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Zu wenig und zu viel Wasser

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Grüner Nachmittag widmet sich dem blauen Gold

Weilrod -Während die Wasserampeln in Grävenwiesbach und Schmitten bereits im Juni auf "rot" gesprungen sind und dort Versorgungsengpässe beim Trinkwasser drohen, konstatieren die Weilroder Grünen, dass die Wasserversorgung in Weilrod derzeit gar nicht so schlecht ist, wenngleich die Vorräte am "Lebensmittel Nr.1" auch hier schwinden.

Einen Grund, sorglos zu sein, sieht die Partei darin schon deshalb nicht, weil der Juli gerade erst begonnen hat. Bei einem "Grünen Nachmittag" am Samstag im Weilpark suchten die Mitglieder der Umweltpartei nach Wegen, die Wasserversorgung in Weilrod dauerhaft und nachteilig zu sichern.

Brauchwasser zurück in Kreislauf

Eva Holdefer, Sprecherin der Fraktion im Parlament, bedauerte sehr, dass aus ihrer Forderung in der Gemeindevertretung nichts geworden ist, den Wasserpreis verbrauchsabhängig zu staffeln, sodass überdurchschnittliche Verbräuche, etwa fürs Rasensprengen oder Poolfüllen, teurer wären. Holdefer, berichtete an der Grillkota von einem mit Experten besetzten Wasserspar-Symposium, das sie vor wenigen Wochen in Usingen besucht hat. Sie warb außerdem für die Nutzung von Brauchwasser.

Nur etwa 50 Prozent des normalen häuslichen Wasserbedarfs müsse nämlich mit Trinkwasser gedeckt werden. Leider sei der Einbau einer vierten oder fünften Reinigungsstufe in der Kläranlage sehr teuer, aber dadurch würde geklärten Schmutzwasser wieder zu Trinkwasser, das den Leitungskreisläufen zugeführt werden könnte.

Holdefer bedauert auch, dass die Gemeinde Weilrod zwar den Auftrag, ein Konzept für ein ressourcenschonendes Wassermanagement zu erarbeiten, angenommen hat, bis jetzt aber noch keinerlei Fortschritte erkennbar seien. "Bis das fertig ist, haben wir hier vielleicht schon Steppe", sagte Eva Holdefer, die sich dazu in der nächsten Weilroder Parlamentssitzung nach den Sommerferien auf den neuesten Stand bringen lassen will.

Ging es in diesem Punkt eher um zu wenig Wasser, so befürchten die Grünen, dass durch immer häufiger vorkommende Starkregenereignisse plötzlich viel zu viel Wasser zusammenkommt. Niederschlagswasser zu bändigen, sei angesichts hitzetrockener Böden, auf denen Regenwasser statt zu versickern unkontrolliert wegläuft, ein Problem und erfordere große Anstrengungen, sagte Holdefer. Hinzu komme, dass, ebenfalls bedingt durch die Hitze, zu viel nicht versickerndes Oberflächenwasser verdunstet und die riesigen, in Wolken gebundenen Wassermengen am Himmel noch erhöht, was wieder zu Starkregen führe.

Versiegelung

reduzieren

Daher sei es von immer größerer Bedeutung, die Flächenversiegelung durch Neubaugebiete auf ein Minimum zu reduzieren. Zwar werde den Käufern der Grundstücke im Baugebiet Neuerborn vorgeschrieben, wie viel Fläche sie unversiegelt lassen müssen.

Das helfe aber auch nur, wenn das auch kontrolliert werde. Starkregen ließen sich nicht reduzieren, wohl aber Überschwemmungsgefahren. Hessenforst mache es vor, indem im Wald muldenförmige Retentionsflächen zum temporären Aufstauen von Oberflächenwasser angelegt werden. Dieses Wasser dann langsam versickern, beziehungsweise kontrolliert abgeleitet werden.

Es soll nicht der letzte "Grüne Nachmittag" gewesen sein. Die Grünen wollen sich von nun an in unregelmäßigen Abständen treffen und vielleicht themenbezogen, von Ortsteil zu Ortsteil ziehen.

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