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Wie wohnen wir im Alter?

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Achim Reiter und Elke Paasch sind zwei der Initiatoren, die sich um das Leben im Alter Gedanken machen - etwa im Zuge des Sozialraumprojektes Usinger Land. © Red

Usingen. Die Idee war gut, die Umstände sprachen am Samstag leider dagegen. Das Usinger Land lag unter einer Schneedecke. Und die machte es so manchem interessierten älteren Bürger nicht möglich, die Zukunftswerkstatt Usinger Land im Christian-Wirth-Saal der CWS zu besuchen. Dort wurden alternative Wohnformen für das Alter vorgestellt.

Es war die Arbeitsgemeinschaft Wohnen des Sozialenraumprojekts Usinger Land, die sich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt hatte. Der Mönstädter Achim Reiter sorgte zusammen mit Elke Paasch von der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) in Oberursel für alle wichtigen Informationen zu Rehabilitation und Teilhabe. Auch in dieser Funktion nahm er am Samstag an der Veranstaltung teil.

»Wir möchten uns mit unserem Angebot im Usinger Land bekannt machen«, sprach er für die EUTB, aber auch für das Zukunftsprojekt »Wie wollen wir wohnen?«. Reiter fügte hinzu, dass dieses Thema nicht nur ältere Menschen betreffe, sondern vor allem jene um die 50. »Wir müssen frühzeitig unser Alter planen, nämlich dann, wenn wir es noch können«, sagte Paasch.

Und so wurde der Samstag zu einem Markt der Möglichkeiten, einer Messe für alternative Wohnformen, die anderswo schon umgesetzt wurden. Dazu zählten die beliebten Mehrgenerationenhäuser, aber auch die unterschiedlichsten Wohnprojekte.

Über eines, das genossenschaftlich unterstützt wird, informierte Tabea Kayser vom Netzwerk für gemeinschaftliches Wohnen. Sie nannte den Oberhof in Ober-Eschbach als Beispiel. Dort hatten fünf Personen die Idee, in einer Hofreite im ländlichen Bereich das Miteinander als Mehrgenerationenprojekt zu fördern und Wohnungen zu stabilen Preisen anzubieten. Eine dafür gegründete Genossenschaft sorgt seither im Hintergrund für die nötige Sicherheit. Das Projekt, zu dem nicht nur Wohnungen, sondern auch eine Arztpraxis und ein Hofladen gehören, biete auch für den Ort einen Mehrwert, erklärte die Vortragende.

Manchmal liegt Luxus im Teilen

In Offenbach stellte sie Wohnraum für acht Personen vor, der in einer ursprünglichen Doppelhaushälfte angeboten wird. Dafür ist eine GmbH gegründeten worden und das Projekt wurde mit Bankkrediten und privaten Investoren unterstützt. »Auf alle Fälle konnte das Haus gekauft werden«, berichtete Kayser.

Bei solchen Projekten liege der Luxus im Teilen. Beispielsweise kann eine Küche von allen genutzt werden. Im Werkraum können die Werkzeuge, aber auch Wissen und Erfahrungen geteilt werden. Ein gemeinsam genutzter Hof oder auch ein gemeinsamer Fuhrpark seien weiterer geteilter Luxus, erklärte sie.

Im Alter gemeinsam wohnen und leben sei also kein kurzlebiger Trend der Zeit, sondern die Antwort auf Veränderungen in der Gesellschaft, zu denen auch der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zählt. »Das Zusammenleben der Generationen erweist sich als gut, weil wir uns in einem großen demografischen Wandel befinden und somit eine gute solidarische Nachbarschaft aufbauen«, begründete die Referentin die neue Lebensform. »Gemeinsam ins Alter« ist für viele Menschen bereits eine alternative Lebensform.

Und was ist mit dem Spruch »Einen alten Baum verpflanzt man nicht«? Auch dafür gibt es Möglichkeiten, nämlich mit der 24-Stunden-Betreuung, die ebenfalls mit den Formen der Pflegevermittlungen in der Zukunftswerkstatt auf dem Programm standen. Genau wie die Möglichkeit einer gemeinsamen Immobilienfinanzierung, um in einer schönen Umgebung gemeinsam das Alter leben zu können.

Kontakt für alle, die nicht da waren

Wer nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, kann sich an Ute Lehnhoff werden. Sie ist für die Sozialraumorientierung im Usinger Land verantwortlich und per E-Mail an usinger-land@caritas-hochtaunus.de oder unter Telefon 01 75/9 58 06 44 zu erreichen.

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