Joja Wendt: Pianist mit Fingerspitzengefühl

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Mit den ganz großen im Musikzirkus hat Joja Wendt schon gespielt – unter anderem mit

Mit den ganz großen im Musikzirkus hat Joja Wendt schon gespielt – unter anderem mit Chuck Berry und Angus Young , Gitarrist von „AC/DC“. Und mit seinem Soundtrack zum Kinofilm „Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“ trug er dazu bei, dass dieser Streifen ein Kassenschlager wurde. Am Freitag steht der Ausnahmepianist beim Musikmesse-Festival im Congress Center der Messe mit Nachwuchsmusikern – die meisten sind noch nicht einmal volljährig – auf der Bühne.

Doch sie sind alles andere als blutige Anfänger, sie alle sind trotz ihres jungen Alters mit allen musikalischen Wassern gewaschen. Das Saxophonquartett „4Blatt“ gewann im vergangenen Jahr den Wettbewerb „Jugend musiziert“. Ludwig Hirsch improvisiert am Klavier, und Stella Marie Homberg zaubert auf der Violine.

Mit dabei ist auch der preisgekrönte Chor LaCappella mit seinen 100 Sängern. Und schließlich zeigt das mehrfach ausgezeichnete Landes-Jugend-Jazzorchester Hessen, was es drauf hat.

Wendt freut sich schon riesig auf das Event. Zum Glück ist er rechtzeitig wieder fit geworden, vergangene Woche war er nämlich noch krank. Doch bevor es am Freitag so richtig zur Sache geht, „treffen wir uns an dem Tag vor dem Konzert, gehen ein paar Sachen durch und proben. Das, was wir aufführen werden, ist auch nicht wirklich einfach zu spielen. Da ist es gut, wenn man das schon einmal vorher zusammen gespielt hat und weiß, was da los ist“, sagt Wendt. „Ich habe ein ganz gutes Gefühl. Das wird super“, sagt Wendt, der allerdings noch keinen seiner freitäglichen Mitmusiker kennt. „Es ist immer spannend, und ich finde es toll, dass es solche Projekte gibt.“ Junge, die mit Arrivierten zusammenspielen, was kann’s Besseres geben. „Ich bin ein großer Freund solcher Formate“, meint Wendt. „Es gibt einen Austausch, sie sehen, wie es auf der Bühne funktioniert, und man spielt zusammen“, erzählt er und berichtet von seinen eigenen Erfahrungen. „Ich habe immer sehr davon profitiert, als ich jung war, mit etablierten Künstlern zu spielen.“ Seine Mitmusiker erhalten so die Chance, sich etwas von einem der Besten seines Fachs abzuschauen. „Vielleicht kann ich ihnen noch etwas beibringen“, sagt Wendt und fügt an: „Und ich mir vielleicht etwas von ihnen.“

Was er aber nicht als seine Aufgabe sieht, ist zu lehren. „Es geht vor allen Dingen um den Moment auf der Bühne und darum, gemeinsam zu musizieren“, stellt er klar und erinnert sich gerne daran, wie er sich als junger Pianist die Bühne mit einem der ganz Großen teilte: Chuck Berry. Der habe auch keine Manöverkritik danach gemacht. „Man nimmt aus dem Augenblick eine Menge mit. Das ist der Sinn der Sache“, weiß Wendt, der ein begeisterter Musikmesse-Gänger ist – „aber kein häufiger Besucher, leider“. Es sei eine eigene Welt, die da noch bis Samstag in den Messehallen vorzufinden sei. „Wenn ich Zeit habe, schaue ich mir die Messe in diesem Jahr natürlich an und zwar mit großer Begeisterung.“

Wer Wendt dabei verpasst, der muss nicht traurig sein, denn der Pianist kommt im Herbst wieder in die Mainmetropole. Dann gibt er ein Konzert.

(es)

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