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Soll raus aus Schlosscafé und Schlosskeller: Wirt Holger Häußer hat die fristlose Kündigung erhalten.

Nach Kündigung

Höchster kämpfen für ihr Schloss

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Gestern hat die Unterschriftensammlung zum Erhalt der Gastronomie im Alten Schloss begonnen. Die Nachricht, dass Schlosscafé und Schlosskeller schließen sollen, ist wie ein Lauffeuer herumgegangen.

Hunderte Kommentare in Sozialen Netzwerken wie Facebook beschäftigen sich mit dem Thema, die Entrüstung ist groß: Wie berichtet, hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) als Eigentümerin der beiden Höchster Schlösser dem Schlosscafé-Pächter Holger Häußer fristlos gekündigt. Eine Vertragsverlängerung bis zum 30. April sei nur möglich, wenn er fast 50 000 Euro an Nebenkosten nachzahle. Häusser jedoch sagt, es sei vereinbart gewesen, dass sein Vater und er stattdessen Hausmeistertätigkeiten erledigten. Dieser Passus ist allerdings nirgendwo schriftlich festgehalten.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat gestern behauptet, die Übernahme der Betriebskosten durch den Mieter sei vertraglich vereinbart. Häußer wiederum sagt, er habe bis vor kurzem noch nicht einmal gewusst, welche Strom- und Wasserzähler die seinen seien. Die Stiftung teilt mit: „Leider gibt es verschiedene offene und schwerwiegende Punkte, die uns zum Handeln zwingen, die wir aber nicht in der Öffentlichkeit diskutieren.“ Sollte es nicht zu einer Fortsetzung des Mietverhältnisses mit der Familie Häußer kommen, „werden wir selbstverständlich eine alternative Lösung suchen.“

Das bezweifeln viele allein angesichts der Tatsache, dass seit der Kündigung des Pächters im Neuen Schloss dieser sogenannte „Kavaliersbau“ komplett leer steht. Nun wollen verschiedene Politiker helfen, etwa die beiden Landtagsabgeordneten Martina Feldmayer (Grüne) und Uwe Serke (CDU). „Das Schlosscafé und der Schlosskeller sind zwei Veranstaltungsorte in Höchst, die ein tolles Ambiente auszeichnet und die dementsprechend gut angenommen werden – ich selbst habe dort noch im Mai meinen Geburtstag mit zahlreichen Gästen gefeiert, die alle begeistert waren“, sagt etwa Serke. „Über das Verhalten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bin ich sehr verwundert – so geht man mit einem Vertragspartner nicht um.“ Die Stiftung sollte sich mit dem Pächter an einen Tisch setzen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden: „Egal welche Probleme es zwischen den beiden Parteien gibt – es muss doch ein Gespräch möglich sein. Ich bin auch gerne bereit, hier vermittelnd zu helfen.“

Der für Höchst zuständige CDU-Ortsbeirat Hans-Christoph Weibler fügt an: „Die Bewirtung des Schlosshofes sorgt auch dafür, dass der Gelände nicht leer steht, sondern eine gewisse Aufsicht vorhanden ist. Wir müssen befürchten, dass die Schlossterrasse mittelfristig geschlossen wird, wenn kein Pächter mehr vor Ort ist.“ Die schöne Schlossterrasse müsse für die Bürger, aber auch für die zahlreichen Besucher, die gerade im Sommer in die Höchster Altstadt kommen, geöffnet bleiben. „Dies ist aber nur dann garantiert, wenn die Gastronomie erhalten wird.“

Groß ist der Argwohn, dass die Stiftung die Schlösser „besenrein“ verkaufen möchte. „Da stellt sich die Frage, was will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz? Das Neue Schloss ist schon nicht mehr für die Öffentlichkeit verfügbar. Im Alten Schloss versuchen sie anscheinend, den Pächter zu vertreiben. Ist das Ziel etwa, das Denkmal insgesamt der Öffentlichkeit zu entziehen?“, fragt sich Thomas Meder, der Vorsitzende der Initiative Pro Höchst, die sich der Image-Werbung für Höchst verschrieben hat. Und zum Image gehört auch das Schloss.

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