Verein IKUS

Japaner zeigen Besuchern im Bürgerhaus ihre Koch- und Bastelkünste

Land und Leute auf eine Art kennenlernen, wie es bei einer einfachen Reise nicht möglich ist: Das geht mit dem Verein IKUS. Zurzeit gastieren Menschen aus Japan in Bad Soden.

Wortfetzen, die fernöstlich klingen, sind schon von Weitem zu hören. Sie mischen sich mit Deutsch. Essensdüfte wabern durch die Luft. Wer dem Stimmengewirr und den ungewohnten Gerüchen folgt, landet in der Küche des Neuenhainer Bürgerhauses. Japanische Küchenutensilien, Reistüten und in Seidenpapier verpackte Essstäbchen stapeln sich auf der Ablage, während rundherum reges Treiben herrscht: Einheimische und Gäste aus dem Land der aufgehenden Sonne arbeiten gerade Hand in Hand, um „Onigiri“ zuzubereiten, die typisch japanischen Reisbällchen.

Die Bad Sodenerin Martine Meybohm hat die aus Yoro-Cho stammende Japanerin Tamiko Kainuma an ihrer Seite. Sie rollen Sushi im Tofumantel. „Ich mache das heute zum ersten Mal“, sagt Martine Meybohm. Sie gehört zum Verein Internationaler Kultur- und Sportaustausch (IKUS), der die Kontakte zu Sodens Partnerstädten in Frankreich, Österreich, Tschechien, den USA und Japan pflegt.

Die beiden Frauen haben sich angefreundet. „Tamiko wohnt zurzeit bei uns und zeigt uns ihre Kultur. Wir durften heute ihr japanisches Curry probieren“, freut sich Hans-Herbert Meybohm über den einwöchigen Besuch aus Japan.

„Das Programm bietet Einblicke, die Sie als Tourist nie erhalten“, erklärt Bernd Parthun von IKUS. „Wir sind in Japan bei japanischen Familien untergebracht. Im Gegenzug wohnen Japaner bei uns.“

Familiäre Einblicke

sind erlebnis- und lehrreich, „zumal Japaner sehr gastfreundlich sind“.

Gastfreundschaft ist aber auch im Bürgerhaus spürbar. Auch der Geruch von Speisen und grünem Tee zaubert ein Lächeln auf die Gesichter. Bastelstationen führen in die Fingerfertigkeit japanischer Kultur ein.

Miki Kikuchi erklärt Juliane Hieselhahn und ihrer kleinen Tochter Larissa, was man aus getrockneten Flaschenkürbissen zaubern kann. Das Gemüse verwandelt sich an Mikis Basteltisch zu Windspielen, Lampions oder Rasseln. IKUS-Vorsitzende Hieselhahn ist begeistert. Sie bastelt mit ihrer Tochter munter drauf los. IKUS-Sprecher Frank Bender freut sich über die aus Japan mitgebrachten Bastelutensilien: „Die vielen Ideen und das handwerkliche Geschick geben interessante Einblicke.“

Am Nachbartisch von Miki Kikuchi hat es sich Yoshik Mathunaga gemütlich gemacht. Trotz ihres hohen Alters bastelt sie mit flinken Fingern Origami oder schreibt japanische

Schriftzeichen mit Tusche

. Sie kann kein Englisch und dennoch versteht man sie.

„Das ist faszinierend. Auch wenn keiner die Sprache des anderen kennt, weiß man, was der andere meint“, freut sich Parthun, der auch in diesem Jahr zwei Japaner zu Hause aufgenommen hat. Er empfiehlt jedem, der Interesse an Land und Leuten hat, über IKUS Kontakte zu knüpfen. „Durch Partnerschaften wie diese erhält man einen ganz anderen Zugang.“ Solche Erfahrungen könne man durch Bücher oder „normale“ Reisen nicht erhalten.

Wer sich gerne einer Reise nach Yoro-Cho anschließen und einen japanischen Gast zu Hause aufnehmen möchte, kann sich bei Frank Bender per E-Mail unter yoro.frankbender@ikus-bad-soden.de melden. Allgemeine Informationen gibt auch die Japanische Fremdenverkehrszentrale, Kaiserstraße 11, in Frankfurt unter (069) 20 353.

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