Mode

Bekleidungsgeschäft Heidacker feiert 70-jähriges Bestehen

Während sich viele Familienunternehmen im Preiskampf mit den großen Bekleidungsketten geschlagen geben müssen und schließen, zeigt ein Bekleidungsgeschäft, dass es auch anders geht. Mode Heidacker in Bischofsheim feiert am 22. September sein 70-jähriges Bestehen mit einer großen Party.

Ein großer, heller Verkaufsraum liegt unweit des Rathauses von Bischofsheim in der Schulstraße. Hierin befindet sich seit 1959 das Bekleidungsgeschäft Mode Heidacker. Elf Jahre zuvor, also vor genau 70 Jahren, haben die Eltern von Annegret Kunert, Anton und Karoline Heidacker, ihr Modegeschäft in der Eleonorenstraße eröffnet. Dort blieben sie aber nur ein Jahr. „Im Jahr meiner Geburt ist das Geschäft in die Schulstraße 12 umgezogen“, erzählt Annegret Kunert, die Mode Heidacker heute zusammen mit ihrer Tochter Anne Kunert betreibt.

Sie sei quasi in dem Modeladen ihrer Eltern groß geworden. „Ich bin dort schon als Baby herumgekrabbelt“, erinnert sich die Inhaberin lachend. Dann greift sie einen Ordner. Langsam zieht Annegret Kunert eine 69 Jahre alte Dorfzeitung aus Bischofsheim hervor. Stolz deutet sie auf eine Anzeige. „Das war 1949 zur Eröffnung des ersten Ladens hier in der Schulstraße“, sagt Kunert. Bewusst habe sie den Beruf ihrer Eltern ab 1959 mitbekommen. Dann habe ihr Vater das Haus in der Schulstraße 8 gebaut, in dem sich der Laden heute befindet. Vierzig Jahre später, 1998, sei das Gebäude und auch das Ladengeschäft zu seiner heutigen Größe erweitert worden.

Trotz des elterlichen Betriebs hat Annegret Kunert ihr Lehre zur Textilkauffrau in einem Unternehmen in Frankfurt absolviert. „Das war eine schöne Zeit. Ich bin auch heute immer noch gerne in Frankfurt unterwegs und gehe die Zeil entlang, wo ich einmal gearbeitet habe“, erzählt die Geschäftsfrau. Nach der Lehre sei sie dann im Familienunternehmen eingestiegen und war seitdem vor allem für den Ein- und Verkauf zuständig.

Auf die Frage, was im Bereich der Mode besonders prägend für sie gewesen sei, lacht Annegret Kunert ob der lustigen Erinnerung. „Natürlich haben wir immer versucht, mit der Zeit und der Mode zu gehen. Ich erinnere mich an das Ende der 60er und den Anfang der 70er Jahre, als der Minirock auf den Markt kam. Meine Freundin und ich waren damals die ersten, die mit einem Minirock über die Bischofsheimer Kerb gelaufen sind. Der Rock war am Anfang noch nicht mal so kurz, sondern endete etwa eine Handbreit über dem Knie. Trotzdem haben sich am nächsten Tag vor allem ältere Leute bei meinen Eltern beschwert.“ Später seien die Röcke noch kürzer geworden. „Da war das manchmal nur noch ein breiterer Gürtel“, lacht Kunert. Weitere Mode-Highlights in den vergangenen 70 Jahren seien auch die Schock-Farben und die Schlaghosen gewesen, meint die Ladeninhaberin.

Natürlich habe es Mode Heidacker in den vergangenen 70 Jahren auch nicht immer leicht gehabt: „Das familiär betriebene Gewerbe stirbt aus. In den kleineren Gemeinden ist das vor allem ein Problem. Dann gibt es den Preiskampf mit den großen Ketten und seit einigen Jahren den Internethandel.“ Letzteres sei vor allem ein Thema in Bezug auf die jüngere Kundschaft. „Viele haben keine Zeit oder Lust mehr, in einem Laden einkaufen zu gehen und ziehen das Surfen im Netz dem persönlichen Einkaufserlebnis mit Beratung vor“, sagt Annegret Heidacker traurig. Man müsse sehen, was dieser Trend mit der Zukunft von Mode Heidacker in Bischofsheim mache. „Ich hoffe jedoch, dass wir weiterhin Kunden haben, die uns die Treue halten und kleine Läden unterstützen,“ meint Heidacker dann wieder etwas fröhlicher. Dazu veranstalte das Modegeschäft einen Jubiläumsverkauf, bei dem Kunden zwischen dem 17. und 29. September 15 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment bekämen.

Sie freue sich sehr auf den 22. September, sagt Annegret Heidacker dann. „An dem Tag feiern wir ab 14.30 Uhr unsere große Jubiläumsparty mit Modenschau, Fingerfood, Prosecco und Geburtstagstorte. Wir laden alle Menschen herzlich dazu ein.“

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