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Sandra Schmidt steht vor dem Eingang der Awo Kita an der Elisabethenstraße.

Elisabethenstraße

Kita klagt über dreckigen Gehweg

Mütter schlagen Alarm: Vor der Kita der Awo in der Elisabethenstraße lagern morgens Obdachlose, der Gehweg ist übersät mit Dreck und Glasscherben.

Wenn die Kita der Awo in der Elisabethenstraße morgens um 7.30 Uhr ihre Türen öffnet, sieht der Eingang passabel aus. Aber nur, weil das Mitarbeiter-Team vorher den Gehweg saubergemacht hat. „Wir müssen fast jeden Morgen Urin, menschliche Exkremente und anderen üblen Dreck entfernen“, sagt Kita-Leiterin Sandra Schmidt. Weil die Mitarbeiter der Kita inzwischen völlig entnervt sind und ihnen langsam die Ideen ausgehen, sprachen die Mütter und die Kita-Leiterin vor kurzem beim Ortsbeirat 5 (Sachsenhausen, Niederrad, Oberrad) vor.

„Täglich schicken wir Obdachlose weg, die vor unserer Tür schlafen. Wir mussten schon über die schlafenden und offenbar betrunkenen Leute drübersteigen, um ins Haus zu kommen, weil sie sich weigerten, aufzustehen“, erzählte Sandra Schmidt dort. Sie bat den Ortsbeirat um Hilfe. „Es kann so nicht weitergehen“, sagt Schmidt. Ein Kind habe sich bereits an den Glasscherben verletzt, als es vor der Tür hingefallen sei. Es habe im Krankenhaus behandelt werden müssen.

„Die Kinder sind ja unter drei Jahre alt, sie sehen das Elend noch nicht. Aber wir wollen sie trotzdem nicht einem solchen Anblick aussetzen“, ergänzt Judy, eine Mutter.

Auch die Geschäftsleute zwei Häuser weiter beklagen sich: „Vor unserer Eingangstür lagern immer mehr zwielichtige Leute“, sagt etwa die Inhaberin des Lotto-Geschäfts in der Hausnummer 14.

Richtig sauer über die Zustände vor ihrer Haustür sind auch Anwohner aus der Elisabethenstraße. „Schlafen ist mittlerweile Luxus. Nachts herrscht vor der Tür nur Krach, Betrunkene zerdeppern ihre Flaschen und grölen herum“, sagt Evelyn Lauro, die neben der Kita wohnt. „Die Hunde aus dem Haus haben sich schon oft an den Glassplittern wehgetan und geblutet.“

Und noch etwas stört sie: Die Einfahrt zum Hinterhof sei oft zugeparkt. „Die Fahrer stellen einfach ihr Auto ab und sind dann stundenlang im Wettbüro, in der Kneipe oder beim Döner essen. Wenn man reingeht und fragt, wem das Auto gehört, reagiert niemand.“ Vor Kurzem habe eine Mutter, die ihr Kind zum Arzt fahren wollte, nicht ausparken können. „Die Zustände sind wirklich gravierend, es ist eine Katastrophe.“

In den vergangenen zwei Jahren, sagt Lauro, sei es schlimmer geworden mit der Rücksichtslosigkeit. „Und auch mit dem Dreck auf dem Gehweg.“ Ein Problem seien vor allem Glasscherben, die niemand wegräume. Auf dem Spielplatz am Affentorplatz etwa könne kein Kind mehr spielen, weil die Gefahr, sich zu verletzen, zu groß geworden sei.

Und die Baustelle, die seit Monaten die Elisabethenstraße blockiere, mache es nicht besser: Seitdem sehe man keine Kehrfahrzeuge mehr in der Straße. „Der neue Bürgersteig sieht schon aus, als wäre er Jahre alt“ sagt Lauro.

Die Polizei Sachsenhausen kennt das Problem der verschmutzten Gehwege im Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen. Dem Ordnungsamt liegt wegen der Obdachlosen aber nur eine Meldung aus dem Mai dieses Jahres vor. „Eine Person wurde des Platzes verwiesen“, heißt es auf Anfrage. Der Ortsbeirat nahm die Beschwerden auf und versprach Unterstützung. „Wir werden einen Antrag dazu für die nächste Sitzung verfassen und hoffen, auf diesem Weg etwas bei der Stadt zu erreichen“, sagt Thomas Murawski von der SPD-Fraktion.

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