Familienforum-Freizeit

15 Jugendliche bauen ein Baumhaus in sechs Metern Höhe

Jugendliche haben eine Nacht im Wald in sechs Metern luftiger Höhe, unterhalb der Baumkronen, im selbst gebauten Baumhaus in Gnadenthal verbracht.

Im Rahmen des Familienforums, der alljährlichen Familienfreizeit der Jesus-Bruderschaft mit 130 Teilnehmern, errichteten 15 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren in sechs Tagen die 30 Quadratmeter große Plattform. Während die Erwachsenen ihre Veranstaltungen besuchten, nahmen die Jugendlichen am Teenie-Programm teil, das jede Menge Abenteuer zu bieten hatte.

Einen geeigneten Platz hatten die Betreuer in Zusammenarbeit und Abstimmung mit Revierförster und Gemeinde gefunden, Forstmitarbeiter das notwendige Bauholz bereits geschlagen. So konnten die Teenager nach einer Sicherheits- und Knoteneinführung am Nachmittag des ersten Tages hoch hinaus. Ausgestattet mit Helm, Klettergurt und Bandschlingen konnten sie sich selbstständig an und zwischen den Bäumen sichern und so die Plattform Schritt für Schritt aufbauen. Dazu mussten die einige hundert Kilo schweren Stammhölzer in die Höhe gezogen und an den lebenden Bäumen festgeknotet werden. In tagelanger Arbeit entstand so in luftiger Höhe ein fester Rahmen, ohne die stützenden Stämme zu verletzen. Auf diese Grundlage wurden anschließend Bodendielen genagelt und ein Geländer angebracht.

Notwendig dafür war Teamarbeit und viel gegenseitiges Vertrauen: „Keiner macht hier einen Handgriff alleine, alle sind aufeinander angewiesen – sowohl beim kraftvollen Hinaufziehen als auch beim Sichern der Arbeitenden im Klettergurt und beim Kontrollieren der Halteknoten am Bauholz“, sagt Projektleiterin und Erlebnispädagogin Debora Widmann. „Die Jugendlichen lernen hautnah, dass wir unser Ziel nur erreichen, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Sie koordiniert und erklärt gemeinsam mit ihrem sechsköpfigen Team den bis zu 15 Jugendlichen jeden einzelnen Arbeitsschritt. Widmann und ihr Team bauen mit dem Baumhausprojekt auf den Grundsätzen der Natur- und Erlebnispädagogik auf. Diese ist darauf ausgerichtet, soziale Kompetenzen zu fördern und die Wahrnehmung und Verantwortung für sich selbst, gegenüber den Mitmenschen und der Natur in den Blick zu nehmen.

Jeden Tag ist die Plattform weiter angewachsen, die sichtbaren Fortschritte motivierten durchzuhalten – trotz harziger Hände und Muskelkater. Wer nicht so gerne in der Höhe arbeiten wollte, für den gab es auch am Boden einiges zu tun: Seilstücke für Knoten und Geländer mussten zurechtgeschnitten, Material zum Bauplatz getragen und auf die Plattform gezogen werden. Auch die Treppe wurde auf dem Boden vorbereitet, zusammengeknotet und dann in einem Stück in Position gebracht. Am Nachmittag des sechsten Bautages war es dann endlich so weit: Die Sicherungssysteme wurden abgebaut. Seitdem ist es möglich, die 30 Quadratmeter große Plattform in sechs Metern Höhe ohne Klettergurt zu betreten.

Als krönenden Abschluss bezogen 18 Jugendliche und junge Erwachsene für eine Nacht die Wohnfläche unter freiem Himmel. Die spannende Frage war dabei weniger, ob die Plattform hält. „Da waren wir uns sicher, wir haben sie ja selbst gebaut! Spannender war, wen man nachts im stockfinsteren Wald so alles vorbeikommen hört ...“, sagt Benjamin, einer der Baumhausbauer beim Frühstück unter dem Blätterdach am Sonntagmorgen. Die Stimmung ist prächtig – alle wissen, dass sie in dieser Woche weit über sich hinausgewachsen sind.

Aus Sicherheitsgründen darf das Baumhaus nur in den Sommermonaten und nur mit Genehmigung und auf eigene Gefahr betreten werden. Im Herbst wird es abgebaut. Für den kommenden Frühsommer plant das Team ein zehntägiges Baumhauscamp für Jugendliche ab 14 Jahren, bei dem während der Errichtung der Baumhäuser in Zelten übernachtet werden soll.

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