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Eine nette Umarmung ist immer drin beim Posieren: Die Filmemacherin Sigrid Klausmann-Sittler und der Schauspieler Walter Sittler im Steigenberger Frankfurter Hof.

Stadtgeflüster

Die mit 199 kleinen Helden drehen

Was brennt Kindern, ob reich oder arm, krank oder gesund, unter den Nägeln? Diese Frage stellen die Filmemacherin Sigrid Klausmann-Sittler

Was brennt Kindern, ob reich oder arm, krank oder gesund, unter den Nägeln? Diese Frage stellen die Filmemacherin Sigrid Klausmann-Sittler und Schauspieler Walter Sittler (65) in den Mittelpunkt ihrer gemeinsamen Doku-Serie „199 kleine Helden“. Beim Autorengespräch im Luxushotel Steigenberger Frankfurter Hof erzählte das Ehepaar über die Dreharbeiten, auch einige Filmausschnitte wurden gezeigt. „Entstanden ist ein Mosaik unserer Erde.

Das Serienprojekt, aus dem bereits ein Kinofilm entstanden ist, begleitet Kinder auf ihrem Schulweg. Sie erzählen über ihre Welt und über das, was ihnen wichtig ist. So sagt beispielsweise ein Junge aus dem Irak, dass er Polizist werden möchte, und mithelfen will, dass sein Land Frieden und Sicherheit habe“, griff Walter Sittler ein Beispiel heraus.

Der Stuttgarter Schauspieler, den man aus unzähligen Fernsehrollen kennt, ist Produzent und ursprünglicher Ideengeber des globalen Projekts. Was diese starken Kinder vereint, brachte das Ehepaar vor großem Frankfurter Publikum auf den Punkt: „Alle wollen ihre Zukunft mitgestalten.“ Bislang wurden 37 charismatische Helden aus 34 Ländern filmisch porträtiert, am Ende sollen es 199 Kinder sein.

Zuletzt reiste Sigrid Klausmann-Sittler nach Guatemala, um dort in einem entlegenen Dorf den 13-jährigen Diego zu treffen: „Sein Vater starb vor einem Jahr. Die Mutter bereut, nie zur Schule gegangen zu sein, weshalb sie ihren Sohn dahingehend unterstützt. Er will nun Lehrer werden.“

Das Ehepaar war mit dem Zug nach Frankfurt gereist, spätabends ging es wieder nach Hause. Ohnehin halten die beiden wenig von Starrummel und Extrawürsten. „Im Zug tue ich meist so, als ob ich lese. Werde ich erkannt, ist es eigentlich immer freundlicher Art“, so Walter Sittler. Letzteres dürfte nicht nur am sympathischen Auftreten des 1,94-Meter-Hünen liegen, sondern auch seiner Rollenauswahl geschuldet sein – in der Vergangenheit spielte er fast nie den Fiesling oder Gauner. Nicht anders ist es bei seinen nächsten Produktionen, unter anderem stehe eine „dramatisch-romantische Komödie“ an, bei der es um eine Frau zwischen zwei Männern geht. „Kein Fjord, nicht Cornwall, der Film spielt in Deutschland“, pariert der Mime locker die Frage nach dem Schmalzfaktor.

In Frankfurt hat er schon mehrmals gedreht, ein Streifen hieß „Der Millionär und die Stripperin“, die deutsche Antwort auf den US-Kinoerfolg „Pretty Woman“. Die Stadt nimmt der Mime nach wie vor als „Durchlauferhitzer“ wahr, ein schnelles Kommen und Gehen der Menschen – wer die Stadt verlasse, nehme viele Impulse mit. Bald 20 Jahre ist dieser Rotlichtdreh her, damals waren die Haare des Schauspielers noch nicht ergraut und der Hype um die TV-Serien „Nikola“ und „Girl Friends“ mit Spielpartnerin Mariele Millowitsch groß. Sittler und die Kölnerin galten lange als das TV-Traumpaar, in der Realität verbindet die beiden eine lange Freundschaft.

Einen neuen Auftritt hat das beliebte Schauspielergespann bereits im Blick. Im Januar lesen sie in Düsseldorf aus Elke Heidenreichs und Bernd Schroeders Ehe-Roman „Alte Liebe“. Das dürfte ein Fest für jene werden, die das Duo lieben – mal schroff und kratzbürstig, mal zärtlich und versöhnlich.

(fai)

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