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Blick vom Sprungturm des Riedbades.

Umbau nicht vor 2021

Kneipp lässt grüßen oder Riedbad wird Gesundheitsbad

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Statt schnell zu sanieren will die Stadt in Ruhe prüfen, was am Riedbad erneuert werden muss. Danach soll – zum Teil gemeinsam mit den Bergen-Enkheimern – ein neues Konzept für ein Gesundheitsbad entstehen. Aber auch Sportler und Schüler sollen weiterhin hier ihren Platz finden.

Gerne hätte der Ortsbeirat Bergen-Enkheim es gesehen, wenn die anstehende Sanierung des Riedbades vorgezogen worden wäre. Dann könnten die Arbeiten, so die Hoffnung, bereits zur kommenden Freibadsaison abgeschlossen werden. Daraus wird nichts, erklärte der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt, Frank Müller, jetzt in der Sitzung des Stadtteilparlaments. Zum einen seien die Arbeiten so umfangreich, dass das Freibad wohl einen Sommer lang geschlossen bleiben müsse. Zum anderen wolle die Stadt in Ruhe die Neuplanung vorbereiten. Frühestens 2021, so Müller, werde wohl gebaut.

So lange werde die alte Technik noch halten, sagte Müller. Im Frühjahr konnte das Freibad erst Ende Juli eröffnen, viel später als andere Bäder. Eine Zuleitung zum Außenbecken hatte unter der Schwimmhalle Risse und musste neu verlegt werden (wir berichteten). „Das war Glück im Unglück. Hätten wir die Rohre nicht komplett mit Kameras untersucht, hätten wir das neue Leck nicht entdeckt und vielleicht durch auslaufendes Wasser große Schäden am Fundament des Hallenbads bekommen.“

Wie genau das Außengelände gestaltet wird, möchte Müller in Ruhe erarbeiten. „Zunächst untersuchen wir alles. Damit wir nicht etwas bauen und dann merken, dass umfangreichere Arbeiten nötig werden.“ Dann erstellten die Bäderbetriebe eine Machbarkeitsstudie. „Wir planen mehrere Varianten und diskutieren die Vor- und Nachteile.“ Auch mit Ortsbeirat und Bürgern.

Im neuen Bäderkonzept solle jedes Frankfurter Bad einen eigenen Charakter bekommen, sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU) in der Sitzung. „So wollen wir die Attraktivität erhöhen.“ Beim Riedbad sei dies die Gesundheitsförderung, in Verbindung mit der kostenlos zugänglichen Kneipp-Anlage. Dort gebe es auch ein Kinder-Kneipp-Becken, sagte Müller. „Frankfurts Kitas können sich auch nach Kneipp zertifizieren lassen.“

Weil viele Teile der Außenanlagen wie die Umkleiden aus den 1970er Jahren stammten und marode seien, solle das Konzept überdacht werden, sagte Müller. Eine Idee sei es, ein Naturschwimmbecken mit der gleichen Wasserfläche wie heute zu bauen. „Ohne Chlor, ohne Wasseraufbereitung.“ Wer ein solches Bad erlebe, sei meist begeistert, so wie er selbst. Möglich sei auch eine Erweiterung des Sauna-Außengeländes. „Immer mehr nachgefragt werden etwa Textilsaunen, weil einige nicht nackt schwitzen wollen.“

Eine andere Überlegung sehe vor, neben dem 50-Meter-Sportbecken ein separates Übungsbecken für Schüler zu bauen. Auch der Sprungturm sei ein Alleinstellungsmerkmal des Riedbads und bleibe erhalten. Natürlich werde bei einer so umfangreichen Planung auch geschaut, ob man nicht das neue Becken neben das alte bauen könne, um keine Freiluftsaison zu verpassen, sagt Müller. Wahrscheinlich sei das aber nicht. Auf jeden Fall werde überlegt, die Anordnung von Becken, Umkleiden und anderen Gebäuden zu ändern. Etwa um vom Fitnessraum einen Blick ins Grüne zu ermöglichen. Oder um die Situation der Gastronomie zu verbessern. Eine Besucherin der Ortsbeiratssitzung hatte angemahnt, „nur Pommes und Bratwurst“ reiche nicht, Bäder in Nachbargemeinden böten gastronomisch mehr, hätten etwa auch vegetarische Angebote. Einen guten Pächter für die Gastronomie zu finden, sei aber nicht einfach, sagt Müller.

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