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Riccardo Simonetti in Glitzer-Jacke.

Kampf gegen Zucker und Rollenbilder

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Bis Sonntag noch dominiert das Buch die Stadt. Doch bereits am ersten Tag lockte die Buchmesse einige Tausend Besucher auf das Gelände.

Bis Sonntag noch dominiert das Buch die Stadt. Doch bereits am ersten Tag lockte die Buchmesse einige Tausend Besucher auf das Gelände.

Ein Highlight ist Riccardo Simonetti . Gerade mal zarte 25 Jahre alt, präsentiert er sein Buch „Mein Recht zu funkeln“ und erscheint – passend – mit einer glitzernden Pailletten-Jacke zu Pressekonferenz. Simonetti, der italienische Wurzeln hat, ist Blogger, Moderator, Model, Schauspieler und Kolumnist. Sein Buch sei keine Biografie, sondern eher ein Abbild der Zeit. „Ich kämpfe dafür, herkömmlichen Rollenbilder aufzulösen“, schildert er die Intention hinter seinem Buch. „Ich möchte vielen Menschen das Gefühl geben, weniger allein zu sein“, so Simonetti, der sich gegen Schubladendenken wehrt – in der Gesellschaft wie in der Mode – und deshalb nur Kleiderstangen hat.

Für ihn ist es das erste Buch. Moderatorin Anastasia Zampounidis stellte gestern nach „Für immer zuckerfrei – Schlank, gesund und glücklich ohne das süße Gift“ ihr zweites vor: „Für immer zuckerfrei – Meine Glücksrezepte“. „Ich wollte kein Kochbuch schreiben“, erzählt sie. Aber weil sie im ersten Buch schon Rezepte veröffentlicht hatte und immer wieder gefragt wurde, ob sie noch mehr habe, krempelte sie die Ärmel hoch und schrieb. In diesem Jahr wird die Frau, die dem Zucker den Kampf angesagt hat, 50, und hat einen Wunsch: Sie möchte in Thessaloniki ein Haus kaufen. Nachdem sich „Zuckerfrei“ so gut verkaufte, dürfte das kein Problem sein.

„39,90“, Frédéric Beigbeders erstes Buch, erschien schon vor 18 Jahren und machte ihn weltbekannt. Mit ihm kämpfte er dafür, die Welt zu verändern. „Das habe ich nicht geschafft. Sie ist schlimmer denn je.“ Gestern stellte er sein neuestes Werk „Endlos leben“ vor. „Ich kommen mir vor wie ein Staubsaugervertreter“, sagt der Autor, der auf Lesereise ist, und gestern die neue Altstadt besichtigte. „Aber ich habe Glück, mein Publikum ist meist jung und weiblich.“ Wenn er die unzähligen Bücher bei der Messe sehe, werde er ganz melancholisch. „Meins ist hier nur eins von vielen.“

(es)

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