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Nur wenn es Futter gibt, kommen die Schafe derzeit aus dem Schatten des Waldes heraus ? oder in der Dämmerung.

Ausscheidungshüten

Hütehunde der Schuhmachers zeigen ihr Können

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Die Schafherden von Elke und Volker Schuhmacher auf den Wiesen und Weiden rund um Usingen prägen das heimatliche Landschaftsbild. 300 von ihnen werden am Sonntag von Südhessens besten „Schäferhunden“ gehütet.

In der Hitze des Tages haben sich die Merino-Schafe im Schatten des Waldes nahe ihrer Weidefläche am Dittenbach zurückgezogen. Einmal am Tag kommt Volker Schuhmacher vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Um die Tiere aus dem Wald zu locken, streut er dann zwei Eimer Trockenfutter auf die Wiese.

Schlagartig kommt Bewegung in die Herde am Waldrand. Zwei Hütehunde der Schäferfamilie Schuhmacher, die die Herde bewachen, wissen jetzt, was zu tun ist. Es ist ein faszinierendes Schauspiel, das zu beobachten. Ohne, dass der Schäfer ihnen Anweisungen gibt, springen die beiden Hütehunde rechts und links der sich flott auf den Weg machenden Schafherde entlang.

Kein Schaf büxt aus. Wie Perlen auf einer Schnur springen die Merinos aus dem Wald und hintereinander her, dem Schäfer entgegen. „Hütehunde müssen selbständig ihre Arbeit verrichten und von selbst aus wissen, was zu tun ist“, erklärt Schuhmacher das geordnete Auflaufen seiner Schafe. „Meine Hunde machen das gern. Sie haben einen guten Hütetrieb.“

Ja, Schoßhunde von Gassigängern haben ein anderes Wesen und einen anderen Charakter als die sechs Altdeutschen Hütehunde, die den Schäfer bei seiner Arbeit unterstützen.

Zwei von ihnen, Pia und Paul, werden am Sonntag am Ausscheidungshüten des Hessischen Schafzuchtverbandes teilnehmen.

Auf dem Hof der Schuhmachers an der Wernborner Straße werden sechs Schäfer aus dem Bezirk Hessen Süd mit ihren Hütehunden den Besten ermitteln, der dann beim Landesentscheid in Hungen teilnehmen darf. „Wir laden alle interessierten Bürger am Sonntag ab 9 Uhr zum Ausscheidungshüten auf unseren Hof ein“, sagt Elke Schuhmacher.

Neben den spannenden Wettbewerben hat die Schäferfamilie ihren Hof geöffnet und wird die Besucher in ihrer neuen großen landwirtschaftlichen Halle bewirten. Zum Mittagessen wird es unter anderem Bratwurst aus Schaffleisch vom Grill geben. Rund um den Hof sind Gatter gesteckt, in denen die einzelnen Wettkämpfe stattfinden.

Die Hütehunde müssen dabei mit der vom Eschbacher Schäfer gestellten Schafherde mit 300 Tieren insgesamt sechs Parcours bewältigen. „Mit Hunden zu arbeiten, braucht Geduld. Die Tiere müssen nervenstark sein und dürfen nicht schreckhaft sein. Ein Schäfer kann keine Weicheier gebrauchen“, erklärt der 52-jährige Schuhmacher. „Ganz wichtig ist aber auch Gehorsam. Mit Leckerli lockt man keinen Hütehund.“

Beim Ausscheidungshüten müssen die Hütehunde die Schafherde durch einen 20 Meter breiten Streifen Land eskortieren, der von zwei gepflügten Furchen begrenzt wird. Die in der Furche hin und her laufenden Hunde stellen quasi einen Zaun dar, der sie davon abhält, auf das angrenzende Land zu laufen.

Ebenso müssen die Hütehunde die Schafe über eine Brücke geleiten und bei einer anderen Aufgabe an einem auf einem Weg entgegenkommenden Fahrzeug vorbei leiten. Bei einer weiteren Aufgabe, dem sogenannten ’weite Gehüt’, dürfen sich die Schafe auf einem weiten Areal verteilen, müssen aber auf Geheiß des Hundes sich auch wieder sammeln.

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