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Mit vereinten Kräften wuchten die Burgholzhäuser Kerbeburschen den Baum samt Otto in die Höhe.

Kerb

Die Jungs aus Dillingen nageln am besten

Sportlich begann der Kerbesamstag. In fünf kurzweiligen Spielen kämpften Burgholzhäuser und Dillinger Kerbebursche sowie die Tanzgarde Rodheim um den begehrten Bembel-Cup. Genügend Luft für die abendliche Hüttengaudi im Festzelt blieb aber schon.

Mittlerweile kann man es schon fast als Tradition auf der Burgholzhäuser Zeltkerb bezeichnen: Am Samstag steigt abends die große Hüttengaudi. Ebenso Usus: Wer feiern will, muss sich das erstmal verdienen. Also begann der Kerbesamstag auch dieses Jahr wieder sportlich mit dem „kerbeolympischen Fünfkampf“ um den Bembel-Cup. „Die Kerbespiele sind Pflichtprogramm“, erklärt Max Brill. „Die gehören zur Kerb wie Baumaufstellen und Fassanstich.“

Der 22-Jährige ist das erste Mal als Burgholzhäuser Kerbebursch im Einsatz und gibt den Spielleiter. „Wir haben uns ganz amüsante Spiele einfallen lassen“, sagt er während den letzten Vorbereitungen. Nur: „Ein bisschen mehr Zulauf von den Vereinen wäre schön“, fügt Jörg Olschewski, zweiter Vorsitzender des Kerbevereins, hinzu. „Wir laden alle ein, aber die Zusagen dieses Jahr waren bescheiden.“

Immerhin drei Vereine stellen sich dem Kampf um den Bembel-Cup – neben den Burgholzhäusern treten die Mädels von der Tanzgarde Rodheim (stilecht im Dirndl) und die Dillinger Kerbeburschen an. „Wir machen jedes Jahr mit. Das ist ein gemütlicher Einstieg in den Abend“, erzählt der Dillinger Daniel Meyer. Wenn er sich da mal nicht getäuscht hat, denn jetzt ist Bewegung angesagt. Los geht’s mit dem „Ballon zerdrücken“. „Das ist ganz einfach: Ihr bindet euch einen Luftballon um die Hüfte und euer Partner zerdrückt den mit seinem Körper“, erklärt Spielleiter Brill. Der Zusatz, dass es schlussendlich darum gehe den anderen zu „rammeln“, sorgt selbstredend für Erheiterung im Publikum. Der Spaß ist schnell vorbei, die ersten Ballons platzen in Windeseile.

Länger dauerts beim „Flanky Ball“. Hier wird mit dem Tennisball auf eine leere Dose geworfen. Wer trifft, darf solange an seinem Bier trinken, bis die gegnerische Mannschaft die Dose wieder aufgestellt hat. Gewonnen hat das Team, dessen Biergläser als erste leer sind.

Die Burgholzhäuser Variante, das Spiel mit allen drei Teams gleichzeitig durchzuführen, sorgt für allerhand Kuddelmuddel im Kampf um den Ball. Ausgelassen purzeln die Teilnehmer über den Festplatz, dem ein oder anderen juckts dennoch in den Fingern. „Könnt ihr zwei bitte schneller trinken, wenn wir dran sind“, offenbaren sich erste Risse im Dillinger Team und auch Brill mahnt: „Macht mal ein bisschen Zug.“ Der Burgholzhäuser Andi Rühl lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen: „Das ist Bier und kein Äppler, das muss man genießen.“ Die Gastgeber gewinnen so oder so. Rühl: „Tja, trinken können wir.“ Die Entscheidung fällt beim „Nageln“. Im Kampf um den Bembel-Cup schicken die Dillinger ihren besten Mann ins Rennen. „Wichtig ist, dass das Ding wieder aufn Berg kommt. Der Meyer ist dreifacher Nagelkönig bei uns“, frohlockt Alexander Schösser. Gesagt, getan. Mit zwei beherzten Schlägen hämmert der Oberkerbebursch den Nagel ins Holz.

Während die Dillinger ihren Triumph begießen, füllt sich das Festzelt so langsam. Dass hier gleich die große Wiesn-Sause startet, hat sich herumgesprochen, die meisten kommen in Dirndl oder Lederhose. Schon bald ist das Zelt gerammelt voll, die rund 500 Besucher lassen es sich bei Weißwürsten und Leberkäse gut gehen. Als die Würzburger Oktoberfest-Band „Die jungen Aalbachtaler“ zu spielen beginnt, ist die Stimmung bereits blendend. Bei zünftiger Musik und poppigen Schlagern tanzen und schunkeln die Feierwütigen bis in die Nacht. Die Musiker beweisen enorme Standfestigkeit und spielen durch. Einzig für den Dirndlwettbewerb räumen sie mal kurz die Bühne. Zehn Damen bewerben sich um den Titel der Burgholzhäuser Dirndlkönigin. Den lautesten Jubel heimst Louisa Gruner von der Tanzgarde Rodheim ein. Per Akklamation wird sie zur Siegerin gekürt und bekommt Krone, Zepter und Scherpe überreicht. Zufriedene Gesichter gibt es auch beim Kerbeverein. „Wir hatten zweimal super Stimmung in einem vollen Zelt“, sagt der Vorsitzende Jens Vögtle.

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