Auf dem ehemals mit Schwermetall belasteten Gelände an der Schulstraße steht inzwischen der Rohbau. FOTO: Johanna Thaben
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Auf dem ehemals mit Schwermetall belasteten Gelände an der Schulstraße steht inzwischen der Rohbau.

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Heuss-Quartier in einem Jahr bezugsfertig

  • VonWalter Scheele
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Bauarbeiten liegen voll im Zeitplan - Vergabe der Wohnungen im Frühjahr

Voll im Zeit- und Finanzplan ist die Baugenossenschaft Ried mit ihrem 13,3 Millionen Euro schweren Bauvorhaben, dem Theodor-Heuss-Quartier an der Schulstraße in Bischofsheim. Geschäftsführer Jürgen Unger freut sich besonders: "Wir werden die Mietpreise von 7,80 Euro pro Quadratmeter in den 52 geförderten Wohnungen und rund zehn Euro in den übrigen 18 frei finanzierten halten können." Die gesamte Wohnfläche beträgt 4758 Quadratmeter, verteilt auf vier Ein-Zimmer-, 35 Zwei-Zimmer-, 20 Drei-Zimmer und elf Vier-Zimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar und es gibt zwei Aufzüge.

Die ersten Mieter dürften, wenn alles weiter nach Plan geht "und nichts spricht dagegen", so Unger, spätestens von August 2022 an einziehen. Mit der Vergabe der Wohnungen wolle man, so der Geschäftsführer, im kommenden Frühjahr beginnen.

Zwei Drittel der 70 Wohnungen sind öffentlich gefördert. Bei ihrer Vergabe haben die Gemeinden, nicht nur Bischofsheim, ein Mitspracherecht. Nur die Wohnungen im Erdgeschoss, die auf die Mozartstraße blicken, werden Stellplätze für Autos vor dem Haus haben. Die übrigen der insgesamt 105 Stellplätze werden etwas weiter entfernt liegen, beschwichtigte Unger Bedenken, die aus dem Gemeindeparlament gekommen waren. Außerdem gibt es 132 Stellplätze für Fahrräder.

350 000 Euro für belasteten Boden

Ein weiteres heikles Thema im Zusammenhang mit dem Neubau auf dem Gelände der ehemaligen und abgebrochenen Theodor-Heuss-Schule ist inzwischen laut Unger ebenfalls vom Tisch. Inzwischen steht der Rohbau auf dem ehemals mit Schwermetallen belasteten Schulhof. Die Gemeinde habe für 350 000 Euro den hauptsächlich mit Kupfer belasteten Boden in einer Spezialdeponie in Rheinland-Pfalz entsorgen lassen.

Das Kupfer stammt, erfuhr die Ried, aus einer "damals üblichen Praxis": Aus einem Kupfer verarbeitenden Betrieb in der Nähe waren Kupferschlacken in Sportanlagen und Schulhöfen zur Oberflächenverbesserung verbaut worden. "Auf den Boden hat es jahrelang geregnet, das Kupfer wurde ausgewaschen und gelangte in den Untergrund - aber jetzt musste die Oberfläche saniert werden", sagte Jürgen Unger hierzu.

Erfreulich, so der Geschäftsführer der Baugenossenschaft Ried, sei, dass man schon bei Abschluss der Verträge mit dem Generalunternehmer für den Bau Verträge mit festen Konditionen abgeschlossen habe. "Die jetzt zu befürchtenden Preiserhöhungen für Baumaterialien und Bauleistungen treffen uns im Bauvorhaben an der Schulstraße nicht", sagte Unger hierzu. "Es ist Sache des Bauunternehmers; ob er rechtzeitig wasserdichte Verträge mit seinen Lieferanten gemacht hat. Wenn er jetzt für Baumaterialien mehr zahlen muss als im vergangenen Dezember ausgehandelt, betrifft das uns nicht."

Alter Wohnblock soll weichen

Für die Zukunft ist vorgesehen - "wir sprechen von einem Zeitrahmen von zehn Jahren", sagte Jürgen Unger dieser Zeitung - den Wohnblock aus den 50er Jahren an der Friedrich-Ebert-Straße abzureißen. Geplant ist dort, einen Anschluss zu dem jetzt im Rohbau stehenden Neubau zu schaffen.

"Aber die Bewohner dort brauchen sich keine Gedanken zu machen", greift Unger Sorgen der Mieter in dem Gebäude vor. "Viele wohnen dort schon sehr lange und sie werden auch noch bleiben können. Wir werden natürliche Fluktuation ausnutzen, auf keinen Fall räumen. Aber das gültige Baurecht gilt noch zehn Jahre. In der Zeit kann und muss etwas geschehen."

Die 24 Mietparteien in dem Block seien dort zufrieden, betonte Unger nachdrücklich. Es gebe keine Veranlassung, sie aus dem gewohnten Wohnumfeld herauszunehmen und umzusetzen. Außerdem sei die Bausubstanz dort noch besser als in manchen neueren Bauten im Kreis.

Walter Scheele

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