Wind weht aus unterschiedlichen Richtungen

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Die Hochtaunus-Liberalen sprechen sich gegen die vom Regionalverband FrankfurtRheinMain vorgelegten Planentwürfe für Windvorranggebiete im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main aus (wir berichteten).

Die Hochtaunus-Liberalen sprechen sich gegen die vom Regionalverband FrankfurtRheinMain vorgelegten Planentwürfe für Windvorranggebiete im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main aus (wir berichteten). Demnach würde der Hochtaunuskreis von allen 75 Kommunen im Regionalverband die meisten Vorranggebiete zugewiesen bekommen. „Wir setzen uns seit vielen Jahren gegen die Verspargelung des Taunus mit Windkraftanlagen ein“, betont der Fraktionschef und Steinbacher Bürgermeister Dr. Stefan Naas. Es sei „ein völliger Irrsinn“, im dicht besiedelten Ballungsraum, der mit Straßen, Bahntrassen und Hochspannungsleitungen schon belastet genug sei, Windkraftanlagen zu planen. Naas: „Wir brauchen unsere Reserveflächen für Erholung, Wohnraum und Gewerbe. Wir können uns hier keine weiteren Windkraftanlagen leisten.“

Der FDP-Kreisvorsitzende Jochen Kilp fügte hinzu: „Besonders unsere Taunuswälder müssen als unzerschnittene Räume für Naherholung und Tourismus erhalten bleiben. Es darf keine Windräder im Naturpark Hochtaunus geben.“ Es sei schlimmer, dass man Landschaft „für nichts und wieder nichts“ opfere, denn bei der Windkraft handele es sich um reine Symbolpolitik ohne Nutzen für das Weltklima. Kilp: „Es ist Zeit, den Wahnsinn zu beenden.“

Gänzlich anders sieht man das beim Verein „So’ne Kraft Hochtaunus“. Dort ist man vielmehr über die ablehnende Haltung von OB Alexander Hetjes in Sachen Windvorrangsflächen enttäuscht. „Das zeigt, dass in der Politik oftmals noch nicht verstanden wird, wie dramatisch die Gefahren des Klimawandels sind“, sagt Wolfgang Heins. Er fragt zudem, warum Windräder das Naherholungsgebiet Taunus beeinträchtigen sollten? Im Wald sehe man sie kaum und höre sie erst auf den letzten Metern. Heins versteht auch nicht, wie durch die Windräder die „Blickbeziehung zur Saalburg“ beeinträchtigt werden könne.

Die Politik im Taunus agiere so, als habe es den Klima-Gipfel von Paris nicht gegeben. Dort sei ein letzter Versuch unternommen worden, den Klimawandel doch noch zu begrenzen. „Aber die Chancen schwinden von Tag zu Tag. Ohne Windkraft in nahezu jedem Kreis, ohne Fotovoltaik auf nahezu jedem Dach sind die Klimaziele auf keinen Fall zu erreichen“, so Heins weiter. Ohne Windkraft im Taunus sei das Ziel einer Nutzung auf zwei Prozent der Landesfläche völlig illusorisch.

Bessere Voraussetzungen als auf den Taunushöhen gebe es für die Windkraft selten. Und es stehe auch überhaupt nicht zur Diskussion, „ob uns Windräder gefallen, denn wir kennen keine Alternative“, so Heins. Es sei die Pflicht jeder Kommune, jedes Kreises und jedes Landes, so schnell wie irgend möglich Kohle und Erdöl zu ersetzen. Aber offensichtlich gebe es noch Informationsbedarf zu den Folgen des Klimawandels. Heins: „Unsere Vision: Verantwortungsbewusste Klimaschützer aller Couleur vereinigt euch, überlasst das Feld nicht den Windkraftgegnern.“

(col)

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