Kreis gibt Geld

Kommunen fördern 63 neue bezahlbare Wohnungen

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Der Landkreis Limburg-Weilburg treibt den Bau von Wohnungen voran, die für die Mieter bezahlbar sind. Bis 2020 fließen für diesen Zweck knapp fünf Millionen Euro. In diesem Jahr fördern fünf Kommunen 63 Wohnungen.

Die Kreistagsmitglieder dürften mit Stolz geschwellter Brust durch Hessen reisen, sagte Landrat Manfred Michel (CDU) bei der Übergabe der ersten Förderbescheide für den Bau preisgünstiger Wohnungen an fünf Kommunen. Er selbst war freilich ebenfalls mächtig stolz: Der Landkreis Limburg-Weilburg sei bei einem wichtigen Projekt für die Bevölkerung „wieder einmal Vorreiter und beispielgebend in Hessen“, erklärte Michel.

Das gilt für das Programm, mit dem der Kreis preisgünstigen Wohnungsbau zusätzlich finanziell unterstützt. Von 2017 bis 2020 erhalten die Kommunen jeweils 1,2 Millionen Euro. Das Geld für das vergangene Jahr ist jetzt verteilt worden – an Hadamar, Selters, Mengerskirchen, Löhnberg und Limburg. Bad Camberg, neben Limburg Schwerpunkt der geplanten Maßnahmen, hatte für 2017 noch keine Mittel beantragt.

Die Lobeshymne Michels galt neben der guten Idee vor allem dem Tempo, mit der sie umgesetzt wurde. Das Gutachten zum Bestand preisgünstiger Wohnungen war vor einem Jahr vorgestellt worden, bereits im Oktober 2017 entschied der Kreistag. „Das soll uns erst mal einer nachmachen“, betonte der Landrat.

Der Kreis will damit dem im Gutachten ermittelten Fehlbedarf an bezahlbarem Wohnraum kurzfristig und unbürokratisch entgegenwirken. Bis 2030 fehlen nach Angaben der Experten insgesamt rund 1500 Wohnungen.

Der Bestand hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Bezeichnend dafür ist die Situation bei den sogenannten Sozialwohnungen. 1987 gab es im Landkreis noch knapp 2800, im Jahr 2016 nur noch rund 750. Dies entspricht einer Quote von 0,9 Prozent der Wohnungen.

Der Kreistag hat ein Modell entwickelt, bei dem die Städte und Gemeinden selbst oder mit einem Investor im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages geeignete Grundstücke zur Verfügung stellen und im Gegenzug Belegungsrechte für die Immobilie erhalten. In diesen Fällen darf die Nettokaltmiete 6,20 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. Ohne bereitgestelltes Grundstück liegt die Nettokaltmiete bei maximal 7,20 Euro pro Quadratmeter, und für seniorengerechte Wohnungen liegt die Grenze bei 8,50 Euro. Die Förderung beträgt 300 Euro pro Quadratmeter, maximal 24 000 Euro pro Wohneinheit. Außerdem gibt es Zuschüsse für die Sanierung von Objekten, wenn dadurch zusätzlicher und besserer Wohnraum entsteht.

(hei)

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