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Peter Bamberger begutachtet, was die Wildschweine am Hang und am Spielfeldrand angerichtet haben.

Winter

Wildschweine sorgen für Schäden in Nieder- und Oberreifenberg

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Rund ums Sportgelände in Niederreifenberg haben Wildschweine gewütet. Auch Gärten in Nieder- und Oberreifenberg wurden heimgesucht.

Nichts Schlimmes ahnend kam Peter Bamberger am Samstagmorgen zum Kunstrasenplatz und traute dort seinen Augen nicht. Am Spielfeldrand und am Hang, der den Fußballplatz vom kleinen Sportplatz trennt, bot sich ein Bild der Verwüstung. Auf der Suche nach Futter unter der Schneedecke haben Wildschweine den Boden durchwühlt und sogar große Begrenzungssteine ausgegraben.

Anhand der Spuren im Schnee geht Bamberger davon aus, dass mehrere Tiere dort gewütet haben. Wann das war, wisse er nicht genau. „Ich komme ja nicht jeden Tag zum Platz“, meint er. Aber die Abdrücke der Paarhufer sehen ziemlich frisch aus. Die Tiere hatten oberhalb des Platzes, wo die Bäume stehen, an einer Stelle den Zaun durchbrochen.

„Es ist schlimm genug, dass wir im Frühjahr einen oder mehrere Arbeitseinsätze machen müssen, damit es rund um den Sportplatz wieder ordentlich aussieht“, sagt der Vereinschef. „Aber zum Glück waren sie nicht auf dem Kunstrasenplatz.“ Noch nicht. Bamberger befürchtet nämlich, dass die Tiere wiederkommen, auch wenn das Loch im Zaun wieder zugemacht wird. Allerdings weiß er nicht, ob die Wildschweine überhaupt den Kunstrasen beschädigen können.

„Manchmal kommen die Säue nur ein Mal an einen Ort und danach nie mehr“, meint dazu Klaus Pöhlmann, Vorsitzender der Jägervereinigung Usingen. Wo es reichlich Nahrung gibt, könnten sie auch mehrere Tage nacheinander hinkommen. Die Säue könnten auch den Kunstrasen zerstören, sagt Pöhlmann. „Wenn die mit ihrer feinen Nase die Engerlinge riechen, graben sie sich einfach durch.“

Bestand reduziert

Auf den Kosten bliebe dann der Verein sitzen. Besitzer oder Betreiber müssten deshalb ein Sportgelände genauso schützen wie Privatleute ihre Gärten. „Schadensersatzanspruch für von Schalenwild verursachte Schäden gibt es nur für landwirtschaftlich genutzte Flächen in Jagdgebieten“, erläutert Pöhlmann. Nur mit stabilen Zäunen lasse sich verhindern, dass Wildschweine auf ein Sportgelände oder in Gärten gelangen. Für Liegenschaften in Ortsrandlagen empfiehlt er, den Zaun 30 Zentimeter tief einzugraben.

Wie inzwischen bekannt wurde, haben die Schwarzkittel auch wieder etliche Gärten in Nieder- und Oberreifenberg heimgesucht. Daran konnten auch die Jäger nichts ändern. Im vergangenen Jahr bis einschließlich 31. Januar 2018 haben sie laut Pöhlmann im Usinger Land über 3000 Schweine geschossen und damit rund 20 Prozent mehr als in der Jagdsaison zuvor.

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