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Wie groß dürfen Häuser sein?

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Neu-Anspach (as). Episch lange Debatte ohne Folgen. Der Neu-Anspacher Bauausschuss war verstimmt, weil man sich gewissermaßen »verstimmt« und alle Anträge zum Bebauungsplan »Bahnhofstraße/Kurt-Schumacher-Straße und Schubertstraße« - immerhin vier an der Zahl, einschließlich Magistratsvorlage - abgelehnt hatte. Mahnende Worte für diese bestimmt nicht in die »Hall of Fame« parlamentarischer Sternstunden eingehende Beratung gab es von Parlamentsvorsteher Holger Bellino (CDU), der meinte, zum Glück seien nicht viele Zuschauer da.

Ganz verloren sei der Bebauungsplan aber vielleicht doch noch nicht. Schließlich stehe er ja noch einmal auf der Tagesordnung des Stadtparlaments am Donnerstag, 19. Mai, und bis dahin könne es noch eine Verständigung geben. So unüberbrückbar weit liege man ja gar nicht auseinander, meinte Bellino.

Im Kern der sehr engagiert geführten Debatte ging es eigentlich nur darum: Wie viele Etagen sollen künftige Wohn- und Geschäftshäuser im Plangebiet haben? Wie hoch sollen die Gebäude werden dürfen? Und sollen es nur Giebeldächer oder auch Staffelgeschosse sein? Eine Einigung war zumindest in der Sitzung noch nicht in Sicht, wenngleich es in der stündlichen Lüftungspause Gespräche zu beobachten gab, bei denen Abgeordnete, die ansonsten eher weniger die Köpfe zusammenstecken, genau dies taten.

Große Zisternen verpflichtend

Hans-Peter Fleischer (FWG-UBN) hatte beantragt, zur Förderung bezahlbaren Wohnraums für jüngere Familien im Plangebiet Einzelhaus-Bebauung herauszunehmen und dafür nur Doppel- oder Reihenhäuser zu genehmigen. Ebenso sollten größere Zisternen festgeschrieben werden, 4000 Liter seien zu wenig. Von den Grünen wurde ein Passus im B-Plan vorgeschlagen, der Nebenanlagen wie Pools ausschließt, um Ressourcen-Schonung zu betreiben.

Mit Fleischers Reihenhäusern könne sich die SPD zwar anfreunden, sagte Kevin Kulp. Da es andererseits jedoch angezeigt sei, Bauland zu sparen, um die Landwirtschaft nicht nur mehr zu beschneiden, müssten die Häuser aber drei Vollgeschosse haben dürfen. Mit den Grundsätzen der »alten Dorfstruktur« lasse sich eine »Stadt der Zukunft« heute nicht mehr realisieren.

Wer das mache, versündige sich an der gewachsenen Siedlungsstruktur Anspachs in geradezu krimineller Weise, redete sich NBL-Chef Andreas Moses in der Erwartung »irreparabler Auswüchse« in Rage. Eine Firsthöhe um die 11,50 Meter sei okay und entspreche der Umgebungsbebauung, so Moses. Auch Reinhard Gemander wollte es namens der CDU bei zwei Vollgeschossen belassen, aber nicht auf Einzelhaus-Bebauung verzichten.

Auf den Hinweis von Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) hin, in diesem Bereich der Stadt gebe es bei den Firsthöhen zwischen 7,90 und 14,50 Meter alles, erklärte Bernd Töpperwien (b-now), dass bereits 12 Meter Firsthöhe vier Geschosse, das unterste halb in der Erde, möglich machen. Auch er wies auf den »Spagat« zwischen Wohnraumschaffung und Flächenschonung hin und sein Fraktionskollege Roland Höser versuchte sich in Pragmatismus. Für ihn würde es reichen, entweder die Zahl der Vollgeschosse oder die Firsthöhe vorzuschreiben. Dem zeigte sich bei maximaler Höhe von 11,50 Meter auch die SPD grundsätzlich zugänglich.

Konsens gab es allerdings, dass auch Staffelgeschosse möglich sein sollen, allerdings müssten die dann von der Straßenseite her nach hinten eingerückt werden, um »Klotzbildung« entgegenzuwirken.

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