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Ela (7) und ihr großer Bruder Sam (14) aus Oberreifenberg haben den Rodelhang praktisch vor der Haustür.

Winter-Wetter

Schneefall sorgt im Taunus für Rodel-Spaß

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Jetzt wird der Wintertraum im Taunus doch noch wahr. Zum Rodeln hat die Schneehöhe bisher nur in den höheren Lagen ausgereicht. Nach den Ferien kommen einige Winterfans zumindest für einen Rodelnachmittag auf die schneesicheren Hänge rund um den Feldberg. Wenn es weiter schneit, werden wohl auch die kleineren Rodelabfahrten, die praktisch jedes Dorf hat, bevölkert.

Usinger Land - Die Ferien sind vorbei, aber auf den beliebten Rodelspaß wollen kleine und große Winterfans deshalb noch lange nicht verzichten. Der Nachmittag reicht den meisten aus, um auf klassischen Holzschlitten, professionellen Lenkbobs oder einfachen Rutschtellern unter dem Hintern vom Berg ins Tal zu sausen. Der Fahrtwind macht den meisten nichts aus, denn sie sind dick eingemummt. Außerdem wärmen sie sich wieder auf, wenn sie ihre Rodelgefährte wieder den Berg hinaufziehen.

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Nach eineinhalb Stunden Wintervergnügen hat Familie Kneis am Pechberg genug. Die vierjährige Jella und ihre ein Jahr jüngere Schwester Ava sind in ihrem knallroten Zweisitzer-Bob immer wieder den Hügel hinuntergerutscht. Ihre Eltern bevorzugen den „ganz normalen Holzschlitten mit seinen Kufen“ und haben nach eigener Aussage mindestens genauso viel Spaß. Aber auch nur, weil unter der Woche nicht so viel Betrieb ist. „Wenn genug Schnee liegt, kommen wir gerne hierher, aber idealerweise nie am Wochenende, weil sonst das Parken hier eine Katastrophe ist“, berichten sie.

Opa gegen Enkel

Stammgast am Pechberg ist auch Georg Marek aus Friedrichsdorf. Der 64-Jährige ist schon als Kind mit seinem Vater hier gerodelt. An diesem Tag hat er seinen fünfjährigen Enkel Paul aus Frankfurt mit zum Rodeln genommen. Jeder hat einen eigenen Schlitten: Der Opa ein eingefahrenes Holzmodell, Paul einen schnittigen „Wild Spider“. Das erste Rennen hat Paul klar für sich entschieden. Jetzt fordert sein Großvater Revanche. Der erfahrene Rodler gibt seinem Enkel noch wohl gemeinte Tipps und ruft während der Abfahrt: „Achtung, nicht in den Teich fahren, sonst ist der Nachmittag für uns zu Ende“. Der Teich ist zwar nur eine etwas größere Wasseransammlung und beide umkurven diese erfolgreich. Aber mit seinem lenkbaren Bob ist Paul wendiger und weicht geschickt dem nächsten Busch aus. In dem bleibt der behäbigere Holzschlitten samt Großvater stecken. Der will es aber im dritten Versuch wissen und zieht deshalb beide Rodelgeräte wieder den Berg hinauf und Paul spart seine Kräfte und lässt sich ziehen.

Opa Georg zieht seinen eigenen Schlitten und den mit seinem Enkel Paul (5 Jahre) wieder den Hang hinauf, dann liefern sie sich ein Rennen.

Heimvorteil haben an diesem paradiesischen Wintertag die siebenjährige Ela und ihr großer Bruder Sam. Sie teilen sich einen Schlitten. Und der 14-Jährige hat längst den Bogen raus, wie sie beide auf dem festgefahrenem Schnee am schnellsten und sichersten runter kommen.

Keine Angst in den Schnee zu fallen hat der fünfjährige Finn aus Niederreifenberg. Er lässt sich nach einer rasanten Talfahrten absichtlich aus seinem knallroten Bob rollen und versuchte eine kleine Höhle in den Schnee zu graben. Seine Mutter Jasmin Moses, die den ebenfalls quietschroten Familien-Holzschlitten den Hang hinunter gesteuert hat, verrät: „Das ist unser erster Tag auf der Rodelpiste, aber bestimmt nicht unser letzter.“

Für die nächsten Tage sind weitere, zum Teil ergiebige Schneefälle angesagt. Und darüber dürften sich dann auch kleine und große Rodelfans in den tiefergelegenen Ortschaften freuen. Denn so ziemlich überall gibt es Rodelhänge (siehe Info-Box), die auf jeden Fall noch etwas mehr Neuschnee vertragen können. Dort, wo der Boden gefroren ist, schliddern viele Kinder mit allem, was eine Rutschfläche aus Kunststoff hat, bereits schon jetzt auch auf der nur dünnen Schneedecke die Hänge hinunter.

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