DRK-Vorsitzender Hans Reinheimer kennt die Problemstellen des Schulungsgebäudes ganz genau. Ein wichtiges Ziel: Der Zugang soll barrierefrei werden. Deshalb will der Verein eine Rollstuhlhebebühne neben dem Eingang im Kasteler Weg installieren.
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DRK-Vorsitzender Hans Reinheimer kennt die Problemstellen des Schulungsgebäudes ganz genau. Ein wichtiges Ziel: Der Zugang soll barrierefrei werden. Deshalb will der Verein eine Rollstuhlhebebühne neben dem Eingang im Kasteler Weg installieren.

Immobilie

DRK-Schulungsgebäude muss dringend restauriert werden

40 Jahre hat das Gebäude auf dem Buckel. Jetzt will die Gemeinde 145 000 Euro investieren. Viele Arbeiten will der Verein selbst übernehmen.

Bischofsheim -Das Schulungsgebäude des DRK-Ortsvereins Mainspitze in Bischofsheim hat schon 40 Jahre auf dem Buckel. Der Putz an der Fassade sieht schmutzig grau aus und bröckelt an manchen Stellen. Besonders der Außentreppe sieht man ihr Alter an; der Stahlbeton ist marode geworden. Eine zentrale Plattform vor der Haustür verbindet die beiden Treppenläufe.

Wer das Gebäude betreten möchte, muss zuerst die Stufen erklimmen, was manchem Senior schwerfallen dürfte. "Zum Seniorentreff sind immer etwa 40 Leute gekommen", erinnert sich der DRK-Vorsitzende Hans Reinheimer. Seit Ausbruch der Pandemie findet das Treffen nicht mehr statt. Aber schon vorher hätten Rollstuhlfahrer und körperlich eingeschränkte Menschen an solchen Veranstaltungen nicht teilnehmen können, weil ein barrierefreier Zugang fehlt. Dieses Problem soll noch in diesem Jahr behoben werden - mit einer Rollstuhlhebebühne für rund 18 000 Euro. "Das ist die kostengünstigste Variante", weiß Reinheimer, der sich über Alternativen informiert hat.

Für eine Rampe sei der Treppenaufstieg zu steil. Die Kosten für einen solchen Lift hat der Vorsitzende in einem Kostenplan vermerkt. Darin aufgeführt ist unter anderem die Betonsanierung des Haussockels, der Abriss und Neubau der Treppe, die Fassadendämmung, der Austausch zweier Fenstergiebel sowie neue Armaturen und Fließen für die Damen- und Herren-Toilette. Unterm Strich steht ein Betrag von rund 145 000 Euro. Dass er nicht höher ausfällt, liege daran, dass die Mitglieder des DRK viele Renovierungsarbeiten selbst vorgenommen haben.

Im vergangenen Jahr hatten Freiwillige das Innere aufgehübscht, die Wände gestrichen, eine Gipswand zwischen dem Ausbildungs- und Jugendraum gezogen, die Lampen ausgetauscht sowie einen Beamer mit Leinwand im großen Veranstaltungsraum installiert. Die Tische und Holzstühle erinnern an eine Gaststätte aus den 1980er Jahren. Auf den zusammengeschobenen Tischen haben die Helfer ein buntes Sammelsurium an Werkzeugen, Klebeband, aufgerollten Kabeln und sonstigem Zubehör abgelegt. Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

Mobiliar für die Räume

Wenn es die Vereinskasse zulässt, möchte der Verein die ausgedienten Möbel austauschen. Hans Reinheimer schweben praktische Klapptische und stapelbare Stühle vor, die bei größeren Kursen und Veranstaltungen leicht verräumt werden können. Auch der Jugendraum soll mit einer bequemen Couch und Sitzwürfeln ausgestattet werden.

Weil der DRK-Ortsverein die Restaurierung des Schulungsgebäudes nicht aus eigener Tasche zahlen kann und die Immobilie der Gemeinde Bischofsheim gehört, hatte sich Reinheimer vor einem Jahr an die Gemeindeverwaltung gewandt und die Finanzierung der geschätzten Kosten beantragt. Die notwendigen 145 000 Euro wollte die SPD-Fraktion im zurückliegenden Haupt- und Finanzausschuss in den Haushalt für 2021 einstellen. Doch da rechnete die Verwaltung noch mit einem defizitären Jahresetat. Durch die Senkung der Kreis- und Schulumlage, die Landrat Thomas Will (SPD) im Januar in Aussicht stellte, hätte die Gemeinde etwa 600 000 Euro mehr im Säckel. "Die Finanzierung werden wir im Rahmen der Haushaltsberatungen diskutieren müssen. Einig sind wir uns, dass wir diese wollen und auch hinbekommen werden", versprach Bürgermeister Ingo Kalweit (CDU). Die SPD bekräftigt erneut: "Wir wollen gerade in dieser schwierigen Zeit unser Rotes Kreuz unterstützen." In einer Zeit, in der Menschen nicht nur hauptberuflich im Gesundheits- und Pflegewesen übermenschliches leisteten, sondern dies auch im Ehrenamt, müsse man auch als Politik ein Zeichen setzen, so Karsten Will von der SPD.

Einigkeit bei den Fraktionen

DRK-Vorsitzender Hans Reinheimer freut sich, dass bei den Bischofsheimer Fraktionen in dieser Sache Einigkeit herrscht. Die Unterstützung aus der Politik zeige Wertschätzung für die Einsatzkräfte und das weitreichende Engagement des DRK. Die Mitglieder sind nicht nur im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie im Katastrophenschutz aktiv, sie leisten wichtige Wohlfahrts- und Sozialarbeit mit dem Seniorentreff, der Seniorengymnastik und der Kleiderkammer. Außerdem wirken sie im Blutspendedienst und bei der Erster-Hilfe-Ausbildung mit. Schön wäre es, wenn das DRK-Heim bis September dieses Jahres restauriert ist. Denn dann feiert der Ortsverein sein 90-jähriges Bestehen. Der runde Geburtstag könnte mit einem Tag der offenen Tür oder Blaulichttag begangen werden. Das sei jedoch von der Corona-Lage abhängig. Die Freiwillige Sanitätshauptkolonne des DRK - die DRK Ortsvereinigung Mainz-Bischofsheim - wurde am 29. September 1931 von Mitgliedern des Alice Frauenvereins Mainz gegründet, wie der Vorsitzende in Erfahrung gebracht hatte. Wenig später wurden die Ortsvereinigungen Mainz-Ginsheim und Mainz-Gustavsburg gegründet. 2002 taten sich die Ortsgruppen zusammen.

Dorothea Ittmann

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