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Annika Keltermann und Melissa Pflaum freuen sich jetzt schon auf einen Sonntagsbrunch, wenn die Küche erst einmal fertig ist.

Eine Menge Arbeit

Jugendliche in Waldernbach renovieren ihren neuen Treffpunkt selbst

Mehr Platz, mehr Licht, eine eigene Küche und die Erlaubnis zur Gartenbenutzung – der neue Treffpunkt für die Waldernbacher Jugend bietet beste Voraussetzungen. Doch ehe die erste Party in der Klingelbachstraße 6 steigen kann, haben die rund 40 Jugendlichen noch eine Menge Arbeit vor sich, die sie zum größten Teil in Eigenleistung erbringen.

Seit Jahresbeginn stand fest, dass der viel und gerne genutzte Jugendraum im Untergeschoss des Pfarrheims aufgegeben werden muss. Das ganze Haus ist inzwischen abgerissen worden. Nach verschiedenen Überlegungen für einen neuen Jugendraum zeichnete sich vor wenigen Wochen eine Ideallösung ab. Die Gemeinde kaufte das leerstehende Haus Klingelbachstraße 6. Im Erdgeschoss dürfen die Jugendlichen nun drei helle Räume plus Bad zu ihrem neuen Domizil ausgestalten. „Wir waren ja zum Glück vorbereitet, als wir uns vor einigen Wochen erstmals hier umschauen durften“, sagt Noah Pastor (21) lachend. „Da ist wirklich eine Menge zu tun, bis es in diesen Räumen wohnlich wird“. Doch von Anfang an waren alle Jugendlichen guten Mutes, mit vereinten Kräften den Herausforderungen gewachsen zu sein. Nun wird in allen Räumen parallel gearbeitet und die Jugendlichen hoffen, bis zur Kirmes Anfang September fertig zu werden.

In der ehemaligen Küche soll wieder eine Kochgelegenheit entstehen, außerdem eine kleine Bar mit Theke, für die es auch schon Eigenbaupläne gibt. „Unseren Kühlschrank aus dem Pfarrheim konnten wir mitnehmen. Jetzt suchen wir eine gebrauchte Küchenzeile“, sagt Annika Keltermann (18), die sich um das Organisieren der Möbel kümmert. Zusammen mit ihrer Freundin Melissa Pflaum (17) hat sie zudem in den letzten Tagen die alten Küchentapeten von den Wänden gekratzt. „Nicht unbedingt ein Ferienvergnügen, das ich immer haben möchte“, lacht die 18-Jährige, „aber wenigstens ein sinnvoller Zeitvertreib. Und mit unserem Ziel vor Augen hat es ja auch irgendwie Spaß gemacht.“ Schon jetzt träumt sie von einem gemütlichen Sonntagsfrühstück mit frischen Brötchen und gebackenen Eiern, sobald die Küche erst einmal fertig ist.

Besonders viel Arbeit steht den Jugendlichen im größten der drei Räume bevor. „Von den Regalen des früheren Schuhgeschäftes sind die Wände total durchlöchert. Deshalb wollen wir rundherum Rigipsplatten aufmontieren“, erklärt Cedric Beck (17). Weil in diesem Raum die Musikanlage stehen soll und hier sicher auch immer mal wieder getanzt wird, wünschen sich die jungen Leute einen strapazierfähigen Bodenbelag. Im dritten Raum soll es eher ruhig zugehen. Geplant sind gemütliche Sitzecken, Spieltische und ein Fernseher.

Annika Keltermann besucht seit rund zwei Jahren fast jedes Wochenende den Jugendraum, in den Ferien sogar noch viel öfter. „Wo sollen wir denn sonst hin, wenn wir Freunde treffen wollen?“ Nach dem angekündigten Aus für das Pfarrheim hätte die ganze Gruppe gehofft, dass es ihnen mit Unterstützung von Sarah Beck vom Mengerskirchener Familienbüro gelinge, neue Räume zu organisieren.

„Als jedoch im April weder von der Kirche noch von der Gemeinde Initiative in unserem Sinne erkennbar war, mussten wir Druck machen“, erinnert sich Noah Pastor. Zusammen mit seinem Co-Sprecher Cedric Beck, beide in der Ausbildung zum Bauzeichner, erarbeite er Vorschläge für einen neuen Jugendraum. Dann organisierten sie eine Präsentation in großer Runde, an der viele Eltern und auch Bürgermeister Thomas Scholz (CDU) teilnahmen. Die Jugendlichen konnten aufzeigen, wie wichtig ihnen ein gemeinsamer Treffpunkt ist und dass es in der Region nur wenige Jugendräume mit einer solch großen und stabilen Menge von regelmäßigen Nutzern gibt. Zwar träumten die jungen Waldernbacher anfangs von einem Neubau oder einer Containerlösung für ihren künftigen Treffpunkt, doch sind sie auch mit der nun gefundenen Lösung überaus zufrieden.

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