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14.09.2018, Hessen, Frankfurt/Main: ILLUSTRATION - Stimmzettel für die Landtagswahl in Hessen sowie für die Volksabstimmung zu Änderungen und Ergänzungen der Landesverfassung liegen im Frankfurter Wahlamt auf einem Tisch. Rund sechs Wochen vor der hessischen Landtagswahl können besonders eilige Wähler schon vom 17.09.2018 an ihre Stimme abgeben. Ab diesem Tag liegen bei den kommunalen Wahlämtern die Unterlagen für die Briefwahl bereit. (zu dpa "Stimmabgabe zur hessischen Landtagswahl beginnt mit Briefwahl" vom 16.09.2018) Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Landtagswahl 2018

Jonas Pradt und Thomas Kaus treten in den MTK-Wahlkreisen für die AfD an

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Die AfD hat gleich vier Männer aus dem Main-Taunus-Kreis in den Landtagswahlkampf geschickt. Zwei haben gute Aussichten, in den Landtag einzuziehen. Aber die zwei Direktkandidaten für die MTK-Wahlkreise werden leer ausgehen.

Treffen die aktuellen Wahlprognosen ein, wird der Main-Taunus-Kreis gleich doppelt in der künftigen Landtagsfraktion der AfD vertreten sein – mit Heiko Scholz hat ein Kandidat aus Eppstein den 6. Listenplatz inne und damit gute Chancen, demnächst Landtagsabgeordneter zu werden. Dirk Gaw aus Eschborn könnte es mit Listenplatz 11 ebenfalls schaffen. Beide haben keinen eigenen Wahlkreis. Dagegen gehen die beiden Direktkandidaten im Main-Taunus-Kreis leer aus – Thomas Kaus aus Hattersheim (Wahlkreis MTK-West) hat überhaupt keinen Listenplatz bekommen. Jonas Pradt aus Bad Soden (Wahlkreis MTK-Ost) steht auf Platz 21 – die AfD müsste über 20 Prozent der Stimmen bekommen, damit das reicht.

In beiden Fällen kann die Kandidatur damit nur dem Ziel dienen, die politischen Inhalte bekannter zu machen. Das ist durchaus nicht ungewöhnlich. Dabei setzen die beiden Kandidaten der AfD unterschiedliche Schwerpunkte. „Wirtschaft, Landschaftplanung, Naturschutz“ sind für Kaus nach eigenem Bekunden die politischen Schwerpunktthemen, Pradt hat eine längere Liste zu bieten. Wohnungspolitik, Bildung, Energieversorgung, Infrastruktur, Heimat heißen die Stichworte.

Beiden gemeinsam ist, dass sie im Jahr 2013 in die AfD eingetreten sind. Hätte es die AfD nicht gegeben, hätte er damals nicht gewählt, sagt Pradt. Die anderen Parteien seien für ihn unwählbar gewesen. Ein Grund politisch aktiv zu werden, sei auch die Praxis der anderen Parteien gewesen, die AfD in die rechtsextreme Ecke zu stellen. Kaus stellt auf die Frage nach den Beweggründen für den Parteieinritt seine Heimatverbundenheit in den Vordergrund. Der Main-Taunus-Kreis sei seit Generationen die Heimat seiner Familie. Kaus außerdem: „Am wichtigsten ist mir aber unsere politische Agenda.“

Ressourcen schonendes, qualitatives Wirtschaftswachstum rechnet Kaus zu seinen politischen Zielen. „Schutz unserer Natur vor der Energiewende“, heißt es da außerdem – Windräder in der Landschaft sind offenbar seine Sache nicht. Kaus möchte außerdem „eine Landespolitik, die ihre primären Aufgaben wie innere Sicherheit, Schule, Bildung und Justiz auch wahrnimmt.“ Nach seiner Einschätzung lässt die Landesregierung diese Dinge also eher schleifen.

„Bauen mit Verstand statt Steuergelder in den Sand“, das hat sich Pradt auf die Fahnen geschrieben. Da ist in die Wahl der politischen Schwerpunkte der berufliche Hintergrund eingeflossen, Pradt arbeitet in der Baubranche. Aber es sei ihm über das Bauen hinaus ein Anliegen, die Kosten und die Ausgabe von Steuergeldern zu überwachen. Und es gehe ihm dabei auch um die ganz große Perspektive: „Als AfD-Mitglied und Funktionsträger möchte ich dazu beitragen, dass auch zukünftige Generationen ein Leben in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand führen können.“

Er habe eigentlich nie in die Politik gewollt, betont Pradt. Sein Sohn und dessen künftige Geschwister seien der größte Beweggrund, sich zu engagieren. „Zukunftsgestalter statt Problemverwalter“ – noch ein Motto. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass die politische Arbeit Spaß mache, allem Gegenwind zum Trotz. Kaus sieht sich als Mannschaftsspieler, der mit unterschiedlichen Gegebenheiten und personellen Konstellationen gut klar komme. Gelernt hat er nach eigenem Bekunden zwar auch, „wie man Ochsen schlachtet, Suppe daraus kocht, und das auch noch mit Profit.“ Aber als wichtigste Schlüsselqualifikation für ein politisches Mandat sieht er das nicht an.

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