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Und so sieht die Gaststube im Bürgerhaus aus: 60 Personen können hier essen. Viele Astheimer und Treburer nutzen die Gelegenheit.

Eröffnung

Gaststätte: Der Neuanfang nach dem Feuer für Familie Jukic

Ein Jahr lang war das Restaurant im Bürgerhaus geschlossen. Ein Brand hatte die Räume verwüstet. Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten stellten die Geduld von Familie Jukic auf die Probe. Im Juni war dann die lange ersehnte Eröffnung.

Astheim - In der Bürgerhaus-Gaststätte läuft wieder alles rund: Die Gäste kommen zahlreich, in der Küche kocht, brutzelt und dampft es wie noch vor einem Jahr. Pächter Ivica Jukic ist sehr zufrieden. Am 14. Juni hatten er und seine Familie ihr Lokal im Astheimer Bürgerhaus wieder eröffnet. Auch Bürgermeister Jochen Engel (Freie Wähler) schaute an dem Abend vorbei und zeigte sich beeindruckt von der neuen Einrichtung: "Ich finde das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen."

Nichts erinnert mehr an den verheerenden Brand vor einem Jahr in der Küche der Gaststätte, der auch die angrenzenden Räume verwüstete. Dass Familie Jukic so lange auf eine Wiedereröffnung warten musste, hätte sie nicht gedacht. Erst hieß es im Dezember, rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen. Dann kündigte Ivica Jukic an, er werde zur Osterzeit im April die Türen der Gaststätte öffnen - wieder musste der Termin verschoben werden.

Mobile Küche

Ein Lichtblick: In Absprache mit der Gemeinde konnte sich der Pächter als Übergangslösung Mitte April eine mobile Küche mieten, die er vor dem Restaurant abstellte. Tische und Stühle hatte er bereits für seine Gäste auf der Terrasse und im Biergarten aufgestellt.

Engel bedauert, dass es nach dem Brand im Bürgerhaus immer wieder zu Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten gekommen war. "Noch vor zwei Tagen stand auch der Eröffnungstermin im Juni auf der Kippe", so der Bürgermeister. Die beim Brand verschmutzten Küchengeräte seien zur Generalüberholung eingeschickt worden, wurden aber teilweise funktionslos wieder zurückgebracht. Die Mitarbeiter des Bauamtes, der Hausmeister und zwei kurzfristig beauftragte örtliche Firmen hätten 48 Stunden vor der Eröffnung Vollgas gegeben. "Zeitweise waren acht Handwerker gleichzeitig in der Küche am Arbeiten. Auch das Gesundheitsamt war kooperativ und hat kurzfristig die Freigabe erteilt", lobt Engel das Engagement. Nun läuft das Geschäft wieder. Nach einem Jahr habe die Familie ihre Routine in der Gastronomie nicht vergessen, so Jukic. Im hinteren Teil des Raums hat der Pächter eine Theke eingerichtet. Im vorderen Teil stehen Tische und Stühle für rund 60 Personen, sagt Jukic und zeigt auf die mit roten Läufern bedeckten Tische, silberne Kerzenleuchter schmücken jeden von ihnen. Salz- und Pfefferstreuer stehen bereit. Die Einrichtung sei ähnlich wie früher. Jukic müsse nur noch ein paar Bilder an die Wand hängen, dann sei der Gastraum fertig eingerichtet.

Tisch reservieren

Am Vormittag haben nur wenige Gäste Platz genommen. Ein Mann kommt herein und möchte für den nächsten Tag schon einmal einen Tisch reservieren, denn nicht immer finde Laufkundschaft sofort einen freien Platz. "Unser Mittagstisch ist sehr gut besucht. Die meisten Kunden kommen aus Astheim und Trebur, wenige aus der Region", sagt Jukic.

Während er bedient, kocht seine Frau Katica kroatische und internationale Gerichte; 107 verschiedene Speisen stehen in der Karte. Die Küchengeräte aus Edelstahl seien immer noch die selben; sie hätten den Brand gut überstanden. "Wir haben sie reinigen lassen, jetzt funktioniert wieder alles." Alles? Nein, die Spülmaschine streikt. Aber das hält Familie Jukic nicht von der Arbeit ab. "Schließlich sind wir schon seit 20 Jahren in der Gastronomie tätig", sagt Ivica Jukic stolz. Das neu eingerichtete Restaurant fühle sich aber doch wie ein Neuanfang an.

von Dorothea Ittmann

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