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Wie ein Gemälde von van Gogh

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Wie ein Gemälde von van Gogh: Einen kleinen Vorgeschmack auf die Abschlussveranstaltung des Festjahres mit Illumination mehrerer Gebäude hatte subVision mitgebracht. © Sabine Neugebauer

Weilrod (sng). 50 Jahre, ein halbes Jahrhundert, hat die größte Flächengemeinde des Hochtaunuskreises mittlerweile auf dem Buckel. Ein Jubiläum, das am Samstagabend gebührend gefeiert werden sollte. Und somit war es ein fröhlicher Abend - mit einem reichhaltigen Programm.

Einen Rückblick auf die Zeit der Gebietsreform Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre gab Gregor Maier, Leiter des Fachbereichs Kultur und Kreisarchiv des Hochtaunuskreises, am Samstagabend. Zur akademischen Feier zum Jubiläumsjahr Weilrods waren zahlreiche Gäste aus Nah und Fern gekommen, um mit den Weilrodern im Festzelt auf der Weilwiese in Rod zu feiern.

Hafeneger war der Erste

Maier ging auf die Zeit der Gebietsreform ein, in der die Landesregierung den kleinen Gemeinden in ganz Hessen die Aufgabe gestellt hatte, zu größeren Verwaltungseinheiten mit mindestens 7000 Einwohnern zu fusionieren. Da gab es natürlich politische Vorlieben unterschiedlichster Art. Manch kleinerer Zusammenschluss erfolgte freiwillig, aber letztlich beschloss die Landesregierung den Zuschnitt der Großgemeinde Weilrod und setzte Hans Hafeneger als ersten staatsbeauftragten Bürgermeister ein. Hafeneger (Jahrgang 1935) konnte an dieser »akademischen Feier der etwas anderen Art« wie Moderator Klaus Temmen, Altbürgermeister von Kronberg, es formulierte, auch teilnehmen - zusammen mit den anderen ehemaligen Weilroder Bürgermeistern Hartmut Haibach und Axel Bangert, was zu einer hohen »Bürgermeisterdichte« führte. Denn als Gratulanten hinzu kamen auch der Bürgermeister der thüringischen Partnergemeinde Drei Gleichen, Jens Leffler, und die stellvertretende Bürgermeisterin der französischen Partnergemeinde Billy-Berclau, Maryline Aprikosoff.

Nach der gemeinsamen Begrüßung der Gäste durch Parlamentsvorsteher Mario Lauth und Bürgermeister Götz Esser sowie den Grußworten aus den Partnergemeinden stand ein wichtiger Akt an: der Anstich des Jubiläumsbieres. Braumeister Christian Ochs vom »Kronenhof« in Bad Homburg beschrieb die Zutaten und lobte das Emmershäuser Wasser, das dank seiner Mineralisation als ausgezeichnete Grundlage diente. Und dann schritt Lauth zur Tat: Mit einem Schlag hatte er das Fass angestochen. Einen ersten Schluck durften die versammelten Bürgermeister und deren Vertreter gleich hier verkosten.

Und auch die Musiker der Schützenkapelle Finsternthal-Hundolstal halfen mit, etwas Druck vom Fass zu nehmen. Die Kapelle unter Leitung von Dirk Recknagel begleitete die Veranstaltung musikalisch mit dem Rennsteiglied, bei dem Lefflers Augen leuchteten, dem »Ein Prosit« zum Fassanstich oder auch den Nationalhymnen von Deutschland und Frankreich zum Ausklang.

Flotte Sohle anstatt Grußworte

Eine Pause durften sie einlegen, als das Volksmusikduo Samerberg aufspielte, das aus Hasselbachs »heimlicher« Partnergemeinde angereist war. Schon seit 40 Jahren gibt es diese Freundschaft, die über die Freiwillige Feuerwehr Hasselbach einst zustande gekommen ist. Mit dabei war natürlich auch Toni Hötzelsperger, Mitherausgeber der Samerberger Nachrichten und Leiter der Gäste-Information Samerberg. Dieser hatte auch Mitglieder der Trachtengruppe Prien-Atzing mitgebracht, bei der er selbst auch mitmacht. Und so konnten sich die Gäste im Festzelt an bayrischem Volkstanz und Schuhplatteln erfreuen, was eine schöne Abwechslung zu den reichlichen Grußworten war.

Landrat Ulrich Krebs freute sich über die enge Verbindung von Weilrod und Hochtaunuskreis, was zuletzt am gemeinsamen Projekt der Ausgrabungen an der Kirchenruine »Unsere Liebe Frau zum Landstein« zum Ausdruck gekommen sei. Kreistagsvorsitzender Renzo Sechi, Bundestagsabgeordneter Markus Koob und Landtagsabgeordnete Elke Barth schlossen sich an.

Bei Dunkelwerden hatten Tomm Jeckel und Steffen Oeste von SubVision, Licht+Wind-Kunst, ihre Lichtinstallation angeschaltet. Diese funkelnden Lichter tauchten den Zeltvorplatz in einen Lichtteppich und die nahe stehenden Bäume wurden mit einem Kreismuster angestrahlt. Das gab schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Abschlussveranstaltung zum Jubiläumsjahr am 3. Oktober, wenn Burg Altweilnau und Schloss Neuweilnau mit Licht neu inszeniert werden sollen.

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Die Trachtengruppe Prien Atzing erfreut die Gäste im Festzelt mit ihrem Tanz. © Sabine Neugebauer

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