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Polizeibeamte mit Schnauzbart flößen mehr Respekt ein! Heute klingt das absurd. Aber es gab eine Zeit, als Schnauzbärte Männlichkeit und Kraft symbolisierten – und auch deshalb in Mode waren.

Polizeibeamte mit Schnauzbart flößen mehr Respekt ein! Heute klingt das absurd. Aber es gab eine Zeit, als Schnauzbärte Männlichkeit und Kraft symbolisierten – und auch deshalb in Mode waren. Jetzt also sind Bodycams schwer in Mode, weil sie neu sind und das subjektive Sicherheitsempfinden derer erhöhen, die sie tragen. Neuerdings sind das auch die Mitarbeiter der DB Sicherheit am Frankfurter Hauptbahnhof, sie folgen ihren Kollegen in anderen Großstädten.

Da wie hier preisen die Verantwortlichen die Wirkung der kleinen Kameras in den höchsten Tönen. Da wie hier ist das vorerst bloße Behauptung. Denn ob die Bodycams aggressive Unruhestifter jeglicher Art tatsächlich abschrecken, muss sich erst noch als Regelfall erweisen. Genauso unklar ist, ob die Videos wirklich verwertbares Beweismaterial liefern. Bislang gibt es nur eine umfangreiche Studie – aus der Schweiz. Dort hat man unter anderem festgestellt, dass sich mehr Polizeibeamte in den ersten Tagen mit Bodycam sicherer fühlten als später nach wochenlangen Erfahrungen. Die Kameras zeigten keine messbar starke Wirkung.

Aber bitte: Wenn sich ein DB-Sicherheitsmitarbeiter mit Bodycam besser fühlt und in einem Konflikt entsprechend ruhig und überlegt auftritt, ist das auch für die Gegenseite nützlich. Ruhig und überlegt: Darin liegt nun die höhere Verantwortung. Kritiker der Körperkamera fürchten ja vielfältigen Missbrauch: im Auftreten, im Datenschutz. Ihnen muss schlüssig dargelegt werden, dass sie sich irren. Kurzum: Das kleine Auge muss gut im großen Auge behalten werden.

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