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Die erste Oberräder Grüne-Soße-Königin Susanne Reichert mit Kerbel-Prinzessin Julia.

Traditionsgericht

Jetzt hat auch die Grie Soß' eine Königin

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Apfelweinkönigin, Brunnenkönigin. Und was fehlt da? Richtig, die Grüne-Soße-Königin. Und die gibt es jetzt in Oberrad. Wo auch sonst. Ihre Majestät Susanne I., oder besser bekannt als Susanne Reichert, repräsentiert nun für die kommenden zwei Jahre die sieben Kräuter und den Stadtteil.

Zwei Utensilien, so gegensätzlich sie auch sein mögen, sind es, auf die Susanne Reichert wird nicht mehr verzichten können. Das erste ist ein schönes frisches Bündel der berühmten sieben Kräuter, die die Vergangenheit und Gegenwart Oberrads prägen – bodenständig, ehrlich, eben einfach schmackhaft. Das zweite Utensil kommt dagegen sehr viel weniger bürgerlich daher, passt viel besser in herrschaftliche Villen als denn in Gewächshäuser: ein Krönchen. Und doch ist es genau diese Mischung aus Natürlichkeit und Schick, die ihre Amtszeit prägen wird. Schließlich ist Susanne Reichert Oberrads erste Grüne-Soße-Königin.

Als Ihre Majestät Susanne I. soll sie in den kommenden zwei Jahren die sieben Kräuter und den Stadtteil repräsentieren. Die Idee stammt von Kai Abicht, dem das Restaurant „Grüne Soße und mehr“ direkt am Buchrainplatz gehört. „Schon seit einem Jahr denke ich darüber nach, eine Königin zu krönen“, erzählt er. Immer wieder habe er sich die Frage gestellt, warum noch nie jemand vor ihm auf diese Idee gekommen ist. „Es gibt so viele Majestäten, für allerlei Produkte, warum nicht auch für die Grüne Soße? Das ist doch hier unser Alleinstellungsmerkmal“, so Abicht. Beim Weltrekordversuch im Grüne-Soße-Essen im vergangenen Sommer wurde aus der Idee dann langsam eine Vision. „Es haben so viele Menschen daran teilgenommen, da wurde mir einfach bewusst, dass die Leute das Frankfurter Traditionsgericht immer noch lieben.“

Doch die Repräsentanz des geliebten Produktes kann selbstverständlich nicht jeder übernehmen. Schnell kam er auf die Idee seine gute Freundin Susanne Reichert zu fragen. „Sie ist einfach perfekt für den Job“, sagt Abicht. „Sie ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Charmant, gut aussehend und engagiert. Sie macht viel für den Stadtteil und die Gärtner.“

Bei diesen Worten wird Susanne Reichert ja ganz rot, fühlt sich geehrt. Denn ursprünglich ist die 47-Jährige gar keine Oberräderin. Mit ihrem Mann, den drei Kindern und Hund Lennox lebt sie in dem Bad Vilbeler Ortsteil Dortelweil. Im Herzen fühlt sie sich aber als Oberräderin. „Man muss nicht in einem Stadtteil geboren oder verwurzelt sein, um sich dort heimisch zu fühlen. Die Chemie muss einfach stimmen“, so Reichert.

Und die Chemie zwischen ihr und Oberrad, die stimmt. Die Verbindung kommt über Ortsvorsteher Christian Becker (CDU), ein langjähriger Freund Reicherts. Sie ist Mitglied der CDU Oberrad und Beckers Sprecherin. Dadurch ist sie viel im Stadtteil unterwegs, hat sich besonders den Sorgen der Gärtner angenommen. Sie unterstützte sie, als ihre Felder unter Wasser standen und auch als sie unter der Baustelle der Offenbacher Landstraße litten, weil die Kunden den Weg nicht mehr zu ihnen gefunden hatten. Um so passender, dass sie nun als Grüne-Soße-Königin die Gärtner und ihre Produkte repräsentiert.

„Die Gärtner sind ein Schlag Mensch, mit dem ich gut kann“, sagt Ihre Majestät. Ehrlichkeit, Direktheit, Bodenständigkeit. Damit sei sie groß geworden, in einer Kleingartenanlage. Damals sei in den Anlagen noch selbst Obst und Gemüse angebaut und geerntet worden. Daher wisse sie, wie viel Arbeit das macht.

„Die Oberräder müssen hinter ihren Gärtnern stehen. Sie müssen bei ihnen einkaufen und dürfen sich mit Obst oder Gemüse nicht nur im Supermarkt eindecken“, sagt Reichert. „Es tut weh zu hören, dass sie guten Gewissens ihren Kindern nicht mehr raten wollen, die Betriebe zu übernehmen. Da geht eine Tradition und Kultur kaputt.“ Damit es erst gar nicht so weit kommt, will Susanne I. nun für die Grüne Soße, die Gärtner und Oberrad werben. „Wir müssen den Stadtteil wieder nach vorne bringen“, sagt sie. „Oberrad ist ein bodenständiger Stadtteil, ehrlich, ohne Schickimicki, das gefällt mir. Nur manchmal braucht er einen modernen Schubs“, sagt sie mit einem Bund der sieben Kräuter in der Hand und richtet ihr Krönchen.

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