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Stefan Clauder (links) interessiert sich für alte Gemälde der Frankfurter Altstadt, die Steven Ferdinand (mit Mütze) verkauft.

Familiäres Ambiente

Hunderte kamen zum 18. Zeilsheimer Höfeflohmarkt

Rund 160 Aussteller und großer Andrang: Der 18. Zeilsheimer Höfeflohmarkt war ein voller Erfolg. Besonders das familiäre Ambiente wird von Anwohnern und Passanten gelobt.

Stefan Clauder begutachtet die etwa 1,40 Meter hohen Plakate, die der Frankfurter Entertainer Benny Maro einst gestaltet hat. Auf einem prangt in knallrot der Stadtadler, auf einem anderen ist die Frankfurter Altstadt mit Dom im Hintergrund zu sehen, auf wiederum einem anderen das Steinerne Haus. „Die Bilder hingen damals in der Kneipe ,Alt-Zeilsheim’“, sagt Steven Ferdinand. Seit die Kultkneipe geschlossen hat, standen Maros Kunstwerke in seinem Keller, seine Großeltern haben sie von den „Alt-Zeilsheim“-Betreibern bekommen. Gestern wechselten einige schließlich den Besitzer – und zwar beim Zeilsheimer Höfeflohmarkt. Clauder, der regelmäßig Flohmärkte besucht, kaufte gleich drei der großen Bilder. „Was ich damit genau mache, weiß ich noch nicht“, sagt er. „Aber sie gefallen mir sehr gut und ich finde schon eine Verwendung.“

Es ist der 18. Höfeflohmarkt, seit 2010 findet er immer am 1. Mai und am 3. Oktober in der ehemaligen Siedlung der Höchst AG statt. „Es ist ein kuschelig kleiner Flohmarkt, das gefällt mir sehr gut“, sagt Ingrid Hechler-Bellinger. „Viele andere Trödelmärkte sind groß und anonym, und oft werden größtenteils Neuwaren angeboten.“ Sie ist aus Sachsenhausen zum Flohmarkt nach Zeilsheim gefahren – und es hat sich gelohnt, sagt sie. Gerade schaut sie sich einen hellblauen Keramikteller am Stand von Monika Roth an. „Der ist perfekt für Torten oder Kuchen“, sagt Hechler-Bellinger. Dazu hat sie eine mehr als 40 Jahre alte Lackschachtel von den Malediven entdeckt. „Ich habe schon in den vergangenen Jahren immer an diesem Stand hier etwas gekauft“, sagt die Sachsenhäuserin. „Die Verkäuferinnen haben immer richtig tolle Sachen.“

Ihren Stand teilt sich Roth mit ihren Freundinnen Irene Viebig und Inge Schauss. „Wir kommen aus Oberursel und freuen uns, dass nicht mehr nur Anwohner an dem Höfeflohmarkt teilnehmen dürfen“, sagt Roth. Seit drei Jahren dürfen auch Nicht-Zeilsheimer ihre Waren verkaufen. „Es gab einfach so viele Anfragen von außerhalb“, sagt Mit-Organisatorin Sabine Seitz. Mittlerweile würden die Verkäufer weite Wege auf sich nehmen. „Es gibt Leute, die kommen aus Heilbronn oder aus Mainz, um bei uns zu verkaufen“, sagt Seitz. Für Seitz ist auch das besondere Ambiente das, was den Höfeflohmarkt in Zeilsheim von anderen unterscheidet. „Und die Besucher können sich sicher sein, dass alles private und keine gewerblichen Verkäufer sind.“

Auch für heimische Verkäufer biete der Verkauf direkt vor der eigenen Haustür Vorteile. „Sie müssen keine Standgebühr zahlen, ihre Sachen nicht weit transportieren und können auch große und sperrige Dinge verkaufen“, sagt Stefan Schneider, der den Höfeflohmarkt vor acht Jahren ins Leben gerufen hat.

160 Stände gab es gestern, die meisten in Vorgärten, Hofeinfahrten und unter Garagendächern. Und etwa 20 Verkaufsstände standen auf dem Gelände des ehemaligen Spielplatzes an der Ecke Coburger Weg/Neu-Zeilsheim. „Es sind Herbstferien, da sind viele verreist“, sagt Seitz. Normalerweise würden weit mehr als

200 Verkäufer

teilnehmen.

Bereits um 5.30 Uhr in der Früh waren die ersten Verkäufer auf dem ehemaligen Spielplatz, haben ihre Pavillons und die Tapeziertische aufgebaut. „Die ersten Besucher kamen dann so gegen 8 Uhr“, sagt Seitz. Und wenn der letzte Stand abgebaut ist, setzen sich die Anwohner und die Veranstalter traditionell zusammen, trinken ein Feierabendbier und quatschen. „Es ist einfach sehr familiär hier. Man trifft Leute, die man schon lange nicht gesehen hat“, erklärt Sandra Edel. Sie hat ihren Stand diesmal auch auf dem ehemaligen Spielplatz aufgebaut. „Ich bin gebürtige Zeilsheimerin, und der Höfeflohmarkt hat sich mittlerweile etabliert und gehört einfach dazu.“

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