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Pfarrerin Ina Petermann arbeitet seit einem Jahr in der evangelischen Kirchengemeinde Oberhöchstadt.

60-jähriges Bestehen

Kirche in Oberhöchststadt sucht einen neuen Namen

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Seit 60 Jahren gibt es die Evangelische Kirchengemeinde Oberhöchstadt. Versteht sich von selbst, dass das Jubiläum gebührend gefeiert wird. Und auch die Pfarrerin blickt auf ein besonderes, wenn auch kleines Ereignis.

Es ist ein Jubiläum, das vor einigen Jahrzehnten zumindest in dieser Dimension nicht denkbar war. Schließlich waren die meisten Einwohner Oberhöchstadts bis 1945 katholisch. Das änderte sich schlagartig, als durch den Zuzug neuer Bürger die Zahl der Evangelischen bis 1957 auf 1000 Menschen anwuchs. Dazu gesellten sich etliche Bewohner des Altenheims Hohenwald und der nebenan gelegenen Flüchtlingsunterkunft.

Es gibt aber noch etwas, was seinerzeit nicht an ein feierliches Ereignis wie heute denken ließ: Zunächst gab es nämlich gar keine Evangelische Kirchengemeinde Oberhöchstadt. Die evangelischen Christen des Kronberger Stadtteils gehörten zunächst zur Kirchengemeinde St. Johann. Das änderte sich, als am 1. Oktober 1958 die selbständige Evangelische Kirchengemeinde Oberhöchstadt gegründet wurde; das neu gebaute Gemeindehaus mit Kirchraum in der Albert-Schweitzer-Straße wurde dann 1962 eingeweiht.

Aber die Oberhöchstädter Protestanten haben dieses Jahr noch einen zweiten Grund zum Feiern. Pfarrerin Ina Petermann ist nämlich seit einem Jahr im Amt. „Für mich ist das Jubiläum die Chance, zu zeigen, dass hier jetzt eine Pfarrerin ist“, sagt Petermann, die 2017 aus Büdingen kam, um die Pfarrstelle zu übernehmen. Ihr Fazit nach den ersten 365 Tagen: „Es bewegt sich etwas in der Gemeinde, aber es ist noch Zeit nötig, und die Gemeindeglieder sind noch etwas zurückhaltend. Aber wir haben jetzt zum ersten Mal eine Konfirmandengruppe und versuchen, neben dem Kindergottesdienst andere Angebote für Kinder- und Jugendliche zu machen.“

Ein weiterer Beitrag zum Gemeindeaufbau ist für sie die attraktivere Gestaltung des Kirchraums. Als Neuerung wird die Gemeinde beim Festgottesdienst ein neues Gestell für das Taufbecken präsentieren, das der Holzkünstler Marc Zimmerhackl gestaltet hat. Weitere Verschönerungen wie neue Paramente wurden ebenfalls bereits angedacht. Wünschenswert fände Ina Petermann auch ein zusätzliches künstlerisches Objekt als Blickfang im sehr schlicht gehaltenen Kirchraum. Anlässlich des Jubiläums hat der Kirchenvorstand zudem einen Aufruf gestartet, um einen neuen Namen für die Gemeinde zu finden. Jeder darf seine Vorschläge einreichen, die dann im Rahmen der 60-Jahr-Feier ausgewertet werden. Denn als einzige Kirchengemeinde in Kronberg trägt die Oberhöchstädter Gemeinde nur den Ortsnamen und ist nicht wie sonst üblich nach einem Evangelisten, einer biblischen Person oder einer Gestalt aus der Kirchengeschichte oder dem Heiligenkalender benannt.

Nach dem Auftakt mit einem „Atempausegottesdienst“ am 2. September folgt am kommenden Sonntag der Festgottesdienst, der musikalisch vom „Jubilate-Chor“ der Gemeinde und dem Bläser-Ensemble „Schönberg Brass“gestaltet wird. Beim anschließenden Gemeindefest wird es neben einem Erzählcafé eine Aufführung des Kindermusicals „Kunterbunt“ geben.

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