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Zwei Jahre Corona im Hochtaunuskreis - Chronik einer Pandemie

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Von: Philipp Keßler

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Stäbchen rein, Test gemacht – Neu-Anspachs Bürgermeister Thomas Pauli geht mit gutem Beispiel in einer der zahlreichen Teststellen im Usinger Land voran. © Inka Friedrich

Auf den Tag genau vor zwei Jahren wurde der erste Corona-Fall im Hochtaunuskreis bekannt. Seitdem ist viel passiert: Mehr als 30.000 Infizierte, mehr als 800 stationär behandelte Personen in den Hochtaunus-Kliniken, mehr als 250 Tote - und damit steht der Taunus im deutschlandweiten Vergleich noch gut da. Chronik einer Pandemie, die fast sämtliche Bereiche des Alltags auf den Kopf gestellt hat.

28. Februar 2020: Mehr als 50 Corona-Fälle in Deutschland sind bekannt - darunter die ersten beiden aus Hessen: Betroffen sind ein 29-Jähriger aus dem Hochtaunuskreis und ein 31-jähriger Wetzlarer, die gemeinsam in Italien unterwegs gewesen waren.

5. März 2020: Die Freiwillige Feuerwehr Weilrod sagt ihre Jahreshauptversammlung ab. Es ist die erste von unzähligen coronabedingten Absagen von Veranstaltungen.

9. März 2020: Der erste Deutsche stirbt im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Der 60-Jährige erlag den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 in Ägypten. Gleichzeitig wird der zweite Corona-Fall im Hochtaunuskreis bekannt. Hamsterkäufe treten auf, der Landkreis richtet ein Bürgertelefon ein.

10. März 2020: Die ersten beiden Corona-Toten auf deutschem Boden werden gezählt - zwei Senioren aus Nordrhein-Westfalen. Weltweit gibt es bereits mehr als 100.000 Fälle. In Hessen eröffnen erste zentrale Teststellen.

11. März 2020: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer Pandemie. Einen Tag später werden in Hessen Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen generell verboten, der Sport pausiert in weiten Teilen des Profi- und Amateurbereichs.

13. März 2020: Der erste Lockdown beginnt, Kindertagesstätten und Schulen schließen, Besuche in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern werden eingeschränkt, erste Hilfspakete für die Wirtschaft aufgelegt, die Grenzen werden teilweise geschlossen.

16. März 2020: Waren es am Wochenende des 14./15. März noch neun Fälle im Hochtaunuskreis, sind es am Tag danach bereits 18. Unterdessen wird bekannt, dass das Mainzer Unternehmen Biontech einen Impfstoff entwickelt.

17. März 2020: Die Abiturprüfungen an der Feldbergschule werden verschoben, Hintergrund ist ein positiv getesteter Schüler.

19. März 2020: Vor dem Hintergrund der Pandemie werden zahlreiche Hilfsangebote von Vereinen, gemeinnützigen Organisationen und Privatpersonen, etwa zum Einkaufen für ältere Menschen, laut. Die Zahl der Infizierten im Kreis steigt auf 40.

20. März 2020: In Hessen dürfen sich nicht mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit treffen, Restaurants schließen. Die Zahl der Toten übersteigt weltweit die 10 .000er-Marke.

22. März 2020: Die Regeln werden erneut verschärft: Bundesweit dürfen sich ab sofort maximal zwei Menschen gemeinsam nach draußen begeben. Ausnahmen gelten für Familien, im Berufsleben sowie im Nahverkehr.

23. März 2020: Der erste größere Ausbruch im Hochtaunuskreis wird bekannt: Nach einer Geburtstagsfeier in Grävenwiesbach gibt es zahlreiche Infizierte, die genaue Zahl bleibt unbekannt. Um weitere Ansteckungen zu verhindern, fordert die Feuerwehr via Lautsprecherdurchsagen die Bürger zur Kontaktvermeidung auf.

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Zu Beginn der Pandemie werden auch im Usinger Land die Regale der Supermärkte leer gekauft. © Inka Friedrich

Feldberg-Region im ersten Corona-Sommer besonders belastet

1. April 2020: 1700 Unternehmen im Hochtaunuskreis haben Kurzarbeit beantragt.

2. April 2020: Die Zahl der Toten in Deutschland übersteigt die Marke von 1000. Die Premiere der Bad Homburg Open wird abgesagt. Auf dem Großen Feldberg ist das Verkehrsaufkommen so hoch, dass die Zufahrt gesperrt wird. Inzwischen sind 184 Corona-Fälle im Hochtaunuskreis nachgewiesen.

9. April 2020: Der Hochtaunuskreis hat den ersten Corona-Todesfall: Eine 89-jährige Frau ist in Bad Homburg gestorben, binnen einer Woche gibt es zwei weitere Tote.

20. April 2020: Einige Corona-Einschränkungen werden gelockert, währenddessen meldet der Hochtaunuskreis 222 Infizierte sowie insgesamt vier Todesfälle.

21. April 2020: Immer mehr Bundesländer setzen im Kampf gegen die Pandemie auf eine Maskenpflicht - auch Hessen. Einen Tag später werden Biontech erste klinische Studien mit einem Corona-Impfstoff genehmigt, die Zahl der Toten im Hochtaunuskreis steigt auf fünf.

27. April 2020: Im Bad Homburger Stadtteil Kirdorf eröffnet die Corona-Schwerpunktpraxis für den Landkreis.

29. April 2020: 236 Menschen im Kreis haben sich seit Ausbruch der Pandemie infiziert, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 3,0.

6. Mai 2020: Der Lockdown in Deutschland wird weitgehend beendet, im Hochtaunuskreis gibt es tagelang keinen einzigen neuen Fall.

16. Mai 2020: Der Freizeitpark Lochmühle öffnete seine Pforten wieder, ein Autokino in Bad Homburg öffnet als neue Attraktion.

18. Mai 2020: Die Schüler kehren in den Präsenzunterricht zurück - beginnend mit den Abschlussklassen. Es werden »Startersets« mit Masken, Handtüchern und Seife ausgegeben.

4. Juni 2020: Das Müllaufkommen auf dem Feldberg ist aufgrund der vielen Besucher in der Corona-Zeit um das Drei- bis Vierfache angestiegen. Wenige Tage zuvor hatten die USA ihren 100.000 Todesfall gemeldet.

15. Juni 2020: Die Corona-Warn-App geht an den Start.

22. Juni 2020: Die Grundschulen öffnen wieder, am 6. Juli folgen Kindertagesstätten. Währenddessen öffnet mit dem Wehrheimer Ludwig-Bender-Bad auch das erste Freibad der Region wieder. Die Veranstaltungsbranche, darunter auch das Neu-Anspacher Unternehmen Adam Hall, sieht »rot« und macht mit rot angestrahlten Gebäuden auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam.

23. Juni 2020: Selbst ernannte »Corona-Rebellen« demonstrieren in Wehrheim gegen die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung. Aus der rund 25 Menschen umfassenden, nicht angemeldeten Versammlung werden Journalisten angefeindet.

28. Juni 2020: Weltweit steigt die Zahl der Corona-Toten auf über 500.000.

19. Juli 2020: Bei nächtlichen Krawallen in der Frankfurter Innenstadt werden 40 Personen festgenommen. Die Ausschreitungen, bei denen fünf Polizeibeamte verletzt werden, werden mit den anhaltenden Beschränkungen für Bars, Clubs und Discotheken in Verbindung gebracht.

23. Juli 2020: Die Zahl der Corona-Fälle im Hochtaunuskreis steigt auf 300, rund zehn Tage später wird der sechste Todesfall vermeldet.

30. August 2020: Bei einer Demonstration von Kritikern der Anti-Corona-Maßnahmen versuchen rechtsextreme Protestler, in den Berliner Reichstag einzudringen.

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In den Sommern 2020 und 2021 ist die Pandemie-Lage einigermaßen entspannt, gewisse Maßnahmen müssen dennoch sein, zumal die Naherholungsgebiete im Taunus - wie hier der Usinger Hattsteinweiher - angesichts von viel weniger Reisen in die klassischen Urlaubsgebiete zeitweise aus allen Nähten platzen. © Inka Friedrich

Strenge Einschränkungen in zweiter und dritter Welle

5./6. September 2020: Viele Sportler im Hochtaunuskreis starten in die neue Saison.

17. September 2020: Für Deutschland wird der höchste Wert an Neuinfektionen seit April gemeldet. Seit Pandemiebeginn haben sich mehr als 250 000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 9000 sind verstorben.

21. September 2020: Der Hochtaunuskreis warnt vor steigenden Zahlen, die Inzidenz liegt bei 16,0.

29. September 2020: Weltweit sind mehr als eine Million Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben, mehr als ein Viertel davon in den USA.

11. Oktober 2020: Die Inzidenz im Hochtaunuskreis steigt erstmals über 30. Bereits zwei Tage zuvor hatte die Bundesregierung verschärfte Regeln für Corona-Hotspots angekündigt.

16. Oktober 2020: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf über 50 im Hochtaunuskreis, liegt damit knapp über dem hessischen Durchschnitt. Sieben Todesfälle zu beklagen.

19. Oktober 2020: Der Hochtaunuskreis erlässt kurz vor Erreichen der fünften und höchsten Stufe des Eskalationskonzeptes des Landes Beschränkungen, darunter sind private Treffen auf maximal zehn Personen zu beschränken, bei Kulturveranstaltungen sind maximal 100 Gäste zugelassen, zwischen 23 und 6 Uhr gilt ein Verkaufs- und Ausgabeverbot für Alkohol.

20. Oktober 2020: Der Hochtaunuskreis fordert Kräfte der Bundeswehr zur Unterstützung des Gesundheitsamtes bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen an.

21. Oktober 2020: Erstmals veröffentlicht der Hochtaunuskreis Fallzahlen nach Kommunen aufgeschlüsselt. Aufgrund der steigenden Fälle ist der Schutz persönlicher Daten gewährleistet. Die Inzidenz steigt auf knapp 75.

22. Oktober 2020: Der Hochtaunuskreis überspringt die Marke von 75 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, weshalb nochmals verschärfte Regeln für private Kontakte sowie eine Maskenpflicht an einigen öffentlichen Orten in Kraft treten.

26. Oktober 2020: Die Sieben-Tage-Inzidenz überspringt die Marke von 100.

2. November 2020: Erneut gibt es bundesweite Einschränkungen. Zuvor waren an mehreren Tagen neue Rekordwerte an Neuinfektionen gemeldet worden. Auch der Hochtaunuskreis ändert die Corona-Regeln nochmals, u. a. für Schulen und Quarantäne.

3. November 2020: Die Zahl der Corona-Toten im Landkreis steigt auf elf.

11. November 2020: Die Inzidenz steigt auf 177,5, die Zahl der Toten überschreitet die Marke von 20.

16. November 2020: Erstmals liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Hochtaunuskreis über 200. Unterdessen startet der Landkreis die Suche nach einer Immobilie zum Aufbau eines Impfzentrums, da Biontech angekündigt hat, die Zulassung für einen Impfstoff beantragen zu wollen.

27. November 2020: Die Marke der Corona-Infizierten steigt in Deutschland über eine Million, wenige Tage später wird die Verlängerung der Einschränkungen beschlossen.

2. Dezember 2020: Entscheidung: Der Hochtaunuskreis baut im ehemaligen Gebäude der Firma HP im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach sein Impfzentrum auf.

8. Dezember 2020: In Corona-Hotspots gibt es eine nächtliche Ausgangssperre. Schulen in Bad Homburg und Königstein starten mit dem Test von Luftreinigungsgeräten für den Präsenzunterricht einen Modellversuch.

16. Dezember 2020: Der zweite harte Lockdown in Deutschland tritt in Kraft.

20. Dezember 2020: Für das Impfzentrum werden bereits mehr als 690 Bewerbungen registriert. Einen Tag später wird das Vakzin von Biontech als erster Impfstoff in der EU zugelassen.

26. Dezember 2020: Die Impfaktion gegen das Coronavirus beginnt, für den Hochtaunuskreis machen Bewohner und Mitarbeiter des Oberurseler Alten- und Pflegeheims »Haus Emmaus« den Anfang. 31 Dosen werden verimpft. Zunächst sind besonders gefährdete Gruppen, darunter über 80-Jährige sowie Alten- und Krankenpfleger, zur Impfung berechtigt.

31. Dezember 2020: Mit 99 Toten bei 3971 Infektionen und einer Sieben-Tage-Inzidenz von 96,8 - Tendenz sinkend - geht der Hochtaunuskreis ins Jahr 2021. In den Tagen zuvor war es dank Lockdown und Schneefällen zu chaotischen Szenen rund um den Feldberg gekommen.

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Im Winter 2020/21 regt sich bei den Gewerbetreibenden – hier Ralf Müller, damaliger Vorsitzender des Usinger Gewerbevereins, und Snjezana Maros vom »The Schuh Effekt« in Usingen – Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen. © Inka Friedrich

Bundeswehr unterstützt Gesundheitsamt und Alten- und Pflegeheime

1. Januar 2021: Der Hochtaunuskreis meldet 100 Tote seit Pandemiebeginn, mobile Impf-Teams starten mit der Immunisierung vulnerabler Gruppen.

11. Januar 2021: Mit dem Vakzin der Firma Modern steht ein zweiter Impfstoff zur Verfügung. Die Bundesregierung erlässt vor dem Hintergrund anhaltend hoher Zahlen noch strengere Kontaktbeschränkungen.

12. Januar 2021: Während die chaotische Lage auf dem Feldberg in den Ferien andauert, erhitzt eine weitere Debatte die Gemüter: Über 80-Jährige aus dem Hochtaunuskreis sollen zur Impfung nach Frankfurt fahren, das Impfzentrum in Bad Homburg ist aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Impfstoff noch nicht geöffnet.

15. Januar 2021: Die Taunusbahn in der Krise: Homeoffice, Homeschooling und Lockdown sorgen für sinkende Fahrgastzahlen. Auch der Verkehrsverband Hochtaunus meldet nur noch zwischen 10 bis 50 Prozent Auslastung im Vergleich zum Vorjahr.

19. Januar 2021: Der Lockdown wird abermals verlängert, die EU meldet mehr als 400.000 Corona-Tote.

26. Januar 2021: Der Hochtaunuskreis meldet, dass bislang mehr als 4800 Impfdosen verabreicht worden sind. Wenige Tage zuvor hatte das Land Hessen die Corona-Regeln abermals verschärft, u. a. gibt es ab einer Inzidenz von 100 Ausgangssperren zwischen 21 und 5 Uhr. Der Hochtaunuskreis meldet einen Wert von 78,3.

27. Januar 2021: Weltweit haben sich mehr als 100 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, die Zahl der Toten wird mit 2,1 Millionen angegeben.

2. Februar 2021: 20 Soldaten der Bundeswehr unterstützen Pflegeeinrichtungen beim Testen von Mitarbeitern und Bewohnern im Landkreis.

9. Februar: Alle lokalen Impfzentren in Hessen, darunter auch das in Bad Homburg, öffnen ihre Pforten.

12. Februar 2021: Bei einer Demonstration Usinger Gewerbetreibender im Zentrum der Residenzstadt werden schnellstmögliche Öffnungen seitens der Politik gefordert.

17. Februar 2021: Nach dem Hessischen Tischtennisverband bricht auch der Hessische Handballverband seine Saison ab. Unterdessen meldet der Opel-Zoo in Kronberg 20 Prozent weniger Besucher für das ersten Corona-Jahr.

22. Februar 2021: Die Schüler kehren in den Präsenzunterricht zurück - zunächst im Wechselunterricht für die Klassen eins bis sechs.

23. Februar 2021: Das Hessische Statistische Landesamt meldet 59 Prozent weniger Übernachtungen im Landkreis für das Jahr 2020.

1. März 2021: Die Friseure dürfen wieder öffnen. Der Hochtaunuskreis meldet derweil den 150. Todesfall.

3. März 2021: Der Corona-Lockdown geht in die Verlängerung, weitere Öffnungsschritte zeichnen sich ab.

11. März 2021: Ärzte und Apotheken bieten ab sofort kostenlose Corona-Schnelltests an. Nach und nach eröffnen Teststationen in den Kommunen. Zudem wird der Impfstoff der Firma Johnson & Johnson als drittes Vakzin in der EU zugelassen.

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Ein Flur, über den in den vergangenen zwölf Monaten viele Bewohner des Hochtaunuskreises gewandelt sind: Im ehemaligen Gebäude der Firma HP im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach wird das Impfzentrum des Hochtaunuskreises installiert. © Inka Friedrich

14. März 2021: Die Kommunalwahlen finden unter strengen Hygieneregeln statt, der Anteil von Briefwählern ist so hoch wie nie zuvor.

18. März 2021: Die dritte Corona-Welle rollt, die Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen überschreitet den Wert von 100.

22. März 2021: Erneut wird der Lockdown verlängert. Die Folge: In den Wäldern des Hochtaunuskreises sind immer mehr Ausflügler unterwegs - und hinterlassen dabei auch immer mehr Müll.

6. April 2021: Die Hausärzte dürfen impfen, der Andrang ist enorm.

7. April 2021: Die Hochtaunus-Klinken melden Kapazitätsengpässe auf der Intensivstation. Hintergrund sind sich ausbreitende Mutationen des Coronavirus, die ansteckender und gefährlicher sind.

19. April 2021: Mit der Rückkehr der Schüler ab Klasse sieben wird eine Testpflicht eingeführt. Unterdessen dürfen sich auch über 60-Jährige für eine Impfung registrieren.

23. April 2021: Die abermalige Absage der Usinger Laurentiuskerb ist nur die Spitze des Eisbergs von Dutzenden Absagen für große und kleine Events in der Region.

28. April 2021: Der Landessportbund Hessen meldet einen Verlust von 3000 Mitgliedern binnen eines Jahres bei Sportvereinen im Hochtaunuskreis. Derweil wird das Gesundheitsamt zur Kontaktnachverfolgung an die Luca-App angeschlossen.

13. Mai 2021: Nach dem Unterschreiten der kritischen Werte der Bundesnotbremse öffnen Freizeiteinrichtungen wie Hessenpark, Lochmühle und Saalburg wieder.

17. Mai 2021: Die Außengastronomie im Hochtaunuskreis darf wieder öffnen. Die sinkenden Zahlen ermöglichen eine Woche später auch wieder den Besuch der Innengastronomie.

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Geschäfte und Dienstleister wie etwa Friseure müssen bei Wiedereröffnung ihrer Läden teils strenge Abstands- und Hygieneregeln umsetzen. © Inka Friedrich

7. Juni 2021: Die Impfpriorisierung in Hessen endet. Derweil meldet der Deutsche Fußballbund hessenweit knapp 10 Prozent weniger Spieler. Der Hochtaunuskreis ist davon deutlich weniger betroffen als andere Kreise.

11. Juni 2021: Zum Start der Fußball-Europameisterschaft überspringt der Hochtaunuskreis zwei markante Marken: 100 000 verabreichte Impfdosen und 200 Tote.

24. Juni 2021: Während die Inzidenz im Hochtaunuskreis einstellige Werte hat, haben 50 Prozent der Bewohner des Landkreises mindestens eine Impfdosis erhalten.

25. Juni 2021: Die letzten Bundeswehrsoldaten, die zur Unterstützung angefordert worden waren, kehren in ihre Kasernen zurück.

Impfzentrum des Hochtaunuskreises schließt - und macht wieder auf

26. Juli 2021: Ab sofort sind für alle Menschen ab 16 Jahren Impfungen ohne Termin im Impfzentrum des Hochtaunuskreises möglich.

20. August 2021: Der Hochtaunuskreis schafft 2000 Luftfilter für das neue Schuljahr an.

25. August 2021: Mit mehr als 10.000 Neuinfektionen gibt es in Deutschland die höchsten Infektionszahlen seit Mai, es ist der Beginn der vierten Welle. Auch im Hochtaunuskreis wird die Inzidenz wenige Tage später bereits wieder über 50 liegen.

2. September 2021: Im Hochtaunuskreis ist es nun möglich, sich eine dritte, sogenannte Booster-Impfung verabreichen zu lassen.

30. September 2021: Das Impfzentrum des Hochtaunuskreises schließt, niedergelassene Ärzte und mobile Teams sollen übernehmen.

26. Oktober 2021: Die Inzidenz im Hochtaunuskreis folgt dem bundesweiten Trend und überspringt die Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen.

4. November 2021: So viele Corona-Infektionen wie nie werden in Deutschland binnen 24 Stunden gemeldet, wenige Tage später steigt auch die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen neuen Rekordwert.

19. November 2021: Weihnachtsmärkte werden vielerorts erneut abgesagt.

22. November 2021: Die Fußballer im Hochtaunuskreis gehen vor dem Hintergrund steigender Zahlen vorzeitig in die Winterpause.

25. November 2021: Deutschland meldet mehr als 100.000 Corona-Tote.

1. Dezember 2021: Das Impfzentrum des Hochtaunuskreises wird wiedereröffnet.

28. Dezember 2021: Nach und nach werden Faschingsveranstaltungen in der Region erneut abgesagt.

31. Dezember 2021: Rund um den Jahreswechsel erhitzten Corona-»Spaziergänger« in Usingen die Gemüter der Lokalpolitik. Auch in Glashütten und Bad Homburg gehen Gegner der Corona-Maßnahmen montags auf die Straße.

Vom „Hotspot“ bis zur Beruhigung der Lage im Frühjahr

6. Januar 2022: Vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante steigen im Hochtaunuskreis mit dem Jahreswechsel die Corona-Zahlen deutlich an. Derweil meldet der Landkreis, dass die mobilen Impf-Teams mehr als 250.000 Impfdosen verabreicht haben.

7. Januar 2022: Der Hessische Tischtennisverband reagiert auf die hohen Infektionszahlen und unterbricht seine Saison, am 9. Februar folgt die Absage der Spielzeit.

11. Januar 2022: Im Hochtaunuskreis treten die »Hotspot-Regeln« des Landes Hessen in Kraft, da die Sieben-Tage-Inzidenz an sieben aufeinanderfolgenden Tagen über 350 gelegen hat.

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Der Große Feldberg wird zum Hotspot für Touristen und Tagesausflügler aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet: Die Folge sind an Wochenenden, Feiertagen und zu Ferienzeiten verstopfte Straßen, genervte Anwohner, Polizisten und Verkehrswächter im Dauereinsatz sowie jede Menge Müll rund um den höchsten Berg des Taunus. © Imago Sportfotodienst GmbH

19. Januar 2022: Angesichts einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 1000 kommt das Gesundheitsamt nicht mehr mit der Kontaktnachverfolgung nach. Die Konzentration liegt nun auf vulnerablen Gruppen. Mit mehr als 100.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wird in Deutschland ein neuer Rekord gemeldet.

21. Januar 2022: Auf dem Usinger Schlossplatz wird der bis dato 244 Corona-Toten im Landkreis gedacht, für jede Person leuchtet eine Kerze.

26. Januar 2022: Die Hochtaunus-Kliniken schlagen Alarm: Zwar sind die Intensivstationen in der fünften Welle weniger belastet, doch immer mehr Patienten finden sich auf der Normalstation wieder, während gleichzeitig auch mehr Personal infiziert ist.

27. Januar 2022: Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland überschreitet liegt erstmals 200.000.

3. Februar 2022: Die Polizei meldet Hausdurchsuchungen bei drei Personen aus Neu-Anspach und Weilrod, die im großen Stil falsche Impfnachweise ausgestellt haben sollen. Tags zuvor waren bei einem Mann in Schmitten ebenfalls Blanko-Impfnachweise und Aufkleber mit gefälschten Chargennummern gefunden worden.

7. Februar 2022: Trotz hoher Infektionszahlen lockert Hessen seine Corona-Regeln. Einen Tag später wird mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1454,0 der höchste Wert im Hochtaunuskreis gemessen.

16. Februar 2022: Laut einem Beschluss der Bund-Länder-Konferenzen soll ab 20. März in drei Schritten ein Großteil der Corona-Beschränkungen wegfallen.

18. Februar 2022: Der Hochtaunuskreis meldet das 250. Corona-Todesopfer.

1. März 2022: Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 847,9 geht der Hochtaunuskreis in das dritte Pandemie-Jahr.

Die Coronavirus-Pandemie im Hochtaunus in Zahlen (Stand: 28. Februar)

Einwohner: 237 281

Sieben-Tage-Inzidenz: 857,2

Infektionen gesamt: 33 568 (davon weiblich: 17 068, davon männlich: 16 500, Infektionsrate: 14,15 %)

ø Deutschland: 17,73 %

Todesfälle: 251

Deutschland: 122 702

Letalitätsrate: 0,75 % (davon weiblich: 0,72 %, davon männlich: 0,75 %)

ø Deutschland: 0,83 %

Daten nach Altersgruppen (Infektionen/Todesfälle/Letalitätsrate):

0-4 Jahre: 1045/0/0

5-14 Jahre: 6228/0/0

15-34 Jahre: 9120/1/0,01

35-59 Jahre: 12 360/6/0,05

60-79 Jahre: 3201/72/2,25

80 Jahre plus: 1411/172/12,19

Unbekannt: 3 Fälle

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