Schrebergarten, Kleingartensiedlung
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Einige Schrebergärten in Bischofsheim sind nicht durch einen Bebauungsplan abgesichert. (Symbolbild)

Bischofsheim

Schrebergärten nur geduldet: Im schlimmsten Fall rollt der Bagger an

In Bischofsheim werden Schrebergärten lediglich geduldet, eine rechtliche Absicherung fehlt. Die SPD setzt jetzt vor allem den CDU-Bürgermeister unter Druck.

  • Einige Schrebergärten in Bischofsheim sind nur geduldet.
  • Sie sind rechtlich nicht durch einen Bebauungsplan abgesichert.
  • Im schlimmsten Fall müssen die betroffenen Schrebergärten einplaniert werden.

Bischofsheim – Der eigene Schrebergarten, die eigene Scholle - das bedeutet für nicht wenige, ein Refugium zu haben, auf das sie auf keinen Fall verzichten wollen. Auch in Bischofsheim gibt es zahlreiche Schrebergärten, die allerdings nicht zu einem Verein gehören, die die Nutzer dennoch hegen und pflegen - und das zum Teil seit vielen Jahrzehnten.

Das Problem jedoch ist, dass nicht wenige Gärten, nämlich im Bereich des Friedhofs und im Mainvorland, rechtlich nicht durch einen entsprechenden Bebauungsplan abgesichert sind. Seitens der Unteren Naturschutzbehörde sind sie, besonders was die Hütten, Unterstände und Gartenhäuser angeht, lediglich nur geduldet. Und diese „Galgenfrist“ läuft im kommenden Jahr ab. Sollte die Verwaltung beziehungsweise Gemeindevertretung für diese Gärten nicht bald das Verfahren auf den Weg bringen, an dessen Ende ein gültiger Bebauungsplan steht, droht im schlimmsten Fall das Einplanieren durch einen Bagger.

Bischofsheim: SPD macht bei Schrebergärten Druck auf Bürgermeister

Für die Bischofsheimer Sozialdemokraten ist dies eine nicht akzeptable Sachlage. Bei einem Termin an Ort und Stelle erörterte die SPD das Thema. Gekommen waren nicht nur Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Grüne) und Horst Pawellek von der Unteren Naturschutzbehörde, sondern auch gut 25 Bürger, deren Gärten betroffen sind. Kreisbeigeordneter Astheimer und Fachgebietsleiter Pawellek betonten dabei, dass der Ball bei der Kommune beziehungsweise Gemeindevertretung liege. Ein sogenannter Aufstellungsbeschluss sei der erste notwendige Schritt Richtung Bebauungsplan, um die Gärten letztlich zu legalisieren.

Haben ein offenes Ohr für die Kleingärtner: SPD-Vorsitzende Kerstin Geis und SPD-Gemeindevorstand Wolfgang Schneider sowie Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (von rechts) bei einem Ortstermin.

Besonders Kerstin Geis, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD in Bischofsheim, übte heftige Kritik an Bürgermeister Ingo Kalweit (CDU). Er kümmere sich nicht ausreichend um die Angelegenheit, so der Vorwurf. Ebenfalls dabei war Wolfgang Schneider, der für die SPD im Gemeindevorstand sitzt. Da dieses Gremium sozusagen hinter verschlossenen Türen tagt und die Mitglieder zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, konnte er nicht detailliert aus dem Nähkästchen plaudern. Die Angelegenheit sei im Gemeindevorstand diskutiert worden, deutete er jedoch an. "Es hat auch Beschlüsse gegeben. Allerdings hapert es wohl an der Umsetzung", lautete Schneiders Aussage. Er übte indirekt Kritik an dem Bürgermeister. "Das Bauamt ist schon seit längerem völlig überfordert."

Bischofsheim: Gemeinde hat bei Legalisierung von Schrebergärten Hilfe angeboten

Wie Vorsitzende Geis weiter berichtete, habe die SPD in der Gemeindevertretung bereits Ende Juni eine umfangreiche Anfrage zu dem Thema gestellt. Eine Antwort stehe noch aus. Für eine eigene Stellungnahme war Bürgermeister Kalweit am Wochenende nicht erreichbar. Doch bereits Anfang Juli hatte er diese damals schon erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. „Gemeindevorstand und Verwaltung arbeiten seit längerer Zeit an dem Thema“, so seine damalige Aussage.

Den betroffenen Kleingärtnern sei bei der Legalisierung Hilfe angeboten worden. „Wer sich bei uns gemeldet hat, wurde schriftlich zu einer Erklärung aufgefordert, ob er sich an den Kosten für die erforderlichen Bebauungspläne beteiligen würde.“ Diese Erklärungen würden gerade gesammelt. Planungsbüros seien um Angebote gebeten worden, sodass die Kosten exakt beziffert werden können. Sobald beides abgeschlossen sei, werde der Beschlussentwurf rechtzeitig in die Gremien eingebracht. (Von Ralph Keim)

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