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Zwischen Ärger und Hoffnung

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Die Merzhäuser Ortsbeiräte Jörg Eigler, Benno Ningel, Conchita Salguero-Grau und Achim Wetterich (von links) sind hoffnungsvoll, dass ihr Leader-Projekt für den Stadtteil etwas bringen wird. © JUNG

Ortsbeirat Merzhausen hat bei Sondersitzung mehr Themen als gedacht

Merzhausen -"Wenn man noch keinen Bluthochdruck hat, bekommt man ihn, wenn man eine Stadtverordnetensitzung besucht", meinte eine Zuhörerin bei der Sondersitzung des Merzhäuser Ortsbeirats dieser Tage. Dieser hatte eingeladen, um die Bebauungspläne aus der Zeit der frühen 1960er und 1970er Jahre abzusegnen - der einzige Tagesordnungspunkt.

Die Zuhörer zeigten deutlich ihren Unmut und waren mit dem, was Ortsvorsteher Achim Wetterich und Stadträtin Ilske Roth (beide CDU) zu berichten hatten, gar nicht einverstanden. Im Bauamt, so Roth, sei aufgefallen, dass bei über 30 Fällen in ganz Usingen und seinen Stadtteilen Unregelmäßigkeiten oder Formfehler zu beanstanden waren. Jetzt gehe es darum, diese aufzuarbeiten und zu korrigieren.

Warum dies erst jetzt geschehe, war eine Frage, die häufiger gestellt wurde. Das habe ein "Geschmäckle", meinte einige Zuhörer und erinnerten an den Korruptionsskandal Anfang der 1990er Jahre, in den unter anderem der damalige Bürgermeister Rolf Eggebrecht verwickelt war. Dass der Ortsbeirat dies jetzt absegne, sei nicht nachvollziehbar.

Ortsvorsteher Wetterich sagte, er stehe im Kontakt mit anderen Ortsbeiräten und auch diese hätten das Thema auf der Agenda. "Begeistert ist keiner davon", gab er unumwunden zu. Er gehe aber davon aus, dass mit der Zustimmung seines Gremiums die Weichen für eine weitere Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung gestellt würden. Deshalb stimmten die drei anwesenden Mitglieder für die Annahme der Vorlage. Wenn Fehler gemacht worden seien zu Zeiten, als Merzhausen noch eine eigenständige Kommune war oder auch in den Folgejahren, so sollten diese jetzt beseitigt werden.

Mängel in der Gartenstraße

In Merzhausen geht es konkret um die Gartenstraße. Dort war im Mai 1972 ein Plan erstellt worden, der allerdings Mängel aufwies. So entspricht der Baubestand teilweise nicht den Plänen. Einige Gebäude überschritten oder befänden sich ganz außerhalb des Baufensters. Der Beschlussvorschlag lautete, dass der Bebauungsplan aufgehoben werde und dann das betreffende Gebiet "nach Paragraf 34 des Baugesetzbuchs beurteilt werden kann". Auch im Bereich Schießhütte gebe es einen Eintrag aus dem Jahr 1967, bei dem Angaben zur Bekanntmachung fehlten. Widersprüchliche Angaben zur Bebauung, die teilweise interpretierbar seien, führten laut Verwaltung zur Aufhebung. Dies gelte auch für die erste Änderung des Plans vom 12. Juli 1972.

Gut voran kommt der Ortsbeirat indes mit seinem Projekt des Sportparks an der Rauschpennhalle. Wie Jörg Eigler beim Ortstermin darlegte, gehöre auch Usingen zur beantragten Leader-Region "Hoher Taunus". Ziel sei es, Ideen und Projekte zu fördern, die die Lebensqualität im ländlichen Raum erhielten, das Miteinander stärkten und die Zukunftsfähigkeit von Dörfern sicherten. Die Entscheidung des hessischen Umweltministeriums wird für Spätsommer oder Herbst erwartet.

In Merzhausen hat der Sportpark schon konkrete Formen angenommen. "Wir möchten ein Miteinander für Jung und Alt kreieren und historische und gesellige Elemente bündeln", erklärte Eigler. Außerdem sollen Wanderwege, Radwege und geschichtlich interessante Bereiche touristisch aufgearbeitet werden. Das Miteinander im Dorf soll gestärkt werden. "Wir freuen uns, dass die Stadt und vor allem Bürgermeister Steffen Wernard unsere Ideen für gut befinden", erklärte das Gremium. Vieles sei in Eigenleistung möglich, aber man sei auch auf der Suche nach Sponsoren. Auch die Gewässer des Stadtteils wie Sattelbach, Meerpfuhl und Weiher sollen demnach eingebunden werden.

Naturfriedhof nicht weiter belegen

Der Naturfriedhof soll nicht länger neu belegt werden, erklärte derweil Conchita Salguero-Grau, sondern es solle wieder mehr auf dem regulären Friedhof beerdigt werden. Erdbestattungen seien allerdings sehr teuer, weshalb man überlege, mehr Urnenfelder anzubieten. Die Stadt habe bei der Instandhaltung der Friedhöfe hohe Kosten, die sich irgendwie amortisieren müssten. Außerdem müsste man beim Naturfriedhof auch an jene denken, die mit dem Rollator dorthin unterwegs seien.

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