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Kinderpflege

Interessengemeinschaft fordert eine bessere Vergütung für Tagesmütter

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Die Interessengemeinschaft Kindertagespflege schaltet sich in die Diskussion über die Vergütung von Tagesmüttern ein. Sie setzen sich unter anderem dafür ein, dass eine private Zuzahlung möglich bleibt. Rechtlich sei das möglich.

Wie viel sollen, dürfen, können sogenannte Tagespflegepersonen verdienen? Mit dieser Frage beschäftigt sich zurzeit der Kreistag – und natürlich die betroffenen Tagesmütter und -väter. Die Interessengemeinschaft Kindertagespflege Hochtaunuskreis (IGK) hat es sich in der Debatte zum Ziel gesetzt, den Entscheidungsträger und der Öffentlichkeit ein „noch besseres Bild über das Arbeitsumfeld und den tatsächlichen Arbeitsaufwand von Tagesmüttern und -vätern“ zu vermitteln.

Der Kreisverwaltung plant, die Vergütung für Tageseltern neu zu regeln. Unter anderem ist vorgesehen, die bisher gängigen Zuzahlungen von Eltern abzuschaffen. Künftig sollen stattdessen monatliche Pauschalen pro Kind gezahlt werden. Prinzipiell begrüßt die Interessengemeinschaft den Vorschlag, eine pauschalierte Abrechnung einzuführen. „Seit Jahren sehen wir darin eine Vereinfachung der Abrechnungsmodalitäten, sowohl aufseiten der Eltern, der Tagespflegepersonen und der Verwaltung“, heißt es in einer Stellungnahme. Allerdings gibt es aus Sicht der IGK noch einige Unstimmigkeiten.

Um festzustellen, wie hoch der tatsächliche Bruttoverdienst einer Tagespflegeperson sei, müssten erstmal die Betriebsausgaben separat aufgeführt werden. Zudem würden die Vergütung einer Tagespflegeperson aktuell anhand der reinen Betreuungszeit festgelegt – ohne Berücksichtigung der täglichen Vor- und Nachbereitungszeit.

Durch die aktuelle Praxis sei ein durchgängiger Stundensatz von 17,25 Euro nicht gewährleistet, damit sei der Verdienst auch nicht mit dem einer angestellten Fachkraft vergleichbar. Daher sei auch die Annahme, durch eine pauschale Abrechnung in der geplanten Höhe eine leistungsgerechte Bezahlung für Tagesmütter und -väter zu erhalten, falsch. Letztlich würden den Tagespflegepersonen nur die Kernzeit, wenn alle Betreuungskinder gleichzeitig anwesend sind, mit 17,25 Euro vergütet. In den Randzeiten fielen dagegen nicht selten nur 3,45 oder 6,90 Euro an.

Die Interessengemeinschaft sieht keine Notwendigkeit darin, die private Zuzahlung auszuschließen, da nur „ein verschwindend geringer Teil“ der Tagespflegepersonen einen „nicht unerheblichen Zuzahlungsbetrag“ erheben würde. Und dass Tagespflegepersonen mit Zuzahlungen nicht nachgefragt seien, war der IGK bislang auch nicht bekannt. Vielmehr habe ein Evaluationsbericht von 2014 „sehr deutlich aufgezeigt, dass mehr als zwei Drittel der damals im Hochtaunuskreis tätigen Tagespflegepersonen, eine Zuzahlung nahmen und ausgelastet waren. Die Zuzahlung sei 2014 auch deshalb weiterhin geduldet worden, da sich abgezeichnet habe, dass viele Tagespflegepersonen ihre Tätigkeit ansonsten hätten aufgeben müssen.

Auch die geplante Einführung der pauschalierten Abrechnung in angestrebter Höhe, könne die Notwendigkeit einer privaten Zuzahlung in vielen Fällen nicht aufheben. Als Folge würde eine nicht unerhebliche Menge an Betreuungsplätzen von der öffentlichen Förderung ausgeschlossen und ausschließlich im privaten Bereich angeboten werden.

Außerdem sei die Tagespflege auch schon immer von geringverdienenden Eltern sowie von Eltern, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, in Anspruch genommen und von Tagespflegepersonen, die Plätze ohne private Zuzahlungen anbieten, abgedeckt worden. Die Evaluation im Jahr 2014 habe nämlich gezeigt, dass die befragten Eltern, die die Tagespflege für Ihre Kinder gewählt haben, bereit seien, für die individuelle Betreuung in kleinen Gruppen mehr zu zahlen, als in Krippe oder Kindergarten.

Folgende Punkte wollen die Mitglieder der Interessengemeinschaft in die Diskussion einbringen:

Aufstockung der Urlaubstage von 20 auf 25

Aufstockung der Krankheitstage von 10 auf 15

Zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit pro Kind und Woche

Private Zuzahlung zulässig bis maximal 3 Euro die Stunde,

Mietzuschuss für angemietete Räumlichkeiten.

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