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Widerstand gegen Polizei kostet 300 Euro

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25-Jähriger ohne Maske wollte sich nicht kontrollieren lassen

Hochtaunus -Beim sogenannten Montagsspaziergang am 10. Januar, gegen 19.40 Uhr, dieses Jahres in der Bad Homburger Innenstadt hatte sich auch der 22 Jahre alte Oberurseler beteiligt, um gegen die staatlich empfohlenen Corona-Verhaltensregeln Kritik zu üben.

Unter den rund 200 Teilnehmern war der junge Mann aufgefallen, da er sich von der Gruppe etwa 10 bis 15 Meter abgesetzt hatte und keine Gesichtsmaske trug. Deshalb wollten zwei Polizeibeamte dessen Personalausweis sehen. Doch der 22-Jährige mit doppelter Staatsbürgerschaft lehnte die Kontrolle ab. Er habe seinen Ausweis verloren, behauptete er. Auch verweigerte er eine polizeiliche Durchsuchung.

Das führte dazu, dass die Beamten ihm die vorläufige Festnahme androhten. Aber auch dies interessierte den jungen Mann offenbar nicht. Deshalb wurde der Polizeieinsatz massiver. Mehrere Beamten kamen zur Unterstützung, der Oberurseler wurde auf dem Boden fixiert, anschließend wurden ihm Handfesseln angelegt werden. Dabei leistete der 22-Jährige passiven Widerstand, indem er sich gegen die Maßnahmen sperrte und versuchte, die Fesselung sowie die vorläufige Festnahme zu verhindern. Mit viele Kraftaufwand konnten die Beamten ihre Maßnahmen durchsetzen. Zur weiteren Überprüfung wurde er im Anschluss zur Polizei-Station Bad Homburg gebracht. Er habe die Kontrollen als Unrecht empfunden und sie deshalb verweigert, war seine spätere Begründung.

Angeklagter sieht Fehlverhalten ein

Nun musste er sich vor der hiesigen Amtsrichterin verantworten. Dort zeigte sich der 22-Jährige in Begleitung seines Anwaltes in keinster Weise widerspenstig. Offenbar hatte der Verteidiger seinen Mandanten zuvor über die Rechtslage ausreichend informiert, was zu einem entsprechenden Verhalten vor Gericht führte. Der Angeklagte sah sein Fehlverhalten ein und entschuldigte sich bei den Beamten. "Er hat seine Lehren gezogen, das war eine einmalige Geschichte", ergänzte der Anwalt die Aussagen des Angeklagten.

Von den beiden polizeilichen Zeugen war zu erfahren, dass der Angeklagte bereits bei vorherigen "Demos" aufgefallen sei, bei denen er ebenfalls keine Maske getragen habe. Die Staatsanwältin monierte, dass von diversen Personengruppen generell Misstrauen gegen die Polizei geäußert werde. Dennoch sollte der Verfahrensausgang sich günstig für den nicht vorbestraften Angeklagten erweisen. Auf Antrag des Verteidigers wurde die Anklage mit der Auflage vorläufig eingestellt, 300 Euro zu zahlen. Diesen Betrag muss der Oberurseler innerhalb von sechs Monaten an die gemeinnützige Einrichtung "Ärzte ohne Grenzen" überweisen. Danach erfolgt die endgültige Einstellung.

Vorher wollte die Richterin noch die Meinung der beiden anwesenden Polizeibeamten zur beabsichtigen Verfahrenseinstellung erfahren. "Ein kleiner Dämpfer für den Angeklagten wäre schon angebracht", war deren Antwort. Den gab es dann mit der Auflage seitens der Richterin auch.

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