Richtung Feldberg soll es Sperrzeiten für Motorräder geben.
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Richtung Feldberg soll es Sperrzeiten für Motorräder geben.

Motorrad-Sperrungen im Taunus

Zustimmung für "Lärmpausen"

Betroffene Kommunen unterstützen Teilsperrung von Feldbergrouten für Biker

Hochtaunus -Die Auswertung eines Testversuchs im Jahr 2019 empfiehlt eine Teilsperrung des Feldberggebietes für Motorradfahrer (wir berichteten) - und so wird es wohl auch kommen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Thorsten Schorr, die Bürgermeister von Schmitten und Glashütten, Julia Krügers und Thomas Ciesielski (alle CDU), sowie Oberursels Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne) haben gestern gemeinsam den Plan, das Feldberggebiet an jeweils einem Wochenende der Monate April bis Oktober für Biker zu sperren, in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Schorr sagte, man habe sich für das zweite Wochenende der betreffenden Monate entschieden, was aber keine tiefere Bedeutung habe, sondern eher willkürlich sei. Es komme aber darauf an, dass Motorradfahrer eine Regelmäßigkeit erkennen, die auch entsprechend kommuniziert werde. Laut Schorr sind sich alle Beteiligten einig, dass diese Lösung ein guter Kompromiss für alle involvierten Interessengruppen sei: "Die Region wird nicht grundsätzlich für Motorradfahrer gesperrt, gleichzeitig wird jedoch dem Ruhebedürfnis der Anwohner sowie allen Erholungssuchenden Rechnung getragen."

Erste Hinweise auf die Sperrungen sollen bereits frühzeitig gegeben werden, um den aus der Region anreisenden Motorradfahrern die Möglichkeit zu geben, sich für Alternativstrecken zu entscheiden. Dabei soll versucht werden, auch elektronische Hinweistafeln an den Autobahnen zu nutzen. Die Sperrungen werden nicht alle Streckenabschnitte betreffen, die Teil der beiden Feldversuche im Mai und September 2019 waren.

Peter Riegel, stellvertretender Fachbereichsleiter für Straßenangelegenheiten beim Hochtaunuskreis, nannte die Abschnitte der L 3004 zwischen Hohemark und Sandplacken, beziehungsweise Arnoldshain und Abzweig Hegewiese sowie die L 3024 zwischen Sandplacken und der Abzweigung zum Feldbergplateaus. Die Strecke zwischen Oberreifenberg und Sandplacken soll offen bleiben.

Darüber hinaus wird es an einigen Stellen, die aber erst noch definiert werden müssen, Geschwindigkeitsbegrenzungen geben - wo genau, werde noch festgelegt, erklärte Thomas Dietrich. Der Erste Polizeihauptkommissar kündigte Tempo-Kontrollen sowie Kontrollen an den jeweiligen Sperren an. Einige Tempolimits außerorts sind bereits angeordnet und umgesetzt. Sollte ein Sperrungs-Wochenende mit einem Brückentag zusammenfallen, gelte die Sperrung für den gesamten Zeitraum des "langen Wochenendes".

Maßnahmen zur Verkehrslenkung

Vizelandrat Schorr betonte, es habe bereits zahlreiche Gespräche mit den Anrainerkommunen beziehungsweise deren Verwaltungsspitzen gegeben. Schließlich sei davon auszugehen, dass es während der Sperrungen zu mehr Verkehr auf den Ausweichrouten kommen werde. Man stehe mit den Kommunen in engem Kontakt und werde ihnen bei der Umsetzung verkehrslenkender Maßnahmen in ihren Ortschaften behilflich sein. Das betreffe die besonders tangierte Gemeinde Schmitten, aber auch Königstein und Glashütten im Verlauf der B 8.

Schmittens Bürgermeisterin Julia Krügers sagte, dass wohl vor allem Niederreifenberg mit mehr Motorradverkehr zu rechnen habe. Sie sei aber froh, dass letztlich eine Kompromisslösung gefunden worden sei, mit der man auch in Schmitten leben könne - zumal die Feldberginitiative mit einbezogen worden sei. Auch Krügers Glashüttener Kollege Ciesielski sprach von einem gelungenen Kompromiss und einem guten Konzept. Glashütten habe dabei die B 8 im Auge, wo flankierende Maßnahmen wie Tempo 30 nicht nur nachts, wie bereits jetzt, zu einer gewissen Entschleunigung des Durchgangsverkehrs führen werden. Motorrad-Verkehr sei dabei nur ein Teilaspekt. Das Ordnungsamt werde personell aufgestockt und künftig häufiger kontrollieren.

Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der ivm-GmbH, die die Auswertung des Testversuchs erarbeitet hatte, betonte, dass die Verkehrsbelastung durch Motorradfahrer im Feldberggebiet von der Lärmentwicklung, aber auch dem Umfang her eine komplette, dauerhafte Sperrung des Gebietes nicht gerichtsfest rechtfertige. Das Konzept der sieben bis acht "Lärmpausen" im Jahr (von 2022 an) sei jedoch ein guter Kompromiss, der auch die regionale Bedeutung des Feldberggebietes für den Tourismus, die Wirtschaft und die Gastronomie sowie die lokale Infrastruktur abbilde. Denkbar seien auch begleitende Events wie zum Beispiel ein "Autofreies Feldberg-Wochenende".

Als nächstes beschäftigen sich die Kreisgremien mit den Sperrungs-Plänen. Am Donnerstag liegt das Konzept dem Bau- und Verkehrsausschuss vor. Von Alexander Schneider

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