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Die Gemeinde hofft durch den zeitigen Beschluss des Bedarfs- und Entwicklungsplans auf Fördergeld vom Land für die Feuerwehr.

Ehrenamt

Bischofsheim gründet Feuerwehr-Kommission

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Eine Kommission aus Gemeindevertretern will sich verstärkt dem Thema Feuerwehr widmen. Es gibt auch mehr Geld.

Es eilte mit dem Beschluss des Bedarfs- und Entwicklungsplans für den Brandschutz in Bischofsheim. Im Plan werden Gefahrenbereiche erfasst und Investitionsvorhaben benannt. „Wir müssen ihn noch im August beschließen, sonst erhalten wir kein Fördergeld vom Land“, mahnte Bürgermeister Ingo Kalweit (CDU) mit Blick auf die geplante Anschaffung eines Einsatzleitwagens. Für das Förderungsjahr 2019 muss der beschlossene Entwicklungsplan spätestens Anfang September beim Kreis vorliegen. Den beschlossen nun alle Gemeindevertreter einstimmig.

Doch damit ist das Sorgenkind Feuerwehr noch nicht abgehandelt. Die BFW-Fraktion hatte zwei Anträge eingebracht, in denen sie zum einen den Gemeindevorstand beauftragt, die vertraglichen Vereinbarungen über die Nutzung des Schlauchturms vorzulegen und Wege zu prüfen, wie die Einsatzabteilung den Turm wieder betreten und benutzen kann, nachdem der Mieter ihnen den Zutritt verboten hatte. Außerdem sollen 5000 Euro in den Haushalt 2019 eingestellt werden, mit denen die Gemeinde Werbung für die Feuerwehr finanzieren soll.

Zum anderen soll die ehrenamtliche Tätigkeit der Einsatzkräfte, insofern sie von 6 bis 18 Uhr zur Verfügung stehen, mit einer Zulage von 250 Euro pro Monat honoriert werden. Ob eine Zulage oder eine Einmalzahlung möglich ist, gelte es erst noch zu prüfen. Darüber hinaus soll die Gemeinde die Kosten für die Ausbildung übernehmen. „Durch den Brandbrief der Feuerwehr wurde deutlich, dass sie Unterstützung bei der Anwerbung von aktiven Mitgliedern benötigt“, begründet die BFW-Fraktion ihre Anträge.

Gemeindebrandinspektor Peter Eckert schlug vor, beide Anträge zur Beratung in die Kommission „Feuerwehr“ zu geben, dem stimmten die Gemeindevertreter zu. Die Kommission konstituierte sich am Dienstagabend. Neben Bürgermeister Kalweit gehören die beiden Beigeordneten Ulrich Zimmermann und Marion Schorr der Kommission an. Die vier Gemeindevertreter Wolfgang Bleith (Galb), Christian Weinerth (SPD), Jörg Knoch (BFW) und Simon Kanz (CDU) sowie zwei sachkundige Bürger, namentlich Gemeindebrandinspektor Peter Eckert und sein Stellvertreter Felix Bayer, wurden ebenfalls als Mitglieder benannt.

Eine weitere Wahl stand an. Nachdem die letzte Abstimmung über die Erwachsenenschöffen vor der Sommerpause ungültig war, bestimmten die Gemeindevertreter dieses Mal in einer offenen Abstimmung die Laienrichter. Bis auf einen Bewerber wurden die elf Schöffen auf der Vorschlagsliste einstimmig für die Amtszeit 2019 bis 2023 von den Gemeindevertretern gewählt.

Gemeindewald zu unterhalten, ist nicht besonders ertragreich. Das bestätigte erneut Klaus Velbecker, Bereichsleiter Produktion beim Forstamt Groß-Gerau, als er in der jüngsten Sitzungsrunde den Waldwirtschaftsplan für das kommende Jahr erläuterte. „Die Witterung hat uns böse mitgespielt“, sagte er. „Es sieht jetzt schon aus wie im Oktober, die Bäume werfen das Laub ab.“ Velbecker vermutet, dass aufgrund der langen Trockenperiode in den nächsten zwei Jahren mehr Bäume als gewöhnlich absterben werden. Der Wassermangel mache sich bei älteren Bäumen erst über Jahre bemerkbar. Hinzu komme, dass in diesem Jahr der Borkenkäfer verstärkt in den Fichtenwäldern Hessens sein Unwesen treibe. Bischofsheim sei aber nicht betroffen, da nur wenige Fichten und Douglasien den Baumbestand ausmachten, beruhigt der Bereichsleiter. Doch ob Trockenholz, Käferholz, Windwurf – der Markt sei übersättigt und die Preise dementsprechend niedrig. „Deshalb schlägt Hessen-Forst zurzeit keine Bäume frisch“, denn man wolle das Holz nicht unter Wert verkaufen, so Velbecker. Dem stimmten die Gemeindevertreter zu.

Weil sich der Markt in den kommenden Monaten wohl nur sehr langsam erholen wird, sehen die Prognosen für das Jahr 2019 nur einen Überschuss von 1 774 Euro vor, rechnet man einen Ertrag von 53 630 Euro und Aufwendungen von 51 876 Euro gegen. Der Waldwirtschaftsplan 2019 wurde einstimmig beschlossen.

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