verbindung auf die nächsten sechs Amtsjahre Wernards. Denn Landrat Ulrich Krebs (CDU), Harald Semler, Geschäftsführer vom Hessischen Städte- und Gemeindebund, Städtetag-Direktor Jürgen Dieter und Bürgermeister Steffen Bonk (CDU) aus Steinbach, der die Bürgermeisterrunde im Kreis vertrat, wiesen darauf hin, dass es gerade in Usingen, in einer Stadt mit großen Aufgaben und Herausforderungen durch die weltpolitischen Themen doppelte Arbeit für die Verwaltung gebe. Nicht nur die sowieso tagesfüllenden Aufgaben seien zu stemmen, hinzukomme auch das Krisenmanagement.

Lob gibt es nur selten

Eröffnet von Parlamentschef Christoph Holzbach (CDU) war es eine illustre Runde, die sich zum einen das Mikrofon weiterreichte, zum anderen die Ehre gab, bei der Feier dabei zu sein. Holzbach wies auf die meist frustrierende Tatsache hin, dass es für erfolgreich erledigte Aufgaben eines Bürgermeisters selten Lob gebe, dafür Bürger oft an Kritik nicht sparten: »Und der Ton ist schärfer geworden. Ich würde mir wünschen, dass Kritiker sich auch mal in die andere Rolle versetzen würden.« Er wie die anderen Redner dankten Wernard für seine sachliche Arbeit, für seine Beiträge zur Stadtentwicklung und für den Blick, der immer über den Tellerrand hinausreiche.

Krebs hob die Feier als Zeichen gelebter Demokratie heraus mit der Grundlage der freien Wahlen und forderte alle Politiker auf, sich für den Erhalt der Demokratie einzusetzen - gerade mit Blick auf den Krieg. Er dankte dem Amtsinhaber, dass er nicht nur Usingen, sondern den ganzen Kreis im Blick behalte, wenn Entscheidungen anstünden.

Ausgleichende Persönlichkeit

Auch Jürgen Dieter verwies auf die ausgleichende Arbeit Wernards im Städtetag und auf die anstehenden Herausforderungen. Und: Er schenkte Wernard eine schon fast geschichtlich anmutende Kladde für Notizen, denn man müsse auch bei der Arbeit und Erreichbarkeit durch das Smartphone mal das rechte Maß finden.

Dieter betonte, dass er sich in seiner ganzen Karriere nie ernsthafte Sorgen um die Demokratie gemacht habe. Aber die Zeiten seien schwieriger geworden, es sei nichts mehr sicher, was einst als fester Anker gegolten habe. »Und trotz der großen Weltprobleme bleiben die Aufgaben auf kommunaler Ebene bestehen. Aber vielleicht nehmen wir kleine Probleme politisch in der Debatte nun nicht mehr ganz so ernst und streiten um Kleinigkeiten.« Viel wichtiger sei es, den Zusammenhalt der Bürger zu fördern. Und auch Bonk sprach für die Kreisbürgermeister von der großen Herausforderung, die nun gemeistert werden müsse.

Grünen-Chefin Ellen Enslin hatte sich überraschend auf die Rednerliste setzen lassen und verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass auch die Opposition ihren Teil zum Gelingen der Aufgaben beitragen könne. Der Blick aus der Gegenseite können beim Ringen um die beste Lösung dienlich sein.

Wernard war’s am Ende, der sich für die vielen guten Worte bedankte und auch darauf verwies, dass es niemandem gelingen könne, es allen recht zu machen. Er stehe auch weiterhin allen - auch der Opposition - für Gespräche zur Verfügung. Abgerundet wurde der Abend mit den Injoy-Singers, die den musikalischen Part übernommen hatten. Mit dem »Hallelujah«, original von Leonard Cohen, eröffneten sie den Abend - was zum ganzen Stil des Abends passte.

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