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Siegfried Schlott, seit 2016 ?Schutzmann vor Ort? für den Hochtaunuskreis, geht nächstes Jahr in den Ruhestand. Hauptkommissarin Katja Jokiel-Gondek ist seine Nachfolgerin.

Sicherheit

Katja Jokiel-Gondek kümmert sich als neue „Schutzfrau vor Ort“

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Sich sicher fühlen – das ist oft eine subjektive Sache. Eine Person in Uniform kann da Wunder wirken. Als Ansprechpartnerin der Polizei kommt einer Hauptkommissarin aus dem Hochtaunuskreis dabei zupass, dass sie kein Problem hat, auf Streithähne zuzugehen.

Sie sei der eher extrovertierte Typ, berichtet Katja Jokiel-Gondek. Schaut ihrem Gegenüber direkt in die Augen und lacht. Das komme ihr bei ihrer neuen Tätigkeit entgegen. Die 48 Jahre alte Polizeihauptkommissarin (PHK) ist die neue „Schutzfrau vor Ort“ der Polizei im Hochtaunuskreis. Zuvor war dies ein „Schutzmann“ – seit 2014 Peter Hoffmann, seit 2016 Siegfried Schlott (58) –, doch in heutigen Zeiten wurde mit den Gegebenheiten dieser altmodische Begriff einfach in die weibliche Form umgewandelt.

Das „vor Ort“ ist wörtlich zu nehmen. Fußgängerzone und Wohngebiete sind Jokiel-Gondeks Arbeitsplatz. Sie ist auf den Straßen der zwölf Hochtaunus-Kommunen unterwegs – mit Ausnahme von Bad Homburg. Die Kreisstadt ist eine von vier Modellstädte des Landesprojekts Kompass; hier schaut „Schutzmann vor Ort“ Michael Krietsch (59) nach dem Rechten.

Doch in den übrigen Kommunen rund um den Feldberg mit ihren 65 Stadtteilen und Ortschaften hat die „Schutzfrau vor Ort“ genug zu tun. Zunächst ist sie einfach präsent, bewegt sich da, wo viele Leute sind – etwa auf Wochenmärkten. Man kann und soll sie ansprechen. „Das passiert auch häufig“, erzählt sie. „Es ist ja einfacher, wenn die Hürde wegfällt, dass man erst auf die Polizeistation gehen muss.“

Die 48-Jährige ist schon seit einigen Wochen gemeinsam mit PHK Siegfried Schloss unterwegs, der nächstes Jahr in den Ruhestand geht. Auch er hat erlebt, dass die Bürger „sichtlich froh“ sind, einen „Polizisten zum Anfassen“ zu haben. „Da entwickeln sich oft fruchtbare Gespräche“, so Schlott.

Gespräche, die den Bürgern das Gefühl geben, sie und ihre Ängste oder Bedenken werden ernstgenommen, zuweilen wird direkt Abhilfe geschaffen. Das entstehende Vertrauensverhältnis komme wiederum der polizeilichen Arbeit zugute. Die erhöhte Polizeipräsenz soll aber auch „Tatgelegenheiten“ verringern, denn Kriminelle dürften Uniformierte meiden.

Und was sind das für Dinge, mit denen Bürger auf die „Schutzleute vor Ort“ zukommen? „Oft banale“, sagt Jokiel-Gondek, „aber es belastet die Bürger.“ Das kann der Dreck sein, der auf einem Spielplatz rumliegt; der Nachbar, der nachts sein Auto laufenlässt, oder sonstige Nachbarschaftsstreitigkeiten.

„Oft ist es gar nichts Verbotenes, aber weil sich die Beteiligten ärgern, sind die Fronten verhärtet“, berichtet die 48-Jährige. Für eine Unbeteiligte, die auch noch in Uniform und weißem Hemd auftritt, ist es ein Leichtes zu vermitteln. Wie neulich, als sie wegen eines Parkplatzstreits angesprochen wurde.

Kurzerhand klingelte Jokiel-Gondek beim Widersacher – und konnte die Angelegenheit klären. „Das ist auch Prävention – denn wenn es so weitergegangen wäre, hätten die Leute sich vielleicht irgendwann bedroht.“ Auch harmlosere Dinge nehmen die „Schutzleute“ ernst und sagen den Bürgern, an wen diese sich wenden können. Man muss jedoch nicht warten, bis man sie zufällig auf der Straße trifft: Jokiel-Gondek wird in den diversen Rathäusern auch eine Sprechstunde anbieten, zu der man sich vorher anmeldet. In der Polizeistation Usingen hat sie dauerhaft einen Schreibtisch.

Die Weilroderin ist bereits seit 1991 bei der Polizeidirektion Hochtaunus. Sie war in allen vier Polizeistationen tätig, weshalb sie sich im Taunus bestens auskennt. Von 1997 bis 2000 absolvierte sie ein Studium des gehobenen Dienstes der hessischen Polizei. Anschließen verstärkte sie die Ermittlungsgruppe in Bad Homburg. 2002 wechselte sie nach Usingen und war seit 2004 Dienstgruppenleiterin erst in Oberursel, dann in Königstein. Die 48-Jährige lebt in Weilrod. Sie liebt Reiten – hat auch eigene Pferde – und spielt in ihrer Freizeit Theater.

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