+
Bei ?Live aus dem Südbahnhof? tobt das Haus: Die Veranstaltungen im Musiklokal sind stets gut besucht.

Veranstaltungen erhalten

Hoffnung für den Südbahnhof: ABG will mit dem Pächter des Musiklokals verhandeln

Das Musiklokal Südbahnhof soll weiterhin Veranstaltungen wie den legendären Jazz-Frühschoppen und die Ü 30-Partys beherbergen. Über Details wird demnächst verhandelt.

Im Musiklokal Südbahnhof sollen die Discolichter so bald nicht ausgehen, wenn es nach ABG-Chef Frank Junker geht. Davon sei nicht die Rede, sagte er jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. Junker widerspricht damit den Berichten, dass die städtische ABG Holding, Besitzerin der Saalbauten in Frankfurt, dem Pächter des Musiklokals Südbahnhof zum Sommer 2019 gekündigt habe (wir berichteten).

„Der Pachtvertrag läuft aus, und es stehen verschiedene Optionen im Raum, wie es weitergeht“, erklärt Junker. „Beide Vertragspartner müssen sich zusammensetzen, und das tun wir. Wir haben Ende Oktober einen Termin mit dem Pächter, an dem wir über neue Konditionen verhandeln“.

Welche Konditionen die ABG ändern will, verrät Junker nicht. Es stehe aber außer Frage, dass die Reihe „Jazzfrühschoppen“ und andere Musikveranstaltungen im Südbahnhof „wichtiger Bestandteil des Frankfurter Kulturlebens“ seien und weitergeführt werden sollen.

Der Pächter, Thomas Schlegel, sieht dem Gespräch mit der ABG zuversichtlich entgegen. Er hofft auf ein Entgegenkommen, da der Stadt die hochwertigen Musikveranstaltungen des Vereins Jazzforum offensichtlich wichtig sind. Schlegel möchte die sonntägliche Jazz-Matinee und die Ü 30-Parties weiterführen, die sich gegenseitig bedingen, denn die Jazz-Bands sind teuer – das Geld dafür komme über die Ü 30-Parties rein.

Auch möchte Schlegel am liebsten die Gastronomie zu diesen Veranstaltungen weiterhin selbst führen. „Wir bieten preisgünstige, auf Sachsenhausen gemünzte Küche, vom Rippchen bis zum Handkäs. Das wollten die Leute zu ihrem Bier oder Ebbelwei. Etwas anderes, Sushi etwa, würde gar nicht zu der Atmosphäre passen.“ Wenn dies gewährleistet sei und wenn außerdem die Beleuchtungs- und Tonanlagen hängen bleiben dürften, die dort passgenau angebracht sind, „dann wäre alles paletti“, so Schlegel. Wenn er nicht mehr dauerhaft zu allen Veranstaltungen die Gastronomie stemmen müsse, käme ihm das sogar entgegen: „Ich wäre nicht unglücklich darüber.“

Was ihn irritiert hatte, war der Vierzeiler, den die ABG an ihn vor einem Dreivierteljahr geschickt hatte. „Darin stand, dass ich das Gebäude bis Juli 2019 räumen soll, Gespräche seien nicht vorgesehen.“ Schlegel hätte nach mehr als 40 Jahren Vereinsgeschichte mit überaus erfolgreichen Veranstaltungen gern wenigstens ein Gesprächsangebot erhalten. Was den Pächter weiterhin etwas beunruhigt, ist, dass dieser Brief das Einzige ist, was er bisher von der ABG schriftlich in den Händen hält.

Das Musiklokal Südbahnhof ging aus dem „Schlachthof“ hervor, der vor 20 Jahren abgerissen wurde. Die Stadt überließ dem Verein den Saalbau Südbahnhof, gestaltete die Räume so um, wie die Jazz-Freunde es sich wünschten: gemütlich, ein bisschen dunkel, eben die Atmosphäre einer Jazz-Kneipe.

Auch die Bigband des Hessischen Rundfunks spielt regelmäßig im Südbahnhof. Wenn der Saalbau künftig etwa für Firmen-Events bereitstehen soll, vermutet Schlegel, dass umgebaut werden soll. Damit wäre aber die gemütliche Atmosphäre dahin.

Am kommenden Sonntag um 11 Uhr wird die Saisoneröffnung der Jazz-Matinee gefeiert: 500 Karten für das Konzert der Blues-Band „Spirit of Soul“ sind ausverkauft.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare