Flüchtlingsunterkunft

Bald sind die Betten nicht mehr leer

Die Flüchtlingsunterkunft in Groß-Gerau nimmt ihren Betrieb auf. Bis zu 400 Menschen können dort untergebracht werden.

Die in der Groß-Gerauer Peter-Traiser-Straße im Gewerbegebiet Helvetia-Park entstandene Flüchtlingsunterkunft wird nicht als Notaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen, sondern als Gemeinschaftsunterkunft des Kreises Groß-Gerau genutzt werden. Das teilten Landrat Thomas Will (SPD) und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Grüne) nach einer Sitzung des Verwaltungsstabs Asyl im Landratsamt mit. Das bedeutet, dass dort ab sofort Flüchtlinge untergebracht werden, die bei der wöchentlichen Zuweisung in den Kreis kommen. Sie sollen in den neu errichteten Hallen solange bleiben, bis in den Städten und Gemeinden Plätze in kleineren Einrichtungen oder Wohnungen zur Verfügung stehen.

„Wir gewinnen dadurch Zeit bei der Suche nach Wohnraum“, erklärten Will und Astheimer. Ziel des Kreises sei es weiterhin, die Menschen möglichst schnell in einem regulären Wohnumfeld unterzubringen: „Wir wollen Integration von Anfang an.“ Die neue Nutzung der Einrichtung sei mit der Stadt Groß-Gerau abgesprochen. Sie sei möglich geworden, weil im Land mittlerweile genügend Notaufnahmeplätze zur Verfügung stünden und derzeit keine zusätzlichen Kapazitäten erforderlich seien.

Die Einrichtung wird im Auftrag des Kreises von der Firma Saxonia aus Leipzig betrieben. Ursprünglich als reines Catering-Unternehmen tätig, verfüge man dort mittlerweile über große Erfahrung und die notwendige Sensibilität im Betrieb solcher Unterkünfte. Saxonia sei auch für den Sicherheitsdienst und die dortige Erste-Hilfe-Station zuständig. In Groß-Gerau gebe es mehrsprachiges Personal, auch für eine sozialpädagogische Betreuung sei gesorgt. Obwohl die Einrichtung für die Unterbringung von bis zu 500 Personen in Acht-Bett-Zimmern ausgelegt ist, wird mit einer Höchstbelegung von bis zu 400 Menschen gerechnet. So soll bei der Belegung zum Beispiel Rücksicht auf familiäre Strukturen und Herkunftsländer genommen werden.

„Wir wollen die Menschen auch in einer solch großen Einrichtung menschenwürdig unterbringen“, betonten Landrat und Erster Kreisbeigeordneter. „Dafür gibt es in Groß-Gerau nun gute Voraussetzungen.“ Geplant sei auch, in der Einrichtung Sprachkurse anzubieten.

Beide wiesen darauf hin, dass die im September 2015 in Biebesheim eröffnete Erstaufnahmeeinrichtung des Landes spätestens Ende März geschlossen werde. Dort würden derzeit keine Neuankömmlinge mehr aufgenommen. fnp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare