Flüchtlingshilfe

Ein buntes Fest im Zeichen der Musik

Mit einem bunten Fest rund um das Thema Musik beging die Flüchtlingshilfe Bischofsheim am Samstag die letzte von insgesamt 16 Veranstaltungen und Angeboten, die mit Hilfe des Förderprogramms „500 Land Initiativen“ verwirklicht wurden. Nun wollen die Verantwortlichen weitere Gelder akquirieren.

Sowohl im Hof der Georg-Mangold-Schule als auch im Innern des Gebäudes sind Ess-, Spiel- und Informationsstände aufgebaut. Zentral neben dem Eingang hat sich die Flüchtlingshilfe Bischofsheim platziert, die das heutige große Fest federführend organisiert hat. „Dies ist nun die letzte von 16 Veranstaltungen, die wir mit den Fördermitteln aus der ’500 Land Initiative’ in Höhe von 7895 Euro des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft verwirklichen konnten“, berichtet Renate Schellhaas von der Flüchtlingshilfe Bischofsheim und stellt fest: „Jetzt ist das Geld alle.“ Im vergangenen Jahr seien mit dem Geld Projekte, wie Erste-Hilfe-Kurse für Flüchtlinge, Malkurse, Exkursionen und Vorträge finanziert worden. Alle diese Angebote, die unter der Überschrift „Lebenswelten, Schaffung von Orten der interkulturellen Begegnung“ standen, hätten das Ziel gehabt, Flüchtlingen die Teilhabe am Dorfleben zu erleichtern und das Hineinwachsen in die Gesellschaft zu ermöglichen, so Schellhaas.

Das Fest in der Mangoldschule sei nun der große Abschluss. „Wir wollen jedoch auf jeden Fall unser Begegnungscafé weiterführen. Außerdem ist ein Frauen-Frühstück geplant. Wir wollen auch versuchen, weitere Mittel zu akquirieren. Doch sind wir der Auffassung, dass die Flüchtlinge in Zukunft von den Geldern, die ihnen privat zur Verfügung stehen, Angebote auch selbst zahlen können“, sagt Renate Schellhaas ehrlich. 262 Flüchtlinge lebten zurzeit in Bischofsheim. „Damit ist unsere Zuweisungszahl erreicht“, bemerkt Samira Assim, verantwortlich für die Flüchtlingsarbeit der Gemeinde. Es gebe noch einige wenige Familiennachzüge. Sonst werde sich die Zahl nicht weiter ändern, so Assim. Dabei sei jedoch vor allem der Wohnungsmangel nach wie vor das größte Problem.

„Wir haben bisher auch eng mit der Musikschule Maier aus Ginsheim zusammengearbeitet, da viele Flüchtlinge dort einen von uns organisierten Trommelkurs besucht haben“, berichtet Renate Schellhaas. Aus diesem Grund stehe auch das heutige Fest im Zeichen der Musik. „Im Innern zeigen die Musikschüler, was sie können und hier draußen gibt es einen Trommelkreis für jeden, der teilnehmen möchte“, sagt Schellhaas und zeigt auch eine Reihe Bongos und andere Trommelinstrumente. Leider sei die Resonanz auf das Fest wesentlich schlechter als sie erwartet habe, gibt die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin zu und stellt deutlich fest: „Das ist ein Zeichen, dass es die Mehrheit der Bevölkerung nicht interessiert und dass das Thema nicht von der Breite der Gesellschaft angenommen wird.“ Gleichzeitig sei die Zahl der sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagierenden Paten und Helfer konstant.

Inge Bohrmann steht indes im Innern der Schule hinter einem Tisch mit orientalischen Köstlichkeiten. Seit zwei Jahren sei sie Patin für eine zehnköpfige Flüchtlingsfamilie, die aus vier Geschwistern und deren Partnern und Kinder besteht, erzählt sie. „Diese beiden jungen Männer sind zwei der Familienmitglieder, die ich betreue“, sagt Bohrmann und deutet auf Fadi und Abdu Saker, die sie beim Verkauf des Essens unterstützen. „Wir kommen aus Syrien und sind froh, dass uns Frau Bohrmann so viel geholfen hat“, sagt Fadi Saker und fügt sichtich glücklich hinzu: „Wir hätten bei unserer Flucht nicht erwartet, dass wir in einem fremden Land so herzlich aufgenommen werden.“

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