Ilja-Kristin Seewald
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Ilja-Kristin Seewald

Königsteiner Politikerin

Wird sie die Nachfolgerin von Riesenhuber im Bundestag?

  • Dirk Müller-Kästner
    VonDirk Müller-Kästner
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Dr. Ilja-Kristin Seewald will nach vielen Jahren CDU-Dominanz den Bundestagswahlkreis 181 wieder für die SPD gewinnen. Dazu muss sie sich aber erst mal einen Namen machen.

Der Doktor-Titel soll bleiben, sagt Michael Antenbrink, Chef der Kreis-SPD. Der neue Vertreter des Wahlkreises 181 (Main-Taunus, Kronberg, Königstein und Steinbach) im Bundestag soll nach der nächsten Wahl allerdings Mitglied der Sozialdemokraten sein und nicht mehr der CDU angehören. Die Nachfolge von Bundestags-Urgestein Dr. Heinz Riesenhuber übernimmt nach dem Willen der Genossen Dr. Ilja-Kristin Seewald. Der Unterbezirksvorstand der SPD hat sich einstimmig für die Königsteinerin als Kandidatin für den Wahlkreis 181 ausgesprochen. Natürlich stimmten auch die Vorsitzenden der SPD-Ortsverbände Königstein, Kronberg und Steinbach für die 47-Jährige.

Seewald, Vorsitzende der Königsteiner SPD und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im dortigen Stadtparlament, soll beim Unterbezirksparteitag am 5. November offiziell nominiert werden. Weitere Kandidaten gibt es bislang nicht. Seewald will sich bis dahin in allen SPD-Ortsverbänden vorstellen. Die Parteibasis soll schließlich wissen, wer für sie ins Rennen ziehen will. Gestern Abend war die freie Journalistin bei den Genossen in Kriftel und Flörsheim, heute ist sie in Sulzbach. Danach wird sie sich noch in Königstein vorstellen – denn auch die Sozialdemokraten in ihrer Heimat wissen noch nicht viel von den Ambitionen ihrer Parteichefin. Die Entscheidung, Seewald ins Rennen ums Direktmandat zu schicken, sei dem Unterbezirksvorstand „unheimlich leicht gefallen“, sagt Antenbrink. Die Genossin sei engagiert, kompetent, kommunikativ und europäisch eingestellt.

Antenbrinks Stellvertreterin, die Landtagsabgeordnete Nancy Faeser, ist „sehr glücklich, dass wir sie gewinnen konnten“. Sie kenne Seewald seit ein paar Jahren von der Arbeit auf Landesebene. Ihre Kompetenz in Sachen Finanzwirtschaft sei wichtig für eine Abgeordnete aus dem Frankfurter Raum. Sie habe aber auch die nötige kommunalpolitische Verwurzelung und kenne die Sorgen der Basis. Sie sei kommunikativ und könne sich gut durchsetzen.

Zudem sei sie – auch weil ihr Mann viel zwischen Paris und Königstein pendelt – Europäerin durch und durch. Tatsächlich ist Europa ein Thema, das Ilja-Kristin Seewald „sehr am Herzen“ liegt. Über die Kommunalpolitik seien diesbezüglich viele Probleme zu lösen. In Frankreich seien gerade bei der Integration über Jahrzehnte Fehler gemacht worden. „Wir sollten das besser hinbekommen“, fordert die Kommunikationsberaterin. Dazu erfordere es mehr Zusammenarbeit von Kommunen, Kreis, Land und Bund. Es dürfe nicht sein, dass der Bund viele Aufgaben ohne Gegenleistung an die Kommunen überträgt.

Gute Vernetzung

In den Bereichen Bildung, Soziales und Wohnen sieht Seewald ebenfalls Aufgaben für Kommunen, die vom Bund jedoch unterstützt werden müssten. Da sei gute Vernetzung wichtig. Diese Vernetzung wird der Politikerin von Antenbrink und Faeser durchaus zugesprochen. Sie selbst sagt, dass sie pragmatisch nach Lösungen suche und tatkräftig zupacke. Ideen der Bürger seien für sie wichtig.

Diese kann sie – wenn sie denn tatsächlich nominiert wird – sicher bei ihren bei ihren Wahlkampfauftritten sammeln. Dann wird auch Thimmy dabei sein, ein Irish Setter, auch roter Teufel genannt. „Er ist ein großer Wahlkämpfer“, sagt Ilja-Kristin Seewald. Mal abwarten, ob das Team viele Wähler begeistern kann.

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