Handel und Wohnen unter einem Dach: Der Planungsentwurf für das neue Quartier im Wingertspfad stammt aus der Feder des Architekturbüros SKAI. Grafik: Procom/Skai
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Handel und Wohnen unter einem Dach: Der Planungsentwurf für das neue Quartier im Wingertspfad stammt aus der Feder des Architekturbüros SKAI. Grafik: Procom/Skai

Gewerbe

Auflagen begleiten Bau des Nahversorgers

Ausschuss stimmt für öffentliche Auslage des Planentwurfs

Das Projekt "Nahversorger Wingertspfad" nimmt weiter Fahrt auf. Der Ausschuss für Kultur, Umwelt Bauen und Soziales hat am Dienstagabend einstimmig für die öffentliche Auslage des Bebauungsplans gestimmt. Zuvor hatten Projektentwickler Adem Aslan von der Procom Invest GmbH & Co. KG und David Kafitz vom Planungsbüro Firu mbH den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort gestanden.

Auf dem rund 6100 Quadratmeter großen Grundstück an der Darmstädter Straße/Ecke Hans-Dorr-Allee will Tegut auf einer Verkaufsfläche von rund 1300 Quadratmetern einen Nahversorgungsmarkt mit Vollsortiment eröffnen. Der Vertrag ist bereits unterschrieben. Das Konzept der Procom GmbH vereint dabei Einkaufen und Wohnen, denn über dem Supermarkt sollen 16 Wohnungen entstehen, ein Teil davon barrierefrei. Die Mietwohnungen in dem dreigeschossigen Neubau umfassen zwei bis drei Zimmer und werden mit Terrassen oder Balkonen ausgestattet.

Fairer Wettbewerb ist sichergestellt

Kafitz unterrichtete die Ausschussmitglieder vor allem über die Ergebnisse aus den Fachgutachten, die eingeholt wurden. Demnach könne der Nahversorger als zulässig gewertet werden, da es durch den Bau "nicht zu einem ruinösen Wettbewerb" anderer Supermärkte komme.

Das den Natur- und Artenschutz betreffende Gutachten habe ebenfalls keine "Verbotstatbestände" feststellen können. Allerdings legte es fest, dass die Eingriffe in den Boden ausgeglichen werden müssen. Dazu wurden Ökopunkte vergeben, die den Umfang der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bestimmen. Bodo Schneider-Schrimpf (GALB) wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob es eine Alternative zu den Ökopunkten gibt. Da es in Bischofsheim jedoch keine verfügbaren Ausgleichsflächen gebe, habe man sich für das Ökokonto entschieden, entgegnete Kafitz.

Mit Bedauern musste Schneider-Schrimpf zudem zur Kenntnis nehmen, dass bei dem Projekt keine erneuerbaren Energien vorgesehen sind. Auch dass die Anwohner Regenwasser im Haushalt - wie zum Beispiel für die Toilettenspülung - nutzen können, sei nicht vorgesehen. Dafür werde man jedoch den Baumbestand übernehmen, wo es möglich ist.

Des Weiteren wurde geprüft, wie viel Verkehr von dem Vorhaben ausgehen wird. Dabei habe man vor allem in den Spitzenzeiten morgens und abends auf das Verkehrsaufkommen am Knotenpunkt Darmstädter Straße/Hans-Door-Allee geschaut und eine "gute Verkehrsqualität in der Gegend" festgestellt, so Kafitz. Diese wurde auf einer alphabetischen Skala mit B und F bewertet, wobei A die Bestnote ist und alles, was nach F kommt, nicht mehr zulässig ist. Allerdings habe auch hier der Gutachter Maßnahmen festgelegt, die einzuhalten sind. Dazu zählt unter anderem, dass die Anlieferung nur tagsüber zwischen 6 und 22 Uhr erfolgen darf.

Sozial geförderte Wohnungen

Ebenso seien keine Schallschutzmaßnahmen notwendig, die aus dem künftigen Verkehr resultieren. Eine Messung in der Nachbarschaft habe ergeben, dass die Zunahme unter einem dB (A) liegt, womit der Schallpegel angegeben wird. Zulässig sei eine Zunahme von 3 dB (A). Eine Frage ließ der Bericht von Kafitz jedoch unbeantwortet. "Gibt es geförderte Wohnung?" Das wollten Wolfgang Bleith (GALB) und Kerstin Geis (SPD) wissen. Auch das sei vorgesehen, entgegnete Kafitz.

Mit dem Bau soll spätestens im ersten Quartal 2022 begonnen werden. Voraussichtlich 15 Monate später sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein, so dass Nahversorger und Wohnungen im zweiten Quartal 2023 ihrer Bestimmung übergeben werden können. Damit der Termin tatsächlich gehalten werden kann, habe man zeitliche Puffer in die Planung eingearbeitet. Johanna Thaben

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