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Tim Frühling probiert einen rosafarbenen Anzug an. Beim ?Loveball? zugunsten der Aids-Hilfe will er allerdings nicht zu schrill auftreten. ?Da sollen andere glänzen?, sagt der Moderator.

Stadtgeflüster

Der Kampf gegen Aids ist Tim Frühling ein Anliegen

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Was er zu dieser Gelegenheit anziehen möchte, das weiß Moderator Tim Frühling heute noch nicht.

Was er zu dieser Gelegenheit anziehen möchte, das weiß Moderator Tim Frühling heute noch nicht. Schließlich dauert es noch ziemlich genau zwei Monate, bis der „Loveball“ steigt. Aber wie er sich kleiden möchte, das kann er schon sagen. „Ich glaube, da kommen viele andere Leute schrill hin und ich bin vom Style her nicht wirklich der schrille Typ. Da sollen lieber andere glänzen“, gibt er sich kryptisch. „Ich kann noch nicht einschätzen, wie elegant es wird.“

Aber Tim Frühling sagt auch, dass es eine Veranstaltung sei, für die die Gäste viel Geld ausgeben und etliches geboten bekommen – Ambiente, Essen, Musik. „Da gehört es sich, dass der Moderator die Gediegenheit, die der Preis impliziert, widerspiegelt“, sagt Tim Frühling. „Mit der Frankfurter Aids-Hilfe, die den Ball mitorganisiert und zu deren Gunsten er auch stattfindet, bin ich schon lange verbandelt“, sagt der 43-Jährige, der auch den „Lauf für mehr Zeit“, ebenfalls zugunsten der Aids-Hilfe Frankfurt, moderiert.

„Da stehe ich immer mit Christian Setzepfandt von der Aids-Hilfe auf der Bühne“, sagt Frühling, der die Moderation der Veranstaltung von hr-Moderatoren Holger Weinert und Mathias Münch „geerbt“ hat. „Danach habe ich es nicht mehr hergegeben. Es macht mir einfach viel zu viel Spaß.“

Außerdem sei die Aids-Hilfe in Frankfurt ein „unheimlich sympathischer“ Verein, der gute Arbeit leiste. „Ich kenne sie inzwischen sehr gut“, sagt Frühling. Der ist nicht nur Moderator, sondern auch Schriftsteller und arbeitet zurzeit am Buch mit dem Titel „111 Orte in Mittelhessen, die man gesehen haben muss“. Im kommenden Jahr erscheint zudem sein vierter Krimi.

Doch zurück zum Ball der Liebe. Weil er die Arbeit der Aids-Hilfe so gut findet, „war es für mich gar keine Frage, dass ich den ,Loveball‘ moderiere“, sagt Tim Frühling. Im vergangenen Jahr führte Marco Schreyl durch die Veranstaltung. „Doch der konnte in diesem Jahr nicht“, sagt Frühling, der im vergangenen Jahr hausintern von hr3 zu hr1 gewechselt ist. „Beim Ball Bands anzusagen, die super gut in unser hr1-Programm passen würden – was gibt es Tolleres?“, fragt Frühling rhetorisch. Am 2. Oktober, dem Tag des „Loveballs“, der im Palmengarten Gesellschaftshaus über die Bühne geht, stehen die Ikonen der 80er Jahre „ABC“ und die dänische Sängerin Aura Dione auf der Bühne. „ABC“ sind übrigens die, die 1980 mal mit ihrem Hit „The Look of Love“ durch die Decke gingen. „80er Jahre und etwas Aktuelles, das ist das, was wir bei hr1 auch spielen.“

Die 32-jährige Dione, die mit bürgerlichem Namen Maria Louise Joensen heißt, und mal mit Janus Friis , dem Gründer des Internet-Telefondienstes „Skype“ verlobt war, wird ihre Hits wie „I will love you Monday“ und „Geronimo“ spielen. „Ich habe sie mal bei hr3 erlebt und kann sagen, dass sie sehr, sehr nett ist“, sagt Frühling, der sich auch auf „ABC“ freut. „Ihr Ziel war es, perfekte Popmusik zu machen. Das finde ich erfrischend ehrlich.“

Aber bei allem Glamour und Spaß: Aids bleibt eine ernste Erkrankung. So sieht es auch Frühling. „Diese Krankheit schreitet immer weiter fort. Auch wenn es in Deutschland nicht der Fall ist. In Osteuropa ist es schlimm. Dadurch ist die Gefahr immer noch da“, sagt er. Vor 15 oder 20 Jahren seien die „Regeln“, um sich nicht anzustecken, in der Gesellschaft sehr präsent gewesen. Heute sei das anders. „Da findet eine Verharmlosung der Krankheit statt, die der Sache überhaupt nicht guttut“, mahnt Frühling. „Man muss immer wieder sehr deutlich darauf aufmerksam machen, was es bedeutet, daran zu erkranken. Ich finde, der Kampf gegen Aids muss auf jeden Fall weitergeführt werden.“ Dazu seien Veranstaltungen wie der „Loveball“ sehr gut geeignet. „Aids darf auf keinen Fall in Vergessenheit geraten.“

(es)

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