+
Elke Diefenhardt, Geschäftsführerin des Kobelt Zoos, sucht nach dem Eigentümer der kleinen Heidschnucke mit Hörnern (vorne), die vor Kkurzem auf der Straße Alt-Schwanheim von der Polizei und Mitgliedern des kleinen Tiergartens eingefangen wurde.

200 Tiere

Der Kobelt Zoo beendet die Saison

  • schließen

Nach Abschluss der Saison gibt es in den kommenden Monaten für die aktiven Mitglieder des Kobelt Zoos allerhand zu tun. Neben der täglichen Versorgung der rund 200 Tiere, wird das Gehege der Esel erweitert und die Aras bekommen eine neue Voliere.

Es ist ein zierliches, kleines Schaf, das vor Kurzem neu in den Kobelt Zoo kam. Das Tier ist daran zu erkennen, dass es in der Gruppe als einziges Hörner hat. „Es ist ein weibliches Tier, eine Heidschnuckenart. Vor knapp zwei Wochen lief es morgens um vier Uhr auf der Straße Alt-Schwanheim umher. Wir wissen nicht, woher es kommt“, erzählt Elke Diefenhardt, Geschäftsführerin des Kobelt Zoos.

Entdeckt wurde das kleine Schaf von Polizeibeamten. „Die dachten, es sei eines unserer Tiere und verständigten uns daraufhin“, erzählt sie. Als sie jedoch hörte, dass es sich um ein einzelnes Schaf handelt, habe sie sofort gewusst, dass es keines der Zootiere sein könne. „Schafe sind Herdentiere und würden ihre Gruppe nie allein verlassen.“

Das namenlose Tier ist noch scheu, die anderen Schafe, allesamt weibliche Tiere, habe es aber schon gut in die Gruppe integriert und beschützen es. „Eine Woche lang war es bei uns in Quarantäne und wurde von der Tierärztin untersucht, bevor es zur Gruppe kam. Das Tier ist gesund und gut genährt“, beschreibt Diefenhardt den Zustand.

„Dass es einem Schäfer abgehauen ist, glaube ich auch nicht, denn das Fell des Schafes wurde nicht geschoren“, sagt sie weiter. Dies sei ein Indiz dafür, dass das Tier nicht zu einer Herde eines Schäfers gehöre. Sie habe eher die Vermutung, dass es aus einer Gruppe entwendet wurde. „Konkrete Hinweise auf den Eigentümer gibt es bisher nicht. Auch bei der Polizei ist nichts eingegangen.“

Auf dem Gelände des kleinen Tiergartens am Schwanheimer Wald sind an diesem Sonntagnachmittag viele Besucher unterwegs, vor allem Familien mit kleinen Kindern nutzen die Gelegenheit, den kleinen Tiergarten mit seinen rund 200 Bewohnern noch einmal zu besuchen, bevor dieser die Saison beendet. „Mit der Saison sind wir zufrieden. Auch wenn die Sommerhitze in diesem Jahr gerade viele ältere Menschen von einem Besuch im Kobelt Zoo abgehalten hat“, sagt Diefenhardt. Wie viele in den vergangenen Monaten durch den kleinen Tiergarten flaniert sind, kann die Geschäftsführerin nicht beziffern. Der Eintritt in den Kobelt Zoo ist nämlich kostenlos. Wer möchte, kann am Eingang etwas in die Spendenbox werfen.

Nicht nur die Besucher genießen den sonnigen Tag, auch die Tiere lassen sich von den noch wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen. Wie der Esel Merlin, der sich auf dem Rücken liegend hin- und herwälzt und sich entspannt. Das Gehege der Esel wird in den kommenden Monaten fit für die Saison 2019 gemacht. „Es gibt neue Hütten für die Esel und das Gelände wird ein wenig erweitert“, erklärt Diefenhardt die Pläne. Ein Absperrband zeigt bereits an, um welche Fläche sich das Gehege vergrößert.

Ein noch viel größeres Projekt, für das der Trägerverein des Kobelt Zoos, die Gesellschaft Prof. Dr. Wilhelm Kobelt, noch auf Spenden angewiesen ist, ist die Überholung der Papageien-Voliere. Rund 30 Jahre alt ist die Vogelunterkunft bereits. „Das Holz ist mittlerweile morsch und muss dringend erneuert werden“, beschreibt Diefenhardt die Situation. Deswegen werde diese derzeit auch nicht von den Papageien bewohnt.

„Neben dem Holz soll auch ein neuer Maschendraht verwendet werden, denn wir planen, dass künftig die Graupapageien und die Aras gemeinsam in der Voliere leben“, sagt Diefenhardt. Der aktuelle Maschendraht sei nicht stark genug und könne von den Aras mit dem Schnabel kaputt gemacht werden.

Die Projektkosten für diese Erneuerung beziffert die Geschäftsführerin des Kobelt Zoos mit rund 10 000 Euro. „Die Hälfte der Summe haben wir bereits zusammen“, sagt sie. Um die Realisierung zu ermöglichen, ist der 1916 gegründete Verein auf Spenden angewiesen.

Und noch ein Projekt soll bei der Vorbereitung auf die kommende Saison, die am 1. Mai 2019 startet, umgesetzt werden. Das Gebäude, das Teil des derzeitigen Ara-Geheges ist, soll zu einem sterilen Raum umgestaltet werden, in dem die Tierärztin künftig die Zoobewohner untersucht.

Mehr über den Verein gibt es unter im Internet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare