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Widerstand gegen Baugebiet »Am Weiher II« in Merzhausen formiert sich

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Das geplante neue Baugebiet »Am Weiher II« in Merzhausen gefällt nicht allen Bürgern. Vor allem wird zusätzlicher Verkehr befürchtet. © Frank Saltenberger

Das geplante Baugebiet »Am Weiher II« in Merzhausen erhitzt die Gemüter. Infolge der Ortsbeiratssitzung wird nun Kritik laut. Auch eine Bürgerinitiative steht bereits in den Startlöchern.

Usingen-Merzhausen . Bei der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend stellte sich Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) wie berichtet den Fragen der Bürger, und man konnte den Eindruck haben, das geplante Wohnbaugebiet in Merzhausen werde von den Bürgern akzeptiert. Fragen wurden gestellt und beantwortete, auch wenn die Antworten vermutlich nicht alle zufrieden stellte. Der Ton blieb sachlich die Atmosphäre entspannt. Doch hinter den Kulissen braut sich etwas zusammen, denn es wurde dem Rathauschef noch eine lange Aufstellung mit Einwänden mit auf den Weg gegeben. Auch ein Flyer wurde erstellt: »Es geht um die Zukunft von Merzhausen!«, heißt es darin, und der Fokus wird auf die Verkehrsproblematik gelenkt: »Von diesem Vorhaben sind verkehrstechnisch die Langgasse, die Schmittener Straße und die Straße ›Am Weiher‹ besonders betroffen.« Die Liste mit den Pro- und Contra-Argumenten liegt auch dieser Zeitung vor, und dabei stehen nur vier positive Punkte über 20 negativen gegenüber.

Flächenfraß und Klimaschutz - Täglich bis zu 90 Autos mehr

Dass Baugrundstücke für Merzhäuser entstehen, wird begrüßt, dass Flächenfraß und Klimaschutzaspekte in die Planung eingeflossen sind, auch, aber ob das Projekt für die Stadt wirklich rentabel ist, wird bei der Gegenüberstellung von Einnahmen und Erschließungskosten bereits angezweifelt. Die Zahl der vorgesehenen Bauplätze gehe über den Bedarf für Einheimische hinaus, wird moniert, und die zu erwartenden Grundstückspreise seien für Familien mit geringem Einkommen zu hoch. Die Wasserknappheit im Taunus werde durch weitere Flächenversiegelung noch verschärft, so ein weiteres Gegenargument, dem weitere Umweltaspekte folgen, etwa dass eine Wiese als Lebensraum für Tiere zerstört wird.

Die Verkehrsproblematik nimmt breiten Raum ein: Die Straße »Am Weiher« werde mit 70 bis 90 Autos pro Tag zusätzlich belastet, und nach dem Baustellenverkehr während der Bauphase sei die Anliegerstraße sanierungsbedürftig, erklären die Anwohner und befürchten, zur Kasse gebeten zu werden.

Bürgerinitiative gegen das Neubaugebiet in Planung

Auch der Ortskern werde durch das Verkehrsaufkommen belastet. Zudem müsse die geplante Ortsumgehungsstraße vor dem Baugebiet realisiert werden, heißt es weiter. Die Kritiker fürchten weiter, dass durch die Bebauung der Wiese dem Weiher nicht mehr genug Wasser zugeführt wird. Andererseits steige das Abwasseraufkommen. Auch mit technischen Fragen beschäftigen sich die Gegenargumente: So könnte aufgrund der Höhenlage des Baugebiets der Wasserdruck zu gering sein, und aufgrund des Zustands halten die Gegner das Rückhaltebecken für das anfallende Niederschlagswasser für ungenügend. Was die soziale Infrastruktur angeht, so wird nach dem Ausbau des bestehenden Kindergartens und nach einem Spielplatz für das Wohngebiet gefragt. Die vorgebrachten Einwände seien nur der Anfang weitergehender Aktivitäten, teilen die Bürger mit und kündigen eine Unterschriftenaktion gegen das Baugebiet an. Auch eine Bürgerinitiative befände sich in der Planung, so Katharina Glück, die bisher die Fäden zieht. Zur Stadtverordnetenversammlung am Montag, wo das Thema auf der Tagesordnung steht, werden die Kritiker sicher Flagge zeigen.

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