Die Gewinner des Wettbewerbs anlässlich der Eröffnung des Kunst-Würfels sind dort ausgestellt. FOTO: susanne rapp
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Die Gewinner des Wettbewerbs anlässlich der Eröffnung des Kunst-Würfels sind dort ausgestellt.

Kultur

Ein Raum zur Entfaltung

  • VonDr. Susanne Rapp
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Der Kunst-Würfel soll ab sofort ein Ort der Kreativität für die Gemeinde sein. Wird er vielleicht auch ein eues Wahrzeichen für Bischofsheim?

Schon von Weitem ist der "Kunst-Würfel" in der Hans-Dorr-Allee ein Augenmagnet. Alle vier Wände sind mit flächenfüllenden Graffitis eines internationalen Sprayer-Teams besprüht, das der Kulturpreisträger Manuel Gerullis über das Graffiti-Festival "Meeting of Styles" zusammenstellte.

2017 entstanden die Kunstwände auf Teilen des ehemaligen Tegut-Lebensmittelmarktes, der damals abgerissen wurde. Mit 25 Interessierten gründete sich die rein bürgerschaftliche initiative Kunst-Würfel mit dem Ziel, sich für die Kunst in Bischofsheim zu engagieren. Mittlerweile hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt. Im Januar wurde der Sockel auf der kleinen Grünfläche gegossen. Die Wände mit den Maßen 4,5 mal 7,5 mal 7,5 Meter waren, bis sie verbaut wurden, eingelagert gewesen.

Lang Reihe an Sponsoren

Der Würfel ist überdacht und von einem, mit Fenstern versehenen Lichtkranz gekrönt. Es habe eine Weile gedauert, bis der neue Kunstraum fertiggestellt werden konnte, erklärt Volker Hartmann, der Vorsitzende des Vereins. Doch allein die lange Reihe an Sponsoren des Vorhabens macht deutlich, wie groß das Interesse ist. Eine Bilderpräsentation im Inneren des Würfels zeigt die Fortschritte des Baus bis zu seiner Fertigstellung.

Er sei sehr glücklich, dass so viele gekommen seien, begrüßte Hartmann die rund 50 erschienenen Gäste, die sich sehr interessiert an der ersten Ausstellung im Würfel zeigten. Anlässlich der Eröffnung waren Bischofsheimer aufgerufen, bei einem Wettbewerb mit dem Motto: "Mein Bild. Mein Bischofsheim" Kunst zu der ersten Ausstellung beizutragen.

Zwölf Bilder wurden eingereicht, die von einer Jury danach beurteilt wurden, ob sie ein persönliches Identitäts- und Heimat-Gefühl vermitteln. Neben dem Bischofsheimer Bürgermeister Ingo Kalweit, begrüßte auch Landrat Thomas Will die Anwesenden, der sich darüber freute, dass nach vielen Monaten, in denen der Kulturbereich ausgebremst war, wieder eine Veranstaltung in diesem Bereich möglich sei.

Nach vielen Monaten, in denen sich das Leben der Meisten auf Monitoren abspielte und man sein Gegenüber nur im Briefmarkenformat gesehen habe, sei das Ergebnis des Kunst-Würfels einfach hervorragend. Will hofft, dass der Würfel bald eine ähnliche Bedeutung als Wahrzeichen Bischofsheims haben wird, wie es bereits der Wasserturm habe. Der Landrat leugnete nicht, dass dem Vorhaben auch bis zur Vollendung einige Steine in den Weg gelegt wurden. Als jedoch die Überlegung aufkam, den Würfel wegen eines fehlenden Standortes nach Ginsheim bringen zu wollen habe er deutlich gemacht, dass das gar nicht gehe.

Die Debatte um das Projekt habe den Zusammenhalt gefördert, so Will. Auch wichtig war dem Landrat zu unterstreichen, dass der Würfel durch sein Äußeres ein Zeichen gegen die Einheitsnorm setze. In diesem Sinn äußerte auch Bürgermeister Kalweit, dass das Bauwerk mehr als nur Leinwand für andere Kulturschaffende sei. "Es ist selbst ein Kunstwerk."

Am Sonntag sprach Professor Wolfgang Schneider eine Laudatio und kürte die Gewinner des Kunstwettbewerbs, deren Werke im Ausstellungsraum Kunst-Würfel zu sehen sind. Der erste Preis ging an Michael Drexler (200 Euro) für sein farbenprächtiges Gemälde "Wasserturm". Platz zwei gewann Else Theobald mit (Bischemer Blühwiese). Den dritten Preis erhielt Ludwig Gützkow (50 Euro) für "Bischem Color". Einen Kreativpreis (Urkunde) erhielt Nora Weinand.

Workshops und Tauschbörsen

Der Kunst-Würfel soll ab sofort ein Raum sein, in dem sich jede Kunst entfalten kann. Vernissagen, Lesungen, Konzerte, Kleinkunst, Theateraufführungen, künstlerische Aktionen, Kunstmärkte, Malkurse, Kreative-Workshops, Büchertauschbörsen, Diskussionsabende und vieles mehr sind angedacht. Für dieses Jahr bietet der Verein Kunst-Würfel bereits fünf Veranstaltungen an. Am 27.8. ein Konzert mit Ted Gramsky "Die ehrlichen Finder". Am 15. September eine Lesung mit Jochen Frickel, der seine Science Fiktion Erzählung "NIHIL" vorstellen wird. Am 18. und 19. September wird es jeweils von 11 bis 15 Uhr eine Ausstellung von Karin Kraffert Budde mit dem Titel "Charakterköpfe" geben. Vom 15. bis 17. Oktober zeigt Alica Erbes um 17 Uhr Linoldrucke und Malereien. Am 11. November findet im Würfel die Preisverleihung "Come together" statt. susanne rapp

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