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Bei Stefan Schmidt durften die Ferienkinder mit dem Stethoskop dem Herzschlag lauschen.

Ferienspiele

Kinder schnuppern in die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes hinein

Wie wird ein Verband richtig angelegt? Was ist wichtig, wenn der Notruf gewählt wird? Wie sieht es in einem Rettungswagen aus? All diesen Fragen spürten 40 Mädchen und Jungen bei den Ferienspielen beim DRK Frickhofen nach.

Zum ersten Mal beteiligte sich das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Frickhofen am Ferienspiele-Programm der Jugendpflege Dornburg. Und die Vorsitzende Michaela Brockmann war erstaunt über das große Interesse der Mädchen und Jungen. 40 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren versammelten sich im Vereinsgebäude, um Einblicke in die Arbeit des DRK zu erhalten. In einer kleinen Übung durften sie am Ende zeigen, was sie alles an diesem Tag gelernt hatten.

Was ist wichtig, wenn ein Notruf abgesetzt wird? Gemeinsam erarbeiteten die Helfer vom DRK mit den Kindern die fünf „Ws“, die wichtig sind bei einem Notruf. Schnell kamen die Mädchen und Jungen darauf, dass es wichtig ist, wo etwas passiert ist und was. Ein wenig länger brauchten sie bei der Frage, wie viele Personen verletzt seien und welche Verletzung sie haben. Das fünfte „W“ machte die meisten Probleme, denn es bedeutet erstmal nur Warten, was die Kinder damit verbanden, am Ort des Geschehens zu warten. Es dauerte eine Weile, ihnen verständlich zu machen, dass damit gemeint ist, dass Telefonat nicht direkt zu beenden, sondern auf Rückfragen zu warten.

„Das sieht ja voll ekelhaft aus“, war an einem Tisch in der Halle zu hören. Interessiert, aber etwas skeptisch schauten die Kinder Markus Müller zu, der verschiedene Verletzungen schminkte. Dies heiße „RUD – Realistische Unfalldarstellung“ und die sei dafür da, dass sich Ersthelfer mit Wunden vertraut machen können und nicht erschrecken, wenn sie zum ersten Mal eine Wunde sehen. Manchen Kindern war dies suspekt und sie beobachteten nur, während andere sich gerne eine Wunde auf den Arm oder an die Hand modellieren ließen.

So gestaltete Müller Schürfwunden, Prellungen oder auch Schnittwunden. Ganz fasziniert waren die Kleinen dabei und beobachteten genau, welche Schritte er dabei machte. Und so erklärte Müller, dass er für das innere einer Wunde helles Rot nimmt, weil dieses noch sauerstoffreiches Blut symbolisiert, während die Ränder der Wunde in einem dunklen Rot gestaltet werden, da dieses sauerstoffarmes, getrocknetes Blut symbolisiert.

Bei der dritten Gruppe ging es darum, einen Verband richtig anzulegen. David Schneider erklärte den Mädchen und Jungen, wie verschiedene Wunden oder Verletzungen versorgt werden. Das geht los bei kleinen Schnitten, wo ein Pflaster ausreicht, bis hin zu größeren Wunden, wo es ratsam ist, einen Verband anzulegen. Nachdem er demonstriert hatte, wie ein Verband angelegt wird, durften sich die Kinder auch selbst „verarzten“. Schneider gab dazu Tipps, damit der Verband richtig liegt: „Ihr könnt ruhig etwas fester binden, damit der Verband auch sitzt.“

Stefan Schmidt zeigt den Ferienkindern einen Rettungswagen von innen. Da es sehr heiß ist, besprach er mit ihnen Tipps, was bei der Hitze zu beachten ist und wie auch sie bereits reagieren können, wenn sie merken, dass es jemanden nicht gut geht. „Wenn jemand über Übelkeit klagt, dann bringt ihn in den Schatten und gibt ihm etwas Kühles zu trinken“, so Schmidt, „aber nur langsam und nicht zu abrupt; der Körper braucht seine Zeit, um abzukühlen.“ Fasziniert waren die Kinder, als sie mit dem Stethoskop den Herzschlag von Stefan Schmidt hören durften.

Zum Abschluss gab es eine

Übung in der Halle

von Dornburg Reisen. Dafür bedankte sich Michaela Brockmann, denn im Freien wäre diese Übung bei der Hitze nicht möglich gewesen. Es wurde ein Fahrradsturz simuliert, mit diversen Schürfwunden und Verletzungen. „Die Übung war klasse“, so Brockmann, „die Kinder konnten bereits nach kurzer Zeit ihr erlerntes Wissen anwenden und zeigen.“ Den Tag ließen alle gemütlich beim gemeinsamen Grillen ausklingen.

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