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»Wieder in die Puschen kommen«

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Übungsstunden im Feuerwehrgerätehaus oder aber an einer Bushaltestelle sowie auf freien Dorfplätzen haben die »konzertfreien Monate« der Corona-Pandemie beim Musikverein Wernborn überbrückt. © Red

Usingen-Wernborn. Spätabends, bei völliger Dunkelheit, lagen traditionelle Blasmusik ebenso wie moderne Klänge aus Blechblasinstrumenten über Wernborn. Die Bläser des Musikvereins hatten in den frustrierenden Monaten der Pandemie nichts unversucht gelassen. Im Feuerwehrgerätehaus haben sie bei geöffneten Toren ebenso gespielt wie auf freien Plätzen im Ort, in Hofeinfahrten und auf Vorplätzen, ja sogar an Bushaltestellen.

»Gerade unser Musikspiel aus der offenen Bushaltestelle war ein ganz besonderes Erlebnis für uns, aber auch für die Menschen im Ort«, sagte Dirigent Pitter Bender bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Donnerstag. »Unsere Musik lag über fast dem gesamten Ort und war in ganz vielen Häusern und Wohnungen zu hören.«

Die Aktiven des Musikvereins haben nach den Worten ihres Dirigenten wirklich alles versucht, um den Standard zu halten - obwohl viele Proben nicht möglich waren. Dadurch hatte zuletzt die selbstverständliche Bereitschaft, daheim und auch in den reduzierten Übungsstunden zu proben, doch etwas nachgelassen.

Zu Gast beim Flohmarkt

»Wir hoffen, dass nun zu Beginn der Saison, in der wieder Auftritte und Konzerte möglich sein werden, auch wieder alle unsere Bläserinnen und Bläser regelmäßig zu den Übungsstunden kommen«, sagt Bender. »Wir haben eine Menge Auftritte im Konzertplan. Es wird Zeit, dass wir wieder in die Puschen kommen.«

Zumindest den 18 anwesenden Mitgliedern, die bei der Jahreshauptversammlung den Vorsitzenden Bernd Fabri einstimmig wiedergewählt haben, spürte man deutlich den Willen und die Bereitschaft an, endlich »wieder aufzudrehen«. Für alle wird der erste richtige Auftritt nach der Pandemie am 12. Juni beim traditionellen Usinger Innenstadt-Flohmarkt so etwas wie ein kleines Comeback.

»Danach geht es Schlag auf Schlag«, sagt Pitter Bender mit Blick auf den Kalender: Nach der Begleitung der Fronleichnamsprozession in Usingen am 16. Juni freuen sich auch beim Rosenfest in Wernborn am 26. Juni alle Besucher auf die gewohnt zünftige Musik aus dem Rosendorf.

Hoffen auf ein ganz normales Jahr

Um für diese drei Konzerte im Juni und auch die fünf im Juli und August anstehenden Auftritte gut vorbereitet zu sein und Sicherheit im Spiel zu gewinnen, hofft man nun auf den so gern zitierten Ruck aller Aktiven. Denn eines ist klar: Freude und Lust am gemeinsamen Musikmachen entstehen nur durch eben jenes Musizieren selbst.

»Nach zwei Jahren, in denen die ins Auge gefassten oder auch bereits vorbereiteten Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie teilweise kurzfristig wieder abgesagt werden mussten, hoffen wir nun, dass das Jahr 2022 eventuell wieder ein ›ganz normales‹ Jahr wird«, sagt Fabri. »Auch wenn der Überfall Russlands auf die Ukraine die Stimmung dämpft, wollen wir dennoch wieder mit unserer Musik für Freude und eine entspannte Stimmung sorgen.«

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